Amnesty International in Deutschland

Junge Menschen tragen am Anfang eines Strassenumzugs ein großes, gelbes Amnesty-Banner und gelbe Blumen

Amnesty-Mitglieder während der Jahresversammlung der deutschen Amnesty-Sektion in Stuttgart im Juni 2019

Amnesty in Deutschland – das sind mehr als 180.000 Menschen, die sich für den Schutz der Menschenrechte einsetzen. Gegründet wurde die deutsche Sektion von Amnesty 1961 unter anderem von der Journalistin Carola Stern und dem Journalisten Gerd Ruge.

Amnesty bietet allen, die sich für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzen wollen, vielfältige Möglichkeiten: In Deutschland gibt es fast 600 Amnesty-Gruppen  – darunter sind auch Jugend- und Hochschulgruppen sowie Länder-, Regional- und Themenkoordinationsgruppen. Sie treffen sich regelmäßig, um Menschenrechtsthemen zu bearbeiten, Mahnwachen, Infostände und andere Veranstaltungen zu organisieren und Petitionsunterschriften zu sammeln.

Außerdem gibt es rund 70 Koordinationsgruppen, Kogruppen genannt, die zu verschiedenen Ländern (z. B. Myanmar oder Russland) oder Themen (z. B. Meinungsfreiheit) arbeiten. Diese ehrenamtlichen Expert*innen sind maßgeblich für unsere inhaltliche Arbeit und vertreten Amnesty oft nach außen, wenn es um ein bestimmtes Thema oder Land geht. Sie stehen in engem Kontakt mit den hauptamtlichen Mitarbeitenden im Sekretariat in Berlin und im Internationalen Sekretariat in London.

Als Verein ist Amnesty in Deutschland basisdemokratisch organisiert: Jedes Mitglied hat eine Stimme und kann sich einbringen. Denn nur gemeinsam mit vielen Gleichgesinnten, können wir etwas für die Menschenrechte erreichen.

Das höchste Entscheidungsgremium ist die Mitgliederversammlung des Vereins, die sogenannte Jahresversammlung. Dabei treffen sich jedes Jahr Hunderte Mitglieder an wechselnden Orten und bestimmen die inhaltliche und strukturelle Entwicklung von Amnesty in Deutschland. Auf der Jahresversammlung wird auch der ehrenamtliche Vorstand für jeweils zwei Jahre gewählt.

Der Vorstand ist unter anderem für die Umsetzung der Vereinsbeschlüsse zuständig, er kontrolliert die Arbeit der hauptamtlich tätigen Mitarbeitenden und setzt den Generalsekretär oder die Generalsekretärin sowie die Geschäftsführung der deutschen Sektion ein. Im Sekretariat in Berlin arbeiten rund 70 Teil- und Vollzeitkräfte. Hier werden nationale und globale Kampagnen zu Menschenrechtsanliegen geplant, inhaltlich-programmatische Aufgaben umgesetzt, Formate für Menschenrechtsbildung entwickelt, administrative Aufgaben erledigt, Beschlüsse des Vorstandes und der Jahresversammlung umgesetzt und Materialien vorbereitet. Auch für die Öffentlichkeitsarbeit und Kontakte zu wichtigen Personen aus Politik und Gesellschaft ist das Sekretariat zuständig.

Die Geschäftsleitung bilden die Generalsekretärin Dr. Julia Duchrow, der stellvertretende Generalsekretär Christian Mihr, die Geschäftsleiterin Movement Building Nadja Malak sowie die Kaufmännische Geschäftsleiterin Judith Vitt. Das vierköpfige Team verantwortet gemeinschaftlich alle operativen Führungsaufgaben. Die Generalsekretärin vertritt die deutsche Amnesty-Sektion nach außen in allen inhaltlichen und politischen Fragen und auf internationaler Ebene.

Geschäftsleitung

Porträtfoto von Julia Duchrow, die die Kamera lächelt

Dr. Julia Duchrow ist seit dem 1. November 2023 Generalsekretärin und Mitglied der Geschäftsleitung von Amnesty International in Deutschland.

Bis zu ihrer Rückkehr zu Amnesty International im Jahre 2019 hat die promovierte Juristin acht Jahre das Referat Menschenrechte und Frieden bei Brot für die Welt geleitet. Dem war eine zehnjährige Tätigkeit als asylpolitische Referentin von Amnesty International vorausgegangen. Sie ist gewähltes Mitglied des Koordinierungskreises des Forum Menschenrechte und war Mitglied u.a. im Verwaltungsrat der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (2017 bis 2022), im Kuratorium des Deutschen Instituts für Menschenrechte (2016 bis 2020) sowie im Beirat Zivile Krisenprävention im Auswärtigen Amt (2015 bis 2018).

Das Bild zeigt das Porträtbild eine Mannes

Christian Mihr ist seit dem 1. Februar 2024  Stellvertretender Generalsekretär und für die menschenrechtliche Wirkungssteuerung (Human Rights Impact) zuständig. 

Mihr ist seit 2012 Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen in Deutschland. In dieser Zeit war er Mitgründer und Ko-Initiator des JX Fund (European Fund for Media in Exile) sowie Mitgründer des "F5-Bündnis" für eine gemeinwohlorientierte Digitalpolitik. Zuvor war er unter anderem als Redaktionsleiter von euro|topics und Leiter medienpolitischer Projekte bei n-ost Netzwerk für Osteuropa-Berichterstattung sowie als Journalismus-Dozent für die Robert Bosch Stiftung in Rostow am Don in Russland tätig. Mihr hat Journalistik, Lateinamerikanistik und Politikwissenschaft an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und der Universidad de Santiago de Chile studiert.

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Nadja Malak ist seit dem 1. Februar 2024 Geschäftsleiterin Movement Building und verantwortet die Bereiche Fundraising und Activism. 

Sie ist seit 2009 bei SOS-Kinderdörfer in führenden Positionen tätig, zuletzt als Bereichsleiterin Unternehmenspartner & Innovationen. Zuvor war Malak Bereichsleiterin Marketing und Kommunikation beim Bayerischen Roten Kreuz, war bei CARE u.a. für Großspenden, Stiftungen und Nachlässe zuständig, baute von 1999 bis 2001 das Fundraising-Programm bei Amnesty International in Deutschland aus und arbeitete als Leiterin Sonderaktionen bei der Deutschen Welthungerhilfe. Malak ist Diplom-Übersetzerin für Arabisch und Diplom-Entwicklungspolitologin.

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Judith Vitt verantwortet seit dem 1. November 2023 als kaufmännische Geschäftsleiterin die Arbeitsbereiche Finanzen und Personal.

Sie war zuvor als Leiterin Finanzen & Prozesse/Organisation bei der Agora Digitale Transformation gGmbH für den Aufbau der Geschäftsstelle mit allen Kern- und Unterstützungsprozessen zuständig. Von 2009 bis 2022 war sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. tätig, zuletzt als Verwaltungsleiterin. Davor war sie Beraterin für Nachhaltiges Lieferkettenmanagement und Social Audits/Capacity Building bei der Systain Consulting GmbH (Otto Group). Judith Vitt hat Politikwissenschaft, Geschichte und Öffentliches Recht an der WWU Münster und der Universität Wien studiert.

Der Ehrenamtliche Vorstand

Die Amnesty-Kerze in schwarz vor gelbem Hintergrund

Der Vorstand ist das höchste ehrenamtliche Gremium der deutschen Amnesty-Sektion. Er wird alle zwei Jahre von den Mitgliedern während der Jahresversammlung gewählt. Er ist für die Umsetzung von Beschlüssen zuständig und legt der Jahresversammlung wichtige Anträge wie das Budget und den Schwerpunktplan zur Beschlussfassung vor. Der Vorstand und die einzelnen Vorstandsmitglieder kontrollieren die Arbeit des Sekretariats und vertreten die Sektion durch den geschäftsführenden Vorstand auch gesetzlich. Durch die Vorstandssprecherin und die Delegation zum Internationalen Rat stellt der Vorstand die Beteiligung der deutschen Sektion innerhalb der internationalen Organisation sicher.

Der Gesamtvorstand der deutschen Sektion von Amnesty International wurde zuletzt auf der Jahresversammlung 2023 gewählt.

Porträt von Wassily Nemitz, der in die Kamera lächelt und vor einer Wiesenlandschaft steht.

Wassily Nemitz
Vorstandssprecher

Geboren 1993 in Köln. Nach seinem Studium der Politikwissenschaft an der Technischen Universität Dresden war Wassily Nemitz zunächst im Bereich Migration/Integration eines Wohlfahrtsverbandes tätig.  Seit 2019 ist er im mittleren Management eines international tätigen Unternehmens in der Mobilitätsbranche beschäftigt. Mitglied bei Amnesty wurde er 2006 und ist seitdem aktives Mitglied - unter anderem hat er sich als Bezirkssprecher in Sachsen und Mitglied des Lenkungskreises der Mitgliederkonferenz engagiert.

Porträt von Stephan Heffner, der in die Kamera lächelt und vor einem schwarzen Hintergrund steht.

Stephan Heffner
stellvertretender Vorstandssprecher

Stephan Heffner, geboren 1968 in Papenburg, arbeitet als IT Spezialist für Investigativen Journalismus in der SPIEGEL-Gruppe in Hamburg. Hat 1984 als Schüler den Weg zur Amnesty Gruppe in Papenburg gefunden und ist nach Stationen in Braunschweig, München und Hamburg nun wohnhaft in Hollenstedt, Niedersachsen und Mitglied der Gruppe Buchholz in der Nordheide. In seiner bisherigen Arbeit für Amnesty hat er als Sprecher der Fachkommission Internet sowie als Teil der Marvel-Programmleitung die deutsche Sektion in eine zunehmend digitalisierte Zukunft begleitet und wird diese Arbeit als stellvertretender Vorstandssprecher auch zukünftig in neuer Funktion fortsetzen.

Porträt von Andreas Schwantner, der in die Kamera lächelt und von einem Wald umgeben ist.

Andreas Schwantner
Vorstandsmitglied für Finanzen

Andreas Schwantner, geboren 1960 in Frankfurt/Main, Ausbildung im Studienzentrum der Finanzverwaltung und Justiz Rotenburg a. d. Fulda zum  Finanzwirt und Großbetriebsprüfer, seit 1989 ehrenamtlich tätig bei Amnesty, insbesondere mit Schwerpunkt Flüchtlingsrecht und Flüchtlingspolitik (Mitglied der Fachkommission Asyl seit 1999 bis heute), aber u.a. auch Mitglied in der Themenkommission Polizei (sowie der früheren FK Polizeirecherche), von 2008 bis 2018 Kassenprüfer der deutschen Amnesty-Sektion gewesen, von 2012 bis 2020 geschäftsführendes Vorstandsmitglied für Finanzen bei der Organisation PRO ASYL.

Porträt von Lisa Nöth, die in die Kamera lächelt und vor einer weißen Wand steht.

Lisa Nöth
Vorstandsmitglied für Länder- und Themenarbeit

Lisa Nöth, Jahrgang 1988, studierte Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Internationale Konflikt- und Friedensforschung in Deutschland und Schottland. Nach ihrem Studium kam sie als Praktikantin zu Amnesty International Deutschland und engagierte sich dann in der Nigeria-Kogruppe, in der Fachkommission Internet und als Landeslobbybeauftragte für Berlin. 

Seit 2018 leitet sie als Vorständin ein Berliner IT-Unternehmen. 

Porträtbild eines jungen Mannes mit Brille, der in die Kamera lächelt

Florian Oswald
Vorstandsmitglied für Öffentlichkeitsarbeit

Geboren 1989 in Oschatz. Florian Oswald studierte Physik, Politikwissenschaften und Moderne Süd- und Südostasienstudien in Dresden und Berlin. Seit mehreren Jahren ist er in leitender Funktion für einen Telefon-Fundraising-Dienstleister tätig. Zu Amnesty kam Florian Oswald 2008 in Dresden. Er engagierte sich zunächst bei lokalen Aktionen und Veranstaltungen der Hochschulgruppen sowie regional im Bezirk Berlin-Brandenburg und später für die bundesweiten Jugendstrukturen von Amnesty Deutschland. Darüber hinaus war Florian Oswald zuletzt in verschiedenen Fachgremien tätig.

 

Porträtbild einer Frau

Wiebke Buth
Vorstandsmitglied für Menschenrechtsbildung, Ehrenamtliches Engagement und Mitgliedertraining

Wiebke Buth, geboren 1976 in Bochum, Lehramtstudium der Fächer Musik, Englisch und Philosophie in Oldenburg, Hannover und Amsterdam. Arbeitet als Lehrerin an einem Gymnasium in Minden. Seit 2004 Mitglied bei Amnesty International und seit 2016 schwerpunktmäßig aktiv in den Bereichen Menschenrechtsbildung und Mitgliedertraining, von 2018 bis 2021 Sprecherin der Sektionskoordinationsgruppe Menschenrechtsbildung und Training. 

Wolfgang Grenz, Vorstandsmitglied für Flüchtlingsschutz der deutschen Amnesty-Sektion

Wolfgang Grenz
Vorstandsmitglied für Flüchtlinge

Geboren 1947 in Lützen bei Leipzig, Schulbesuch und Studium in Köln, 2. juristisches Staatsexamen 1978 in NRW. Von 1979 bis 2013 hauptamtlicher Mitarbeiter im Sekretariat der deutschen Sektion von Amnesty International mit Schwerpunkt Flüchtlingsrecht und Flüchtlingspolitik. Von 2000 bis 2011 Leiter der Abteilung Länder, Themen und Asyl. Von 2011 bis 2013 Generalsekretär. Seit 2013 ehrenamtliches Mitglied der Fachkommission Asyl.

Amnesty-Logo: Kerze umschlossen von Stacheldraht.

Das Amt "Vorstandsmitglied für ehrenamtliches Engagement" ist derzeit unbesetzt.