Aktuell Erfolg 23. Dezember 2025

Unsere gemeinsamen Erfolge im Jahr 2025: Herzlichen Dank für euren Einsatz!

Das Foto zeigt Personen in Amnesty-Shirts inmitten einer großen Menschenmenge. Einige von ihnen halten herzförmige Papptafeln hoch mit Regenbogenfahne und dem Schriftzug Amnesty International.

Mitglieder und Mitarbeitende von Amnesty International bei der Budapest Pride Parade am 28. Juni 2025 in Ungarn

Die Menschheit ist zurzeit mit großen Herausforderungen konfrontiert. Doch Menschen aus aller Welt zeigen immer wieder, dass Aktivismus und Solidarität wirklich etwas bewirken können. Auch 2025 gab es dank eurer Unterstützung viele positive Entwicklungen für die Menschenrechte und für Menschen in Not und Gefahr.

Diese Erfolge waren unter anderem:

  • zu Unrecht Inhaftierte wurden freigelassen
  • diskriminierende Gesetze wurden abgeschafft
  • Opfer von Menschenrechtsverletzungen wurden entschädigt
  • Veranwortliche für Menschenrechtsverletzungen wurden zur Rechenschaft gezogen

Das alles wäre kaum möglich gewesen ohne eure Teilnahme an unseren E-Mail-Aktionen und Kundgebungen, ohne das Teilen unserer Inhalte auf Social Media und ohne eure Spenden.

Hier findet ihr eine Auswahl unserer gemeinsamen Erfolge als Zeichen der Hoffnung und der Menschlichkeit, die wir als Inspiration mit ins neue Jahr nehmen. Herzlichen Dank für eure Unterstützung!

Kamerun: Dorgelesse Nguessan ist wieder frei!

Das Bild zeigt eine Frau und einen Mann, die nebeneinander stehen und in die Kamera lächeln. Der Mann legt seinen rechten Arm um die Frau.

Wieder in Freiheit: Die Kamerunerin Dorgelesse Nguessan nach ihrer Freilassung aus dem Gefängnis (Januar 2025).

"Ich danke euch für euren Einsatz während meiner willkürlichen Inhaftierung. Ich danke allen, die direkt oder indirekt für eure Organisation tätig sind und zu meiner Freilassung beigetragen haben."

Diese Worte richtete die Kamerunerin Dorgelesse Nguessan an Amnesty International, nachdem sie am 16. Januar 2025 aus dem Gefängnis entlassen worden war. Sie war mehr als vier Jahre lang wegen der Teilnahme an einer Demonstration inhaftiert gewesen.

Die Friseurin und alleinerziehende Mutter war vorher noch nie politisch aktiv gewesen, nahm aber 2020 an einer Protestveranstaltung teil, weil sie sich Sorgen über die hohen Lebenshaltungskosten machte. Sie wurde wegen "Aufruhrs" angeklagt und am 7. Dezember 2021 von einem Militärgericht zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Amnesty International setzte sich unter anderem im Rahmen des Briefmarathons 2022 und mit den "Briefen gegen das Vergessen" für Dorgelesse Nguessan ein. Tausende Menschen forderten ihre Freilassung. Amnesty stand Dorgelesse und ihrer Familie zudem in den schwierigen Momenten ihrer Inhaftierung mit kurzfristiger finanzieller Unterstützung zur Seite. Am 16. Januar 2025 reduzierte ein Berufungsgericht das Strafmaß. Daraufhin wurde sie auf freien Fuß gesetzt.

USA: Leonard Peltier nach knapp 50 Jahren aus dem Gefängnis entlassen

Seitenaufnahme von Leonard Peltier, der lächelt und seinen linken Daumen an seinen Mund hält.

War seit 1977 in den USA inhaftiert: der indigene Aktivist Leonard Peltier (Archivaufnahme).

Er wurde für viele Menschen zur Symbolfigur für die Ungerechtigkeit des US-amerikanischen Justizsystems und für den Kampf der Indigenen für ihre Rechte: Seit 1977 Jahre war der indigene Aktivist Leonard Peltier inhaftiert für eine Tat, die er stets bestritten hatte. Es bestehen starke Zweifel daran, dass sein Gerichtsverfahren den internationalen Standards für faire Verfahren entsprochen hat. Amnesty International hatte sich jahrzehntelang mit Appellschreiben und Protestaktionen für seine Freilassung eingesetzt.

Im Jahr 2024 forderten Amnesty US-Präsident Biden auf, Leonard Peltier endlich aus humanitären Gründen und im Namen der Gerechtigkeit zu begnadigen. Zu diesem Zeitpunkt war Peltier bereits 80 Jahre alt. Im Januar 2025 wandelte Biden am gegen Ende seiner Präsidentschaft die lebenslange Haftstrafe von Leonard Peltier in Hausarrest um. Amnesty hat Leonard Peltier kurzfristige finanzielle Unterstützung angeboten, damit er sich nun nach seiner Haftentlassung ein neues Leben aufbauen kann.

Amnesty-Posting auf Facebook:

Serbien: Amnesty-Recherchen decken rechtswidrige Überwachung auf

Die Illustration zeigt zwei Reihen mit jeweils sieben Handys. Auf den Displays der Handys steht: Hacked.

Die Polizei und der Geheimdienst setzen in Serbien hochentwickelte Spionagesoftware und forensische Produkte für Mobiltelefone ein, um Journalist*innen, Umweltschützer*innen und andere Personen rechtswidrig verdeckt zu überwachen. Dies beweisen Recherchen des Security Labs von Amnesty International und des europäischen Amnesty-Regionalbüros.

Als direkte Folge der Amnesty-Recherchen kündigte Cellebrite, ein auf digitale Informationserfassung und Forensik spezialisiertes Unternehmen, an, die Verwendung seines digitalen forensischen Zubehörs für einige seiner Kunden in Serbien einzustellen. Das ist ein beträchtlicher Erfolg.

Gleichzeitig leiteten die serbische Staatsanwaltschaft für High-Tech-Kriminalität sowie die Ombudsstelle und das Datenschutzamt auf der Grundlage der Amnesty-Recherchen separate Untersuchungen ein.

Algerien: Fortschritte bei der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen

Das Foto zeigt mehrere Frauen bei einer Demonstration, die Parolen rufen. Eine von ihnen hält einen Schal mit der Farben der algerischen Flagge über ihren Kopf. Auf dem Schal steht unter anderem: Algeria.

Demonstration am Weltfrauentag in der algerischen Hauptstadt Algier (Archivaufnahme)

Der algerische Präsident Abdelmadjid Tebboune kündigte im Februar 2025 eine Reihe konkreter Maßnahmen zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen an. Dies ist dem unermüdlichen Einsatz von Amnesty International in Algerien und von mehreren Frauenrechtsorganisationen vor Ort zu verdanken. Das Solidaritätsministerium hat mittlerweile eine landesweite gebührenfreie Hotline eingerichtet. Sie ist rund um die Uhr erreichbar ist und ermöglicht es den Betroffenen:

  • Anzeige zu erstatten
  • angemessene Unterstützungsleistungen in Anspruch zu nehmen
  • in einer Gefahrensituation Hilfe zu erhalten

Die Hotline hat sich bereits als wirksam erwiesen. Darüberhinaus wurde ein "Leitfaden für weibliche Opfer von Gewalt" auf Arabisch und Englisch veröffentlicht und landesweit verteilt. Es wurden auch neue rechtliche Maßnahmen angekündigt, darunter die Möglichkeit, eine sofortige einstweilige Verfügung gegen Gewalttäter zu erlassen.

Benin: Entschädigungen für Opfer rechtswidriger Zwangsräumungen

Tausende Familien, die in Küstenregionen leben, sind in Benin jahrelang Opfer rechtswidriger Zwangsräumungen geworden, damit mehr Infrastruktur für den Tourismus gebaut werden kann. Im Februar 2025 baten die Behörden endlich jene, die noch keine angemessene Entschädigung erhalten hatten, sich zu melden, damit ihr Fall bearbeitet werden kann. Die Nationale Stelle für Land und Eigentum trat zudem mit Amnesty International in Kontakt und bat um eine Liste der Personen, die noch keine angemessene Entschädigung erhalten haben.

Dieser Schritt folgte auf die Veröffentlichung eines Amnesty-Berichts vom Dezember 2023 über rechtswidrige Zwangsräumungen in Benin. Amnesty forderte daraufhin in einer Kampagne eine angemessene Entschädigung für alle Vertriebenen. Dieses Vorgehen erwies sich als entscheidend für das nun erzielte positive Resultat.

Marokko/China: Idris Hasan freigelassen

Ein Mann schaut ernst in die Kamera und sitzt vor einem Laptop.

Der uigurische Aktivist Idris Hasan war in Marokko inhaftiert (undatierte Aufnahme).

Idris Hasan ist ein uigurischer Aktivist, der dreieinhalb Jahre lang in Marokko inhaftiert war. Ihm drohte die Auslieferung nach China. Amnesty International hatte sich seit seiner Festnahme im Juli 2021 für seine Freilassung eingesetzt. Mit Erfolg: Im Februar 2025 wurde Idris Hasan endlich freigelassen. Seine Ehefrau Zaynura Hasan bedankte sich bei Amnesty für die Unterstützung.

Ich danke euch allen so sehr. Ohne eure Hilfe hätten wir meinen Mann nicht retten können.

Zaynura
Hasan
Ehefrau von Idris Hasan

Sierra Leone: Hawa Hunt ist wieder in Freiheit

Das Foto zeigt Hawa Hunt. Sie sitzt auf einem muschelförmigen Sessel, hinter dem Pflanzen stehen, und lächelt in die Kamera.

Hawa Hunt, Influencerin und Reality-TV-Star aus Sierra Leone (undatiertes Foto)

Hawa Hunt ist eine Reality-TV-Persönlichkeit. Im Dezember 2024 wurde sie während einer Live-Fernsehsendung festgenommen und später angeklagt, weil sie angeblich den Präsidenten und die First Lady in einem Social-Media-Video beleidigt hätte. Amnesty International rief die Behörden auf, sie freizulassen und dafür zu sorgen, dass ihre Rechte gewahrt werden. Am 4. März wurde Hawa Hunt aus der Haft entlassen und von allen gegen sie erhobenen Vorwürfen wegen mutmaßlicher Internetkriminalität freigesprochen. Ihre Tochter Alicia erklärte gegenüber Amnesty International:

In einem der wenigen Telefonate, die ich mit meiner Mutter im Gefängnis führen konnte, sagte ich ihr, dass sich Amnesty International für sie einsetzt. Sie war sehr dankbar für die Unterstützung, und dasselbe gilt für unsere gesamte Familie. Wir sind der Ansicht, dass es einen sehr wichtigen Beitrag zu ihrer Freilassung geleistet hat.

Philippinen: Ehemaliger Präsident Duterte festgenommen

Das Foto zeigt Rodrigo Duterte, wie er eine Rede hält. Vor ihm steht ein Mikrofon.

Der ehemalige philippinische Präsident Rodrigo Duterte bei einer Wahlkampfveranstaltung seiner Partei in Manila (13. Februar 2025)

Der ehemalige philippinische Präsident Rodrigo Duterte wurde am 11. März 2025 auf der Grundlage eines Haftbefehls des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Manila von der Polizei festgenommen. Tausende Menschen, zumeist aus armen und ausgegrenzten Gemeinschaften, wurden während Dutertes sogenanntem "Kampf gegen Drogen" rechtswidrig getötet – entweder von der Polizei oder von bewaffneten Personen, die mutmaßlich der Polizei nahestanden.

Amnesty International hatte jahrelang seine Festnahme gefordert. Dass dies jetzt endlich geschehen ist, bezeichnete die Organisation als "einen langersehnten und monumentalen Schritt für die Gerechtigkeit". Rodrigo Duterte muss sich nun vor dem IStGH verantworten.

Türkei: Freispruch für Taner Kılıç

Porträtfoto von Taner Kılıç, aufgenommen vor einer mit Pflanzen geschmückten Wand. Er lächelt in die Kamera.

Taner Kılıç, der ehemalige Vorsitzende der türkischen Amnesty-Sektion, zu Besuch im Berliner Sekretariat von Amnesty International in Deutschland (Oktober 2025)

Taner Kılıç ist Anwalt für die Rechte Geflüchteter und der ehemalige Vorsitzender der türkischen Sektion von Amnesty International. Nach einem beinahe achtjährigen Rechtsstreit wurde er im Februar freigesprochen.

Obwohl es keinerlei glaubwürdige Beweise gab, war er im Juli 2020 wegen "Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung" zu mehr als sechs Jahren Haft verurteilt worden. Amnesty hat ihm und seiner Familie bei der Bewältigung der schwierigen Umstände seiner Inhaftierung kurzfristige finanzielle Unterstützung geleistet.

Für mich ist der Alptraum, der fast acht Jahren dauerte, endlich vorbei. Das Einzige, was ich während dieses Prozesses immer wusste, war, dass ich im Recht und unschuldig bin, und die Unterstützung aus aller Welt gab mir Kraft. Ich danke jeder und jedem einzelnen, die für mich eingetreten sind.

Taner
Kılıç

Lateinamerika: Gerechtigkeit für Thelma Fardin

Das Foto zeigt Thelma Fardin lächelnd mit einem Mikrofon in der Hand

Die argentinische Schauspielerin Thelma Fardin (2.v.l.) bei einer Veranstaltung der argentinischen Amnesty-Sektion im Juni 2024

In einem wegweisenden Urteil für Frauenrechte in Lateinamerika sprach ein brasilianisches Gericht den Schauspieler Juan Darthés wegen sexualisierter Gewalt gegen die argentinische Schauspielerin Thelma Fardin schuldig. Sie hatte ihn 2018 beschuldigt, sie im Alter von 16 Jahren bei Dreharbeiten in Nicaragua missbraucht zu haben.

Amnesty unterstützte Thelma Fardin während des Verfahrens bei den Transportkosten und beim Zugang zu psychosozialer Betreuung. Das Urteil ist ein wichtiger Präzedenzfall für künftige Verfahren wegen sexualisierter Gewalt in Lateinamerika. Nach einem fünfjährigen Rechtsstreit in drei verschiedenen Ländern beschreibt Thelma Fardin ihren Erfolg: "Heute kann ich meinem 16-jährigen Ich in die Augen sehen und sagen: Wir haben es geschafft!"

Ungarn: Mehr als 200.000 Menschen bei Budapester Pride Parade

Ein Brücke aus der Vogelperspektive: Darauf zu sehen sind tausende Menschen und eine große Regenbogenflagge

Einsatz für LGBTI-Rechte: Budapest Pride am 28. Juni 2025 in Ungarn.

Am 28. Juni 2025 fand trotz restriktiver Gesetze und gezielter Polizeischikanen die Budapester Pride-Parade statt. Mehr als 200.000 Menschen gingen auf die Straße, um friedlich für Gleichberechtigung und Versammlungsfreiheit zu demonstrieren. Darunter befanden sich auch mehr als 280 Aktivist*innen und Mitarbeiter*innen von Amnesty International. Sie waren aus der ganzen Welt angereist. Es war die größte Pride in Budapest seit 30 Jahren. Diese Tatsache verdeutlich den starken öffentlichen Widerstand gegen Diskriminierung und die Widerstandskraft der ungarischen LGBTI-Community.

Die Amnesty-Kampagne "Let Pride March" trug dazu bei, Aktivist*innen zu mobilisieren, warb weltweit um Unterstützung und forderte die ungarische Polizei auf, das Recht auf friedlichen Protest zu respektieren. Mehr als 120.000 Menschen weltweit machten bei der Kampagne mit. Dies verdeutlicht, dass Solidarität Unterdrückung überwinden kann, auch wenn LGBTI-Rechte in Ungarn weiterhin auf dem Prüfstand stehen.

Argentinien: Geldstrafe wegen Verstoßes gegen Gesetz über reproduktive Rechte

Eine Gruppe von Menschen in der Abenddämmerung halten grün leuchtende Herzen in die Luft.

Aktion der argentinischen Sektion Amnesty International zum ersten Jahrestag der Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen in Argentinien am 30. Dezember 2021

In Argentinien musste ein privates Krankenversicherungsunternehmen eine Geldstrafe von umgerechnet etwa 3.000 Euro zahlen. Das Unternehmen hatte einer Frau, deren Schwangerschaft ein ernstes Gesundheitsrisiko darstellte, in einer seiner Kliniken einen legalen Schwangerschaftsabbruch verweigert. Dies ist ein klarer Verstoß gegen das argentinische Gesetz über reproduktive Rechte. Die argentinische Amnesty-Sektion unterstützte die betroffene Frau mit Rechtsberatung. Die Sektion setzt sich auf der Grundlage dieses Urteils dafür ein, dass der Zugang zu legalen Schwangerschaftsabbrüchen als allgemeingültiges Recht gewährleistet wird – und dass er nicht von dem Ermessen einzelner Personen oder Einrichtungen abhängig gemacht wird.

USA: Mahmoud Khalil aus Haft entlassen

Mahmoud Khalil sitzt bei schönem Wetter im Außenbereich einem Lokal am Ufer eines Gewässers. Die Sonne geht unter. Er lächelt in die Kamera.

Wieder in Freiheit: Der palästinensische Aktivist Mahmoud Khalil war am 8. März 2025 von der US-Einwanderungsbehörde rechtswidrig festgenommen worden (undatiertes Foto).

Am 20. Juni 2025 ordnete ein US-Bundesgericht die Freilassung von Mahmoud Khalil an. Der palästinensische Aktivist und Absolvent der New Yorker Columbia University war am 9. März von Angehörigen der US-Einwanderungsbehörde rechtswidrig festgenommen und willkürlich inhaftiert worden. Er war aufgrund seiner Rolle als Organisator von Studierendenprotesten an der Columbia University ins Visier der Behörden geraten, obwohl er lediglich seine Rechte auf freie Meinungsäußerung und friedliche Versammlung ausübte.

Mahmoud wurde ohne Anklage in einer Hafteinrichtung festgehalten, wo ihm mitgeteilt wurde, dass seine unbefristete Aufenthaltserlaubnis "widerrufen" worden sei. Es wurde zudem ein Abschiebeverfahren gegen ihn eingeleitet.

Amnesty International forderte unter anderem mit Urgent Actions die Behörden auf, Mahmoud Khalil unverzüglich freizulassen und seine Rechte auf freie Meinungsäußerung, friedliche Versammlung und ein gerechtes Verfahren zu achten. Nach 104 Tagen in einer Hafteinrichtung in Louisiana wurde Mahmoud Khalil am 21. Juni gegen Kaution freigelassen, allerdings drohen ihm die Behörden weiterhin mit Abschiebung.

Weltweit: Erfolge im Kampf für Klimagerechtigkeit

Das Foto zeigt ein Banner auf einem Fluss. Auf dem Banner steht: "Klimakrise kennt keine Grenzen". Daneben treiben sechs Personen in Kanus auf dem Wasser.

Protestaktion von Greenpeace und Amnesty International in Berlin anlässlich des Weltflüchtlingstags (19. Juni 2025)

Zwei bahnbrechende Gutachten haben im Jahr 2025 wesentlich dazu beigetragen, die Menschenrechtsverpflichtungen der Staaten angesichts der Klimakrise zu klären und den Kampf für Klimagerechtigkeit zu stärken.

Im Juli 2025 hat der Internationale Gerichtshof (IGH) klargestellt, dass die Menschenrechte ohne Klima- und Umweltschutz nicht gewährleistet werden können. Das höchste Gericht der Welt betonte, dass die Staaten die Pflicht haben, jetzt zu handeln. Sie müssen die Aktivitäten privater Akteure regulieren und zusammenarbeiten, um heutige und künftige Generationen und Ökosysteme vor den sich verschlimmernden Auswirkungen des vom Menschen verursachten Klimawandels zu schützen.

Anfang des Monats hatte bereits der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte ein Gutachten veröffentlicht. Es setzt länderübergreifende Standards, die auch die Rechtsprechung von Gerichten in aller Welt beeinflussen könnten.

Argentinien: Anklage erhoben nach Brandanschlag auf lesbische Frauen

Das Foto zeigt demonstrierende Frauen hinter einem großen Banner. Eine Frau hält ein Schild hoch, auf dem steht: "Justicia por Pamela, Roxana, Andrea".

"Gerechtigkeit für Pamela, Roxana, Andrea": Demonstration in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires anlässlich des Jahrestages des Brandschlags auf lesbische Frauen (6. Mai 2025).

Es war ein gezielter Brandanschlag auf lesbische Frauen: Am 6. Mai 2024 warf ein Mann in Barracas in der argentinischen Haupstadt Buenos Aires einen Brandsatz in ein Zimmer, in dem sich zwei lesbische Paare aufhielten. Andrea, Pamela und Roxana wurden getötet. Nur Sofia überlebte.

Amnesty International unterstützt Sofia bei ihrem Kampf um Gerechtigkeit. Im Juli 2025 wurde der Täter wegen Mordes aus homofeindlichen Motiven angeklagt.

Israel und besetztes palästinensisches Gebiet: Ausreiseverbot für Ahmad Khalefa aufgehoben
 

Das Bild zeigt das Porträtbild eine Mannes

Der palästinensische Israeli Ahmad Khalefa ist Rechtsanwalt und Menschenrechtsverteidiger (undatiertes Foto).

Ahmad Khalefa ist ein palästinensischer Staatsbürger Israels. Er war fast vier Monate lang inhaftiert gewesen, weil er bei einer Protestaktion gegen den Krieg Israels im Gazastreifen Parolen skandiert hatte. Im Februar 2024 wurde er freigelassen. Doch als Teil der Auflagen für die Freilassung wurde ein Ausreiseverbot gegen ihn verhängt.

Am 24. Juli 2025 hob ein israelisches Gericht dieses Ausreiseverbot auf. Dadurch konnte Ahmad Khalefa eine Einladung von Amnesty International annehmen, um mit seiner Familie nach Italien zu reisen. Amnesty International organisierte die Reise für Ahmad und besorgte ein Einladungsschreiben des italienischen Amnesty-Büros. Dieses Schreiben wurde von seinen Rechtsbeiständen im Adalah-Zentrum vor Gericht verwendet, um das Ausreiseverbot anzufechten, was seinen Fall erheblich stärkte.

Nach seiner Rückkehr aus Italien dankte Ahmad Amnesty International:

Diese Reise hat mir und meiner Familie sehr viel bedeutet – wir wissen das sehr zu schätzen. Es war unglaublich bedeutungsvoll, zu spüren, mit welcher Sorgfalt und Mühe diese Reise organisiert wurde, und sie gab uns die Möglichkeit, durchzuatmen und eine gute Zeit miteinander zu verbringen.

Türkei/Syrien: Ahmad Aabo hat wieder Zugang zu medizinischer Grundversorgung

Foto von Ahmad Aabo, der nachts an einem Gewässer sitzt, in dem sich die Lichter der Stadt spiegeln. Er schaut an der Kamera vorbei und lächelt.

Der syrische Asylsuchende Ahmad Aabo (undatiertes Foto)

Der syrische Asylsuchende Ahmad Aabo lebt seit 2012 in der Türkei. 2023 wurde sein vorübergehender Schutzstatus entzogen, nachdem bei ihm HIV diagnostiziert worden war. Am 26. August 2025 wurde sein Schutzstatus nach Appellen von Amnesty International wiederhergestellt. Seine Sozialversicherung wurde reaktiviert, so dass er wieder Zugang zur kostenlosen Gesundheitsversorgung hat. Er bedankte sich bei Amnesty International für die Unterstützung:

Diese Urgent Action hat mir geholfen, wieder aufzuatmen. Ich möchte euch allen ganz herzlich danken. Allein wegen meines HIV+-Status wurde ich verfolgt, ich wurde inhaftiert. Jedes Mal, wenn ich einen Polizisten sah, hatte ich Angst, festgenommen zu werden. Jetzt habe ich meinen Ausweis wieder, ich habe meine Rechte zurückgewonnen. Dies sind die Auswirkungen der Urgent Action. Ich kann euch nicht genug danken. Ich wünsche mir, dass niemand das durchmachen muss, was ich durchgemacht habe. Menschen, die mit HIV leben, sollten unterstützt werden. Sie sollten nicht gefoltert werden. Ich danke allen, die Appelle für mich unterschrieben haben, allen, die zu mir standen, von ganzem Herzen.

Ägypten: Alaa Abdel Fattah ist wieder in Freiheit

Das Bild zeigt einen Mann links im Bild, er lacht in die Kamera und umarmt eine ältere Frau, die neben ihm sitzt

Endlich wieder vereint: Der ägyptische Aktivist Alaa Abdel Fattah und seine Mutter Laila Soueif nach seiner Freilassung am Abend des 22. September 2025 in Kairo. 

Alaa Abdel Fattah ist ein ägyptisch-britischer Aktivist, Schriftsteller und Softwareentwickler. Er wurde während der ägyptischen Revolution 2011 bekannt und geriet wegen seines friedlichen Aktivismus und seiner Kritik an der Regierung wiederholt ins Visier der ägyptischen Behörden. Zuletzt wurde er am 29. September 2019 im Kontext des umfassenden Vorgehens der Behörden gegen Proteste festgenommen. Im Dezember 2021 wurde er von einem Staatssicherheitsgericht wegen "Verbreitung falscher Nachrichten" im Zusammenhang mit einem Beitrag in den Sozialen Medien zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Er sollte im Jahr 2027 freigelassen werden, da die ägyptischen Behörden beschlossen, seine Untersuchungshaft nicht auf die Haftstrafe anzurechnen. Amnesty International hat sich seit Jahren intensiv für seine Freilassung eingesetzt. Er wurde schließlich vom Präsidenten begnadigt und im September 2025 freigelassen. Ohne die unermüdliche Unterstützung durch Amnesty und den Druck seiner Mutter Laila Souif und seiner Schwestern Mona und Sanaa Saif wäre seine Freilassung nicht möglich gewesen.

Burkina Faso: Heiratsalter für Jungen und Mädchen auf 18 Jahre angehoben

Das Foto zeigt ein lächelndes Mädchen, das eine kleine Kreidetafel in die Kamera hält.

Schülerin in einer Schule in Dano in Burkina Faso (Archivaufnahme)

Das Übergangsparlament von Burkina Faso verabschiedete am 1. September 2025 ein Gesetz, das das Mindestalter für die Eheschließung von Jungen und Mädchen auf 18 Jahre festlegt und deren Zustimmung als Voraussetzung für die Eheschließung vorsieht. 

Amnesty International fordert seit langem ein Ende der geschlechtsspezifischen Gewalt, einschließlich der Zwangsheirat. Dafür initiierte die Organisation ein Menschenrechtsbildungsprogramm. Als führendes Mitglied der Nationalen Koalition gegen Kinderheirat schlug Amnesty International außerdem Änderungen am Gesetzentwurf vor, um das Heiratsalter für Jungen und Mädchen auf 18 Jahre anzuheben. Amnesty setzte sich für die Verabschiedung des Gesetzentwurfs ein.
 

Afghanistan: Das afghanische Frauen-Flüchtlingsteam hat eine Zukunft

Das Foto zeigt zwei Fußballerinen auf einem Fußballplatz, die nebeneinander herlaufen.

Spielerinnen des afghanischen Frauen-Flüchtlingsteams beim Training während eines Turniers in Marokko im Oktober 2025

Nach monatelanger Lobbyarbeit der Sports & Rights Alliance und Amnesty International hat der Weltfußballverband FIFA endlich angekündigt, dass er ein afghanisches Frauen-Flüchtlingsteam aufstellen und finanzieren wird. Das 2007 gegründete afghanische Frauenfußballteam hatte sich nach der Machtübernahme durch die Taliban im Jahr 2021 aufgelöst. Aus Angst vor Repressalien mussten die Spielerinnen das Land verlassen. Auch nach Verlassen Afghanistans kämpften die Spielerinnen weiter um das Recht zu spielen und ihr Land zu vertreten.

Im Oktober 2025 organisierte die FIFA ein Turnier in Marokko, bei dem die Mannschaft ihre ersten Länderspiele gegen den Tschad, Tunesien und Libyen bestreiten konnte. Das Team wurde in Afghan Women United umbenannt.

Khalida Popal, die Gründerin und ehemalige Kapitänin des Teams, sagt:

Wir kämpfen schon so lange, es ist ermüdend, es ist zu viel. Aber wenn du die Spielerinnen dann endlich wieder auf dem Spielfeld siehst, hast du das Gefühl, dass sich das alles gelohnt hat. Weil es toll ist, diese junge Generation von Frauen zu sehen, die unser Land repräsentiert. Das hat mich sehr berührt.

Griechenland: Anklagen erhoben im Zusammenhang mit dem Schiffsunglück vor Pylos

Das Bild zeigt ein überladenes Schiff mit hunderten Menschen aus der Vogelperspektive

Ein von der griechischen Küstenwache veröffentlichtes Foto zeigt den Fischkutter Adriana am 14. Juni 2023 mit hunderten Menschen an Bord. 

Beim Schiffsunglück vor der griechischen Hafenstadt Pylos kamen am 13. Juni 2023 mehr als 600 Menschen ums Leben. Nach einer Kampagne von Amnesty International wurden der Leiter der griechischen Küstenwache und drei leitende Angestellte wegen ihrer Rolle bei dem Schiffsunglück angeklagt. Zuvor war im Mai gegen 17 Mitglieder der Küstenwache Anklage erhoben worden.

Tunesien: Sonia Dahmani unter Auflagen freigelassen

Collage: Porträfoto von Sonia Dahmani. Im Hintergrund ist eine Weltkarte abgebildet und die Luftaufnahme einer Stadt.

Die tunesische Anwältin Sonia Dahmani (undatiertes Foto)

Sonia Dahmani ist Anwältin sowie TV- und Radio-Kommentatorin in Tunesien. Sie setzt sich seit vielen Jahren für Menschenrechte ein und spricht klar über Rassismus und die Zustände in tunesischen Gefängnissen. Genau deshalb geriet sie ins Visier der Behörden: Am 11. Mai 2024 wurde Sonia Dahmani gewaltsam im Gebäude der tunesischen Anwaltskammer in der Hauptstadt Tunis festgenommen. Später wurde sie wegen "Verbreitung falscher Nachrichten" verurteilt. Ein konstruierter Vorwurf.

Mehr als eineinhalb Jahre war Sonia unter unmenschlichen Bedingungen inhaftiert – mit Ratten in der Zelle, ohne angemessenen Zugang zu Medikamenten und medizinischer Versorgung.

Amnesty hat sich seit ihrer Festnahme für Sonia Dahmani eingesetzt, unter anderem mit Urgent Actions und beim Briefmarathon. Amnesty fordert weiterhin, ihre ungerechte Verurteilung aufzuheben und alle anderen Anklagen gegen sie fallenzulassen. 

Belarus: Kalesnikava, Bialiatski und 121 weitere Inhaftierte wieder frei

Das Foto zeigt Maryia Kalesnikava. Sie lacht und formt mit ihren beiden Händen, die sue über ihren Kopf hält, ein Herz.

Die belarussische Oppositionspolitikerin Maryia Kalesnikava (Archivaufnahme)

Am 13. Dezember 2025 hat die belarusische Führung unter Aljaksandr Lukaschenka (Alexander Lukaschenko) 123 Menschen aus der Haft entlassen. Unter ihnen waren die bekannte Oppositionspolitikerin Maryia Kalesnikava (Maria Kolesnikowa) und der Friedensnobelpreisträger Ales Bialiatski sowie weitere Oppositionelle und Aktivist*innen, die nach den friedlichen Massenprotesten 2020 willkürlich inhaftiert worden waren.

Kalesnikava und Bialiatski wurden zu langen Haftstrafen verurteilt und waren in der Haft oft Folter und anderen Misshandlungen ausgesetzt – einzig wegen der friedlichen Ausübung ihres Rechts auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit. Amnesty hatte sich seit vielen Jahren für sie eingesetzt, unter anderem mit Urgent Actions und beim Briefmarathon.

Kalesnikavas Schwester, Tatsiana Khomich, sagt:

Maryia ist frei! Ihr Mut hat uns durch die dunkelsten Tage getragen. Endlich können wir sie wieder in die Arme schließen. Wir haben so lange auf diesen Moment gewartet und sind überglücklich. Doch viele andere bleiben in Belarus und weltweit zu Unrecht in Haft. Wir dürfen sie nicht vergessen!

Das Bild zeigt das Porträtfoto eines Mannes, der ein Schild in der Hand hält

"Deine Unterschrift hilft": Der belarusische Menschenrechtsverteidiger Ales Bialiatski zu Besuch bei der tschechischen Amnesty-Sektion in Prag (Archivbild).

Amnesty-Posting auf Instagram:

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Eine Junge Frau mit einem Amnesty Megaphon auf einem Protest, um sie herum sind protestierende Menschen mit Demo-Schildern

Eine Junge Frau mit einem Amnesty Megaphon auf einem Protest, um sie herum sind protestierende Menschen mit Demo-Schildern (November 2024)

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