Russlands Angriff auf die Ukraine: 12 Jahre Krieg, 12 Jahre Kriegsverbrechen
Ein Feuerwehrmann nach einem Rettungseinsatz in der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw, nachdem die russische Armee ein Wohngebäude angegriffen hatte (23. November 2022).
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Am 24. Februar jährt sich der offene Angriff Russlands gegen die Ukraine zum vierten Mal. Der Krieg aber dauert bereits zwölf Jahre – er begann 2014 mit der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim.
Im Winter 2025/26 bleibt Russlands Angriffskrieg ein systematischer Angriff auf die ukrainische Zivilbevölkerung. Amnesty International verurteilt die russischen Angriffe auf die zivile Infrastruktur, auf Energieversorgung und Wohngebiete als Kriegsverbrechen. In den besetzten Gebieten begehen russische Behörden massive Menschenrechtsverletzungen. Zivilpersonen, darunter auch Kinder, werden verschleppt.
Amnesty International kritisiert zudem, dass ukrainische Kriegsgefangene und Zivilist*innen in russischer Gefangenschaft gefoltert, misshandelt und verschwinden gelassen werden. Diese Handlungen stellen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit dar.
Ein Bild der Zerstörung: Das ukrainische Dorf Sofijiwska Borschtschahiwka nach einem russischen Luftangriff (22. Februar 2026).
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Julia Duchrow, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland, fordert:
"Ohne Rechenschaft für begangene Verbrechen wird es keine Gerechtigkeit geben. Seit 2023 gibt es einen internationalen Haftbefehl gegen Präsident Putin. Angesichts der ständigen Drohungen und Angriffe gegen den Internationalen Strafgerichtshof muss die deutsche Bundesregierung alles unternehmen, um die internationale Gerichtsbarkeit zu verteidigen und zu stärken."
Rettungskräfte führen in der ukrainischen Stadt Charkiw eine Frau aus einem Gebäude, das von einer russischen Drohne getroffen wurde (19. November 2025).
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Kälte als Waffe: Terror gegen die Zivilbevölkerung
Bei -15 Grad und kälter ist das ukrainische Energiesystem in den vergangenen Monaten intensiven russischen Luftangriffen ausgesetzt. Wärmekraftwerke, Umspannwerke und kritische Übertragungsknotenpunkte gehörten zu den Hauptangriffszielen. Die Aufrechterhaltung der Energie- und Wärmeversorgung während der kalten Jahreszeit ist erheblich beeinträchtigt.
Eine Frau geht in der ukrainischen Stadt Kostjantyniwka durch den Schnee zwischen zwei Wohngebäuden, die durch russische Angriffe zerstört wurden (28. Dezember 2025).
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Folter und Verschwindenlassen
Amnesty International hat 2025 dokumentiert, wie ukrainische Kriegsgefangene und Zivilist*innen in russischer Gefangenschaft von russischen Behörden über längere Zeit ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten, gefoltert, misshandelt und verschwinden gelassen werden. Diese Handlungen stellen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit dar.
Die russischen Behörden haben internationalen Hilfsorganisationen, darunter dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (IKRK), den Zugang zu ukrainischen Kriegsgefangenen verweigert bzw. stark eingeschränkt. Dadurch sind die Kriegsgefangenen einem höheren Risiko ausgesetzt, gefoltert oder misshandelt zu werden.
Fotos von Personen, die seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges vermisst werden in der Ukraine (Aufnahme vom Mai 2024 im Zimmer einer Hilfsorganisation in der Stadt Pokrowsk).
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Verbrechen gegen die Menschlichkeit in besetzten Gebieten
In den von Russland besetzten Gebieten der Ukraine hat Amnesty schwere Verstöße dokumentiert. Nach Beginn der offenen Großinvasion 2022 wurden wiederholt Zivilpersonen, darunter auch Kinder, aus besetzten Gebieten unter Zwang nach Russland verschleppt. Russland macht sich hier Kriegsverbrechen und mutmaßlich Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig. Auch das Recht auf Bildung wird in den besetzten Gebieten massiv verletzt. Kinder werden indoktriniert und Lehrkräfte genötigt, mit den Besatzungsbehörden zusammenzuarbeiten.
"Bringt unsere Kinder zurück": Demonstrierende fordern in London die Rückkehr aller ukrainischen Kinder, die von Russland entführt wurden (1. Juni 2025).
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Forderungen von Amnesty International
Amnesty appelliert an die internationale Gemeinschaft und auch die Bundesregierung, alles zu tun, um Gerechtigkeit für die Opfer und Überlebenden von Aggression und anderen Verbrechen nach internationalem Recht zu erreichen. Angesichts laufender diplomatischer Verhandlungen begrüßt Amnesty International jede glaubwürdige Aussicht auf ein Ende des russischen Angriffskrieges.
Dabei müssen jedoch menschenrechtliche Prinzipien und die Rechte der Betroffenen an erster Stelle stehen. Alle verschleppten Zivilpersonen müssen zurückgeführt werden und unrechtmäßig festgehaltene ukrainische Gefangene freigelassen werden.
Amnesty International dokumentiert seit 2014 Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der Ukraine. Mehr Informationen zur Ukraine gibt es auf amnesty.de/ukraine
Ein Recherche-Team von Amnesty International dokumentierte im Jahr 2015 diese Schäden in einem zerstörten Haus in der ostukrainischen Stadt Donezk.
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