Amnesty International in Deutschland

Menschenmenge feiert vor Brandenenburger Tor mit Luftballons, Bus und Schildern

Aktion zum 50. Gründungstag von Amnesty International am 28. Mai 2011 vor dem Brandenburger Tor in Berlin

Amnesty in Deutschland – das sind mehr als 150.000 Menschen, die sich für den Schutz der Menschenrechte einsetzen. Gegründet wurde die deutsche Sektion von Amnesty 1961 unter anderem von der Journalistin Carola Stern und dem Journalisten Gerd Ruge.

Amnesty bietet allen, die sich für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzen wollen, vielfältige Möglichkeiten: In Deutschland gibt es rund 650 Amnesty-Gruppen  – darunter sind auch etwa 90 Schüler- und 66 Hochschulgruppen. Sie treffen sich regelmäßig, um Menschenrechtsthemen zu bearbeiten, Mahnwachen, Infostände und andere Veranstaltungen zu organisieren und Petitionsunterschriften zu sammeln.

Außerdem gibt es rund 70 Koordinationsgruppen, Kogruppen genannt, die zu verschiedenen Ländern (z. B. Myanmar oder Russland) oder Themen (z. B. Meinungsfreiheit) arbeiten. Diese ehrenamtlichen Expertinnen und Experten sind maßgeblich für unsere inhaltliche Arbeit und vertreten Amnesty oft nach außen, wenn es um ein bestimmtes Thema oder Land geht. Sie stehen in engem Kontakt mit den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Sekretariat in Berlin und im Internationalen Sekretariat in London.

Als Verein ist Amnesty in Deutschland basisdemokratisch organisiert: Jedes Mitglied hat eine Stimme und kann sich einbringen. Denn nur gemeinsam mit vielen Gleichgesinnten, können wir etwas für die Menschenrechte erreichen.

Das höchste Entscheidungsgremium ist die Mitgliederversammlung des Vereins, die sogenannte Jahresversammlung. Dabei treffen sich jedes Jahr Hunderte Mitglieder an wechselnden Orten und bestimmen die inhaltliche und strukturelle Entwicklung von Amnesty in Deutschland. Auf der Jahresversammlung wird auch der ehrenamtliche Vorstand für jeweils zwei Jahre gewählt.

Der Vorstand ist unter anderem für die Umsetzung der Vereinsbeschlüsse zuständig, er kontrolliert die Arbeit der hauptamtlich tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und setzt den Generalsekretär oder die Generalsekretärin sowie die Geschäftsführung der deutschen Sektion ein. Im Sekretariat in Berlin arbeiten rund 70 Teil- und Vollzeitkräfte. Hier werden nationale und globale Kampagnen zu Menschenrechtsanliegen geplant, inhaltlich-programmatische Aufgaben umgesetzt, Formate für Menschenrechtsbildung entwickelt, administrative Aufgaben erledigt, Beschlüsse des Vorstandes und der Jahresversammlung umgesetzt und Materialien vorbereitet. Auch für die Öffentlichkeitsarbeit und Kontakte zu wichtigen Personen aus Politik und Gesellschaft ist das Sekretariat zuständig.

Die Geschäftsleitung bilden der Generalsekretär Markus N. Beeko und die Geschäftsführerin Lanna Idriss. Die Geschäftsführerin ist für den organisatorischen Geschäftsbereich zuständig. Der Generalsekretär vertritt die deutsche Amnesty-Sektion in inhaltlichen und politischen Fragen gegenüber politischen Entscheiderinnen und Entscheidern und innerhalb der internationalen Strukturen von Amnesty.

Zum hauptamtlichen Führungsteam des deutschen Amnesty-Sekretariats zählen neben dem Generalsekretär und der Geschäftsführerin die Bereichsleitungen der Abteilung Kampagnen und Kommunikation, der Abteilung Politik und Activism sowie der Abteilung Finanzen und Organisation.

Geschäftsleitung und Management

Porträtfoto von Markus N. Beeko

Markus N. Beeko ist seit dem Jahr 2016 Generalsekretär von Amnesty International in Deutschland.

Der gebürtige Kölner ist seit 2004 für Amnesty in Führungsfunktionen in Deutschland und weltweit aktiv. Er ist u.a. Mitglied im "Global Management Team", welches den internationalen Generalsekretär berät, und leitet die internationale Steuerungsgruppe zu "Menschenrechten im digitalen Zeitalter".

Porträtfoto von Lanna Idriss, die in einem Flur steht mit verschränkten Armen an eine Wand gelehnt und in die Kamera lächelt

Lanna Idriss ist seit 2019 Geschäftsführerin von Amnesty International in Deutschland.

Nach dem Studium der Politologie, der Islamwissenschaften und des Verwaltungsrechts sowie der Wirtschaftswissenschaften an internationalen Universitäten, sammelte die gebürtige Hamburgerin Erfahrungen in verschiedenen Leitungsaufgaben bei deutschen Banken und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Sie saß viele Jahre in Stiftungsvorständen und ist Mitbegründerin von u.a. #Gyalpa e.V., #FLAX und #wirmachendas.

Bettina Müller, Abteilungsleiterin Kampagnen und Kommunikation

Bettina Müller leitet seit 2016 die Abteilung Kampagnen und Kommunikation bei Amnesty International in Deutschland. Zu ihren Aufgaben gehört auch der Bereich Wachstum, Bindung, Service.

Auf globaler Amnesty-Ebene arbeitet sie im "Campaigns Management Team" und in der "Global Comms Group" mit.

Zuvor arbeitete die Kulturwissenschaftlerin in verschiedenen Kommunikationsagenturen und unterschiedlichen Non-Profit-Organisationen.

Porträtfoto von Julia Duchrow, die in einem Flur steht und in die Kamera lächelt

Dr. Julia Duchrow ist seit 2019 Leiterin der Abteilung Politik und Activism bei Amnesty International in Deutschland.

Zuvor hat die promovierte Völkerrechtlerin acht Jahre das Referat Menschenrechte und Frieden bei Brot für die Welt geleitet. Dem war eine zehnjährige Tätigkeit als asylpolitische Referentin von Amnesty International in Deutschland vorausgegangen.

Sie ist Mitglied des Koordinierungskreises des Forum Menschenrechte sowie stellvertretendes deutsches Mitglied im Verwaltungsrat der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA). Bis zum 1. Juni 2020 war sie stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums des Deutschen Instituts für Menschenrechte.

Portätfoto von Sebastian Lepper

Sebastian Lepper ist seit 2017 bei Amnesty International in Deutschland und Leiter der Abteilung Finanzen und Organisation.

Zuvor hat sich der Diplom-Kaufmann in Singapur zwei Jahre mit internationalen Finanzen und der Durchführung von Projekten beschäftigt. Dem ging eine sechsjährige Tätigkeit beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft voraus, wo der gebürtige Hesse mit der Position des Abteilungsleiters Finanzen und Interne Services betraut war.

Der Ehrenamtliche Vorstand

Gruppenfoto mit sieben Personen

Der Vorstand ist das höchste ehrenamtliche Gremium der deutschen Amnesty-Sektion. Er wird alle zwei Jahre von den Mitgliedern während der Jahresversammlung gewählt. Er ist für die Umsetzung von Beschlüssen zuständig und legt der Jahresversammlung wichtige Anträge wie das Budget und den Schwerpunktplan zur Beschlussfassung vor. Der Vorstand und die einzelnen Vorstandsmitglieder kontrollieren die Arbeit des Sekretariats und vertreten die Sektion durch den geschäftsführenden Vorstand auch gesetzlich. Durch die Vorstandssprecherin und die Delegation zum Internationalen Rat stellt der Vorstand die Beteiligung der deutschen Sektion innerhalb der internationalen Organisation sicher.

Der Gesamtvorstand der deutschen Sektion von Amnesty International wurde zuletzt auf der Jahresversammlung 2019 in Stuttgart gewählt.

Gabriele Stein, Vorstandssprecherin der deutschen Amnesty-Sektion

Gabriele Stein
Vorstandssprecherin

Geboren 1956 in Aachen, Mathematikerin, momentan tätig als freiberufliche Managementberaterin, vorher IT-Leiterin und Geschäftsführerin in einem internationalen Unternehmen. Sie ist seit Anfang der 1980er Jahre bei Amnesty International aktiv, unter anderem in Länderkoordinationsgruppen (Malaysia, Kuba) und Themenkoordinationsgruppen (Menschenrechtsverletzungen an Frauen, Verschwundene) und als Regionalbeauftragte für Asien. Gabriele Stein war Mitglied im Bezirksteam Aachen und in den 1990er Jahren mehrmals ICM-Delegierte und geschäftsführender Vorstand für Finanzen und Länder.

Florian Stritzke
stellvertretender Vorstandssprecher

Florian Stritzke, geboren 1993 in Mainz, studiert Humanmedizin an der TU in München und forscht an Immuntherapien gegen Krebs. Seit Beginn seines Studiums war er in der Münchner Hochschulgruppe, als Hochschulreferent des Bezirks und zuletzt für die Fachkommissionen Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliedschaft des Vorstands tätig. In seiner bisherigen Arbeit für Amnesty haben ihn insbesondere die Themen Asyl, Persönlichkeitsrechte sowie die Auseinandersetzung mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit geprägt.

Roland Vogel, Vorstandsmitglied für Finanzen der deutschen Amnesty-Sektion

Roland Vogel
Vorstandsmitglied für Finanzen

1960 in Kronau (Baden) geboren. Von Beruf Elektroniker und seit 1992 im EDV-Bereich freiberuflich tätig. Amnesty-Mitglied seit 1979 in der Gruppe Wiesloch und im Bezirk Rhein-Neckar. Mehrfach Gruppen- und Bezirkssprecher, seit mehreren Jahren Kassenwart der Gruppe und Finanzreferent des Bezirks. 1993-95 im Vorstand zuständig für Mitgliedschaft. Vorstandsreferent für Finanzen und Mitglied des geschäftsführenden Vorstands seit Mai 2005.

Wolfgang Grenz
Vorstandsmitglied für Flüchtlinge

Geboren 1947 in Lützen bei Leipzig, Schulbesuch und Studium in Köln, 2. juristisches Staatsexamen 1978 in NRW. Von 1979 bis 2013 hauptamtlicher Mitarbeiter im Sekretariat der deutschen Sektion von Amnesty International mit Schwerpunkt Flüchtlingsrecht und Flüchtlingspolitik. Von 2000 bis 2011 Leiter der Abteilung Länder, Themen und Asyl. Von 2011 bis 2013 Generalsekretär. Seit 2013 ehrenamtliches Mitglied der Fachkommission Asyl.

Thomas Müßel
Vorstandsmitglied für ehrenamtliches Engagement

Geboren 1970 in Hannover. Thomas Müßel ist ausgebildeter Krankenpfleger und hat mehrere Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Berufsbegleitend absolvierte er eine Weiterbildung zur Lehrkraft für Pflege und ein Soziologiestudium. Seit 2000 unterrichtet er Auszubildende in der Gesundheits- und Krankenpflege. Nachdem er mehrere Jahre in der Umweltbewegung aktiv war, engagiert er sich seit 2008 in verschiedenen Gremien bei Amnesty. Thomas Müßel lebt mit seiner Frau und zwei seiner fünf Kinder in Hannover, drei Kinder sind bereits ausgezogen.

Dr. Mathias John
Vorstandsmitglied für Länder- und Themenarbeit

Mathias John, Jahrgang 1957, hat Chemie mit Schwerpunkt Biochemie studiert und arbeitet nach längerer Forschungstätigkeit seit Ende der 1990er Jahre in leitender Position in der akademischen Verwaltung der medizinischen Fakultät in Berlin. Er arbeitet seit 1980 ehrenamtlich bei Amnesty International, vor allem zu menschenrechtlicher Verantwortung von Unternehmen und zu Rüstungstransferkontrollen. Dabei war er maßgeblich an den globalen Amnesty-Kampagnen für einen internationalen Waffenhandelsvertrag beteiligt und hat als ehrenamtlicher Rüstungsexperte an zahlreichen Untersuchungen und Berichten mitgearbeitet. Mathias John war von 2007 bis 2016 gewählter Vertreter von Nichtregierungsorganisationen im Lenkungskreis des Deutschen Global Compact Netzwerkes. Er wurde im Mai 2015 in den Amnesty-Vorstand gewählt und ist dort zuständig für die Länder- und Themenarbeit der deutschen Sektion.

Jessica Böhner, Vorstandsmitglied für Öffentlichkeitsarbeit der deutschen Amnesty-Sektion

Jessica Böhner
Vorstandsmitglied für Öffentlichkeitsarbeit

1973 in Düsseldorf geboren, lebt in Köln und arbeitet in einer Kanzlei für Marken- und Medienrecht. Studierte Rechtswissenschaften mit Schwerpunkt Völker- und Europarecht in Deutschland, Großbritannien und Frankreich. Sie ist seit 1996 Mitglied bei Amnesty International und war 2012 bis 2015 Aktionsreferentin für den Kölner Bezirk sowie 2014 bis 2015 berufenes Mitglied der Fachkommission Öffentlichkeitsarbeit.