Aktuell Erfolg Urgent Action 27. Dezember 2021

Urgent-Actions-Erfolge Oktober bis Dezember 2021

Portraitfoto eines Mannes draussen, er trägt eine graue Mütze und trägt einen grauen Hoodie mit einer schwarzen Veste darüber. Er schaut ernst in die Kamera.

Dem ivorischen Arbeitsmigranten Mamadou Konaté drohte die Abschiebung aus Kanada. Im November 2021 wurde sie ausgesetzt.

Auch im vierten Quartal 2021 haben sich wieder Tausende Menschen an unseren Urgent Actions beteiligt. Dank eures Einsatzes konnten wir dazu beitragen, dass Menschen aus der Haft freigelassen, Abschiebungen ausgesetzt und unschuldig angeklagte Menschen freigesprochen wurden. Vielen Dank für Euer Engagement und eure Hilfe! Hier findet ihr eine kleine Auswahl unserer Erfolge.

KANADA – ABSCHIEBUNG AUSGESETZT!

Mamadou Konaté, ein Arbeitsmigrant aus Côte d'Ivoire, sollte am 19. November abgeschoben zu werden. Am 17. November gab ein Richter jedoch bekannt, dass die Abschiebung ausgesetzt wird. Mamadou Konaté lebt seit sechs Jahren in Kanada und arbeitete während der Corona-Pandemie in Gesundheitseinrichtungen als Hausmeister. Er infizierte sich am Arbeitsplatz mit Covid-19. 2020 starteten die Regierungen Kanadas und der kanadischen Provinz Quebec Programme, um Asylsuchenden, die während der Pandemie im Gesundheitswesen arbeiteten, eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung zu gewähren. Diese Programme diskriminieren jedoch bestimmte Berufsgruppen des Gesundheitswesens, wie beispielsweise Reinigungskräfte. (UA-115/2021)

NEPAL – ENDLICH MEHR IMPFSTOFF

In Nepal herrschte eine gefährliche Impfstoffknappheit, wodurch mindestens 1,4 Millionen Menschen mehr als fünf Monate auf die zweite Impfdosis gegen Covid-19 warten mussten. Sie hatten zwischen dem 7. und 15. März 2021 die erste Dosis des Oxford/AstraZeneca-Impfstoffs erhalten. Nun konnten die benötigten Impfdosen dank einer weltweiten Mobilisierung nach Nepal geliefert werden. Japan hat 1,6 Millionen Impfdosen bereitgestellt, Bhutan 230.000 und Großbritannien 130.000 Dosen. (UA-071/2021)

Das Bild zeigt eine Nahaufnahmen von vier Fläschchen mit Impfstoff gegen das Coronavirus.

Impfstoffe gegen das Corona-Virus müssen weltweit zur Verfügung stehen.

INDONESIEN – PRÄSIDENT GEWÄHRT DOZENTEN AMNESTIE

Saiful Mahdi wurde am 13. Oktober freigelassen. Der Universitätsdozent war wegen einer WhatsApp-Nachricht der "Verleumdung" schuldig gesprochen worden. Er hätte nicht einen einzigen Tag hinter Gittern verbringen dürfen, denn er war nur inhaftiert, weil er sein Recht auf freie Meinungsäußerung friedlich ausgeübt hatte. (UA-076/2021)

RUSSLAND – USBEKIN FREIGELASSEN

Die Menschenrechtsverteidigerin Valentina Chupik wurde aus der Haft am Moskauer Flughafen Scheremetjewo entlassen und konnte am 2. Oktober nach Armenien fliegen. Die russischen Behörden hatten sie seit dem 25. September in der Transithalle des Flughafens festgehalten, weil ihr der Flüchtlingsstatus in Russland entzogen worden war. Ihr drohte die Abschiebung nach Usbekistan, wo sie der Gefahr von Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt gewesen wäre. (UA-102/2021)

Portraitfoto einer Frau auf schwarzem Grund. Die Frau hat helle, zusammengenommene Haare, blaue Augen und sie trägt einen dunkelblauen Rollkragenpullover.

Die usbekische Menschenrechtsverteidigerin Valentina Chupik

TÜRKEI – 259 TAGE VERMISST, NUN IM GEFÄNGNIS „AUFGEFUNDEN“

Hüseyin Galip Küçüközyiğit galt seit dem 29. Dezember 2020 als vermisst. Erst im Oktober 2021 wurde bekannt, dass sich der ehemalige Rechtsberater des Premierministeriums im Gefängnis Sincan in der Nähe von Ankara befand. Trotz der Bemühungen seiner Tochter, ihn zu finden, blieb sein Aufenthaltsort 259 Tage lang unbekannt. Amnesty geht davon aus, dass er dem Verschwindenlassen zum Opfer gefallen war. (UA-011/2021)

Hüseyin Galip Küçüközyiğit und seine rechts neben ihm stehende Tochter umarmen sich und blicken in die Kamera. Sie stehen allein in einem breiten, hell erleuchteten Flur in einem Einkaufszentrum oder einem Flughafen.

Der ehemalige Rechtsberater des türkischen Premierministeriums Hüseyin Galip Küçüközyiğit mit seiner Tochter

LIBANON – SYRISCHE FLÜCHTLINGE FREI

Die libanesischen Behörden haben die syrischen Geflüchteten Ahmad Al Waked und Tarek Al A'lo am 13. Oktober und Fares Al Zo'bi am 22. Oktober freigelassen. Die drei Männer befanden sich seit September in Haft ohne Kontakt zur Außenwelt und waren von der Abschiebung nach Syrien bedroht. (UA-101/2021)

TÜRKEI – PRIDE-TEILNEHMER_INNEN FREIGESPROCHEN

Ein Gericht in der türkischen Hauptstadt Ankara hat am 8. Oktober 18 Studierende und ein Mitglied des Lehrpersonals freigesprochen. Sie standen unter Anklage, weil sie im Mai 2019 an einer Pride-Parade auf dem Campus ihrer Uni teilgenommen hatten. (UA-144/2019)

Das Bild zeigt eine Gruppe von Menschen, die in die Kamera schauen, einige haben LGBTI-Flaggen dabei

Die 19 in der Türkei angeklagten Pride-Teilnehmer_innen und ihre Unterstützer_innen nach dem Freispruch am 8. Oktober 2021

INDONESIEN – UMWELTAKTIVISTEN FREI

Syamsul und Samsir Bahri, Vater und Sohn aus einer kleinbäuerlichen Gemeinschaft in der Provinz Nordsumatra, sind nicht mehr in Gefahr inhaftiert zu werden. Ein Berufungsgericht der Provinz bestätigte die Entscheidung einer unteren Instanz, die Männer wegen Körperverletzung zu vier Monaten auf Bewährung zu verurteilen. Die Staatsanwaltschaft hatte eine wesentlich höhere Strafe gefordert. Amnesty geht davon aus, dass die Männer wegen ihres Engagements für den Umweltschutz inhaftiert wurden und daher nie hätten verurteilt werden dürfen. Sumiati Surbakti, Direktorin der Stiftung Srikandi Lestari und Mitglied des juristischen Teams der beiden Männer, bedankte sich bei Amnesty für die unermüdliche Unterstützung. (UA-023/2021)

GUINEA – AKTIVIST FREIGELASSEN

Oumar Sylla wurde am 7. September aus dem Gefängnis von Conakry freigelassen. Im Zuge des Militärputsches am 5. September 2021 hatten die neuen Machthaber_innen die Generalstaatsanwaltschaft angewiesen, seine Freilassung zu veranlassen. Der Demokratie-Aktivist war am 29. September 2020 in der guineischen Hauptstadt Conakry festgenommen und inhaftiert worden. Am 10. Juni 2021 hatte ihn das Berufungsgericht von Conakry wegen "Kommunikation und Verbreitung von falschen Informationen", "Gewalt" und "Morddrohung" zu drei Jahren Gefängnis verurteilt – allein wegen seines friedlichen Aktivismus. (UA-154/2020)

Portraitfoto eines dunkelhäutigen Mannes, er trägt eine schwarze Brille, eine Mütze und ein violett-lila gemustertes Hemd und schaut ernst in die Kamera

Der Demokratieaktivist Oumar Sylla (auch bekannt als Foniké Mengué) aus Guinea

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