Aktuell Ukraine 12. Februar 2026

Ukraine: Russische Angriffe auf Energieversorgung haben brutale Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung

Das Foto zeigt einen Feuerwehrmann mit Wasserschlauch vor einem Gebäude, das lichterloh in Flammen steht.

Löscharbeiten in der ukrainischen Stadt Charkiw nach einem russischen Luftangriff auf ein Elektrizitätswerk (23. November 2025)

Sie bringen Tod, Kälte, Dunkelheit und Zerstörung: Mit teilweise hunderten Drohnen und Raketen greift Russland immer wieder systematisch die ukrainische Energieversorgung an. Die Folgen für die Zivilbevölkerung sind verheerend. Amnesty International hat Aussagen von Zeug*innen gesammelt. Die befragten Zivilpersonen berichten von einem eisigen Winter ohne Heizung, Strom oder fließendes Wasser – während die Bombardierungen unvermindert weitergehen. 

Seit Monaten ist das ukrainische Energiesystem intensiven russischen Luftangriffen ausgesetzt. Vom 25. Oktober 2025 bis zum 15. Januar 2026 hat der ukrainische Sicherheitsdienst mindestens 256 Luftangriffe auf Einrichtungen der Strom- und Wärmeversorgung dokumentiert. Wärmekraftwerke, Umspannwerke und kritische Übertragungsknotenpunkte gehörten zu den Hauptangriffszielen. Dadurch wurde die Aufrechterhaltung einer stabilen Energie- und Wärmeversorgung während der kalten Jahreszeit erheblich beeinträchtigt. 

Die Ukraine hat mehr als die Hälfte seiner Kapazitäten für die Energieerzeugung verloren. Notabschaltungen betreffen bis zu 80 Prozent der Bevölkerung – bei Temperaturen von unter –15 Grad und kälter. Das Ausmaß und das Muster der russischen Luftangriffe im ganzen Land zeigen klar, dass die Energieinfrastruktur der Ukraine systematisch ins Visier genommen wurde. 

"Russland führt nicht nur einen Angriffskrieg, sondern setzt die ukrainische Bevölkerung gezielt extremer Grausamkeit aus", sagt Agnès Callamard, Generalsekretärin von Amnesty International. Die systematischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur zielten darauf ab, Verzweiflung zu verbreiten und die Moral der Menschen zu brechen.

Drei Mäner stützten eine ältere Frau mit Gehstock vor einem zerstörten Gebäude.

Eine ältere Frau wird in der ukrainischen Stadt Kramatorsk aus einem Wohngebäude geführt, das bei einem russischen Luftangriff zerstört wurde (8. Februar 2026).

"Wir befinden uns in einem reinen Überlebensmodus" 

Dutzende Betroffene schilderten Amnesty International, wie sie seit Wochen in eiskalten Wohnungen leben, mit eingefrorenen Leitungen und unterbrochenen Strom- und Telefonverbindungen. Viele greifen zu improvisierten und teils gefährlichen Methoden, um sich zu wärmen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen, die oft isoliert und ohne Unterstützung in ihren Wohnungen zurückbleiben. 

Der Winter 2025/2026 wird von vielen Menschen in der Ukraine als der härteste beschrieben, an den sie sich erinnern können. Seit Russland im Februar 2022 seinen Angriffskrieg gegen die gesamte Ukraine begonnen hat, und insbesondere während der kältesten Monate des Jahres, hat das Muster der russischen Luftangriffe auf die Ukraine deutlich gezeigt, dass Russland versucht, die Energieinfrastruktur der Ukraine zu beschädigen. Damit hat Russland eine weitgehende Unterbrechung der für die Zivilbevölkerung unerlässlichen Versorgungsleistungen verursacht und fügt der ukrainischen Bevölkerung großes Leid zu. Wie es eine Frau aus Kyjiw im Interview mit Amnesty International ausdrückt: "Im Moment befinden wir uns in einem reinen Überlebensmodus." 

Mit Eis überzogene Rohre in einem beschädigten Gebäude

Eis bedeckt geplatzte Rohre in einem Heikraftwerk in der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw nach einem schweren russischen Luftangriff (6. Februar 2026).

Medienberichten zufolge sind 80 Prozent der Ukraine von Notstromausfällen betroffen. Am 25. Januar 2026 waren allein in der Hauptstadt Kyjiw 15 Prozent der Wohngebäude seit etwa dem 9. Januar ohne Heizung. Für viele Menschen, vor allem für die Bewohner*innen mehrstöckiger Wohnhäuser, bedeutet der Stromausfall, dass sie weder heizen können noch fließendes Wasser haben. Und wenn die Stromversorgung wiederhergestellt ist, bleibt die Heizung wegen stark beschädigter Leitungen und Heizungsanlagen abgeschaltet. 

Oleksandr Kharchenko ist der Direktor des ukrainischen Energieforschungszentrums. Er erklärte in einem Medieninterview, dass die Schäden an der ukrainischen Energieinfrastruktur so schwerwiegend sind, dass selbst bei einer vollständigen Beendigung der Feindseligkeiten eine normale Stromversorgung erst in zwei bis drei Jahren wieder möglich wäre. 

Ein einziger Angriff kann Auswirkungen auf hunderttausende Menschen haben 

Mehr als 75 Prozent der ukrainischen Bevölkerung leben in Städten. Die meisten städtischen Gebiete sind kompakte, dichte Wohngebiete, die aus mehrstöckigen Wohnblöcken bestehen. Diese Blöcke sind in der Regel auf große Wärmekraftwerke und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen angewiesen. Die Anlagen erzeugen und liefern Strom, Heizung und Warmwasser für jeweils mehrere hundert, manchmal tausende Wohnungen in mehrstöckigen Wohnblöcken. Diese Wärmekraftwerke sind leichte Ziele in Russlands Krieg gegen die Ukraine, der darauf abzielt, die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verschlechtern. Ein einziger erfolgreicher Angriff betrifft zehn- oder hunderttausende Menschen auf einmal.  

Die russischen Streitkräfte wenden ihre enorme Feuerkraft auch an, um kleinere Stationen, Umspannwerke und kritische Übertragungsknotenpunkte zu zerstören oder außer Gefecht zu setzen. Dies hat sowohl zu lokalen als auch zu systemischen Schäden geführt. 

In Verbindung mit dem strengen Frost in der Ukraine in diesem Winter führte dies dazu, dass die zentralen Heizungsrohre, die die Wohngebäude mit den Heizwerken verbinden, einfroren und platzten. Im Stromnetz gab es nicht nur Unterbrechungen, sondern auch Überspannungen, die Folgeschäden verursachten. 

Das Bild zeigt die Scheinwerfer eines Autos

In die Dunkelheit gebombt: Ein Auto fährt durch die ukrainische Stadt Odessa, in der nach russischen Angriffen auf ein Kraftwerk der Strom ausgefallen ist (22. März 2024).

Attacken auf die Lebensgrundlagen der Zivilbevölkerung 

Das Ausmaß der Not für die Zivilbevölkerung in der Ukraine ist beispiellos. Doch viele Menschen in der Ukraine sprechen trotzdem fast beiläufig über ihre täglichen Nöte und die Realitäten des Krieges, die ihnen ständig die Lebensgrundlage entziehen.

So berichtete Euhenia, eine Journalistin aus Odessa, gegenüber Amnesty International am 16. Januar 2026:

Die Situation ist sicherlich kompliziert. (...) Wir hatten, wie alle anderen auch, (...) bereits im Herbst erhebliche Probleme. Das ist wahrscheinlich in der ganzen Ukraine so. Und (...) natürlich begann der Kälteeinbruch, und der Beschuss wurde immer häufiger. Es gab solche Momente, nicht jeden Tag, aber oft, dass der [Luft-]Alarm fast die ganze Zeit in Betrieb war, weil sie [die Russen] eine [Bombe] nach der anderen abfeuerten und zwei Drohnen etwa jede Stunde.

Zwischen dem 1. und 29. Januar 2026 wurde das ukrainische Energiesystem jeden Tag schwer getroffen, meistens in der Nacht. Unter anderem gab es sechs groß angelegte Angriffe mit Hunderten von präzisionsgelenkten Waffen, darunter Kampfdrohnen, gelenkte Fliegerbomben und Lenkraketen. In Folge wurden etwa 90 Prozent der inländischen thermischen Stromerzeugungskapazitäten der Ukraine außer Betrieb gesetzt. Deshalb ist das System jetzt von den verbleibenden Kernkraftwerken und Stromimporten aus der Europäischen Union abhängig. 

Der Verlust von Strom und Wärme hat der Bevölkerung längere Stromausfälle gebracht, die Wasserversorgung unterbrochen, den Zugang zur Gesundheitsversorgung und zum Bildungswesen erschwert und das tägliche Leben in den Städten und kleineren Ortschaften auf vielfältige Weise beeinträchtigt.

Überleben trotz ständiger Stromausfälle und eisiger Temperaturen 

Amnesty International erhält aus der ganzen Ukraine Berichte über die schrecklichen Folgen der russischen Angriffe. Bei Stromausfällen sind die individuellen Umstände unterschiedlich. Sie hängen davon ab, wo sich das jeweilige Gebäude befindet, ob es an das Gasnetz angeschlossen ist oder, wie bei moderneren Wohnhochhäusern, vollständig auf Strom angewiesen ist. 

Journalistin Euhenia erzählte:

Im Dezember waren wir, glaube ich, drei Tage ohne Strom. Aber die Gebäude, die näher am Umspannwerk liegen, länger. Ich weiß nicht genau, wie lange, vielleicht fünf, sechs oder sieben Tage. Kein Strom, teilweise kein Wasser und keine Heizung. Aber wie gesagt, bei mir ist es halb so schlimm, weil ich einen Gasherd habe. Ich kann Gas anzünden, einen Ziegelstein erhitzen und mich aufwärmen. Wir haben viele rein mit Strom betriebene Gebäude, auch hier in meiner Nähe. Ich wohne in einem neunstöckigen Gebäude. Hier, neben mir, gibt es zum Beispiel viele zwölfstöckige Häuser. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, wie sie überlebt haben. Es ist beängstigend. Sie haben nichts. Das heißt, sie haben nur einen Elektroherd, kein Wasser, hohe Decken. Ich habe keine Ahnung, wie sie damit gelebt haben.

Die Auswirkungen sind weitreichend und erstrecken sich nicht nur auf die Lebensbedingungen, sondern auch darauf, arbeiten und den Lebensunterhalt verdienen zu können, den Kindern den Zugang zu Bildung zu ermöglichen und sogar darauf, regelmäßig essen zu können. Nadiia, Mutter eines schulpflichtigen Jungen aus Kyjiw, beschreibt, was das für eine Familie bedeutet:

Seit zwei Wochen gibt es schwere Stromausfälle. Und wenn wir keinen Strom haben, haben wir auch keine Heizung, kein fließendes Wasser, nichts. Die Temperatur in der Wohnung sinkt ständig. Heute sind es 12,5 Grad. Wir wohnen im 14. Stock. (...) Mein Kind geht in die dritte Klasse. Die Schule soll geöffnet sein, die Lehrkräfte fordern die Kinder auf, zum Unterricht zu kommen. Aber die Temperatur im Klassenzimmer beträgt nur elf bis zwölf Grad. Deshalb haben alle Eltern beschlossen, ihre Kinder nicht in den Unterricht zu schicken. Wenn die Lehrkräfte Strom haben, findet nun Fernunterricht statt. Und wenn sie keinen Strom haben, teilen sie die Aufgaben einfach aus, und die Kinder lernen für sich. (...) Sie sagen: Ihr könnt die Kinder zur Schule bringen, aber wir können sie nicht mit Essen versorgen. Ich arbeite und lasse mein Kind nach der Schule normalerweise in einem Hort, aber hungrig kann ich es da jetzt nicht lassen. (...) Wir haben einen [tragbaren] Gaskocher mit einem Gasflaschenanschluss und einem Ring, auf dem man etwas kochen kann. Gestern haben wir ein paar Würstchen gekocht.

Das Foto zeigt zwei Frauen in Uniform mit zwei Kindern an eine Tisch. Sie spielen. Im Hintergrund stehen weitere Personen.

In den sogenannten "Punkten der Unbesiegbarkeit" wie hier in der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw können sich die Menschen aufwärmen (21. Januar 2026).

Svitlana Prokopivna, eine Rentnerin aus Kyjiw, beschreibt ihren Alltag beim Stromausfall folgendermaßen: 

Wie wir uns aufwärmen? Ich mache etwas Wasser in einer Tasse auf einem Kerosinkocher warm und fülle es in zwei Flaschen um. Die eine kommt unter meine Füße, die andere halte ich in den Händen, um nicht zu frieren. Und wir schlafen alle angezogen, verstehen Sie? Angezogen unter den Bettdecken, wir ziehen alles an, was wir haben.

Nach längeren Stromausfällen und dringenden Reparaturen kommt der Strom zurück, aber nur zeitweise. Svitlana Prokopivna fährt fort: 

Sobald der Strom wieder da ist, eile ich nach Hause, um möglichst schnell etwas zu kochen, zum Beispiel eine Suppe. Manchmal, wenn der Strom [nachts] wieder da ist, koche ich nachts, damit ich überhaupt etwas zu essen habe.

 Serhiy Barabash aus Dnipro erzählt, dass er Anfang Januar 2026 in seinem Haus fast sieben Tage lang keinen Strom hatte: 

Ich habe einen kleinen Campingkocher, darauf haben wir Wasser erhitzt und in Plastikflaschen abgefüllt. Damit haben wir nachts nicht so gefroren. Kurz nachdem die Reparaturarbeiten wieder eine begrenzte Stromversorgung ermöglicht hatten, wurde die Stadt erneut schwer bombardiert, und 18.000 Familien hatten keinen Strom, keine Gasversorgung, nichts mehr. In der Schule meiner Tochter beträgt die Temperatur im Klassenzimmer 13 Grad und im Luftschutzbunker sogar noch weniger.

In Odessa sieht die Lage ähnlich aus, wie Anna berichtet: 

Am kritischsten ist für uns die Stromversorgung, denn wer wie ich eine elektrische Heizung hat, der hat nicht nur keinen Strom, sondern auch keine Heizung. Ohne Strom komme ich irgendwie klar. Aber ohne Heizung ist es sehr kalt. Ich arbeite von zu Hause aus, mit vier Schichten Kleidung, mit Mütze und Handschuhen.

Es gibt eine Vielzahl von Überlebenstechniken und Tipps, und alle Materialien und Utensilien, die man dafür benötigt – Gasflaschen, tragbare Kocher, Brennholz – sind teurer geworden, manche sind mittlerweile sogar Mangelware. Das gilt sogar für so außergewöhnliche Gegenstände wie Ziegelsteine, wie Olha Skorokhod aus Kyjiw erklärt:

Wir leben jetzt seit sechs Tagen ohne Heizung. Die Hälfte dieser Zeit haben wir auch keinen Strom und kein fließendes Wasser. Zum Glück haben wir einen Gasherd. Mein Mann hat ein paar Ziegelsteine gekauft, die wir auf dem Herd erhitzen und dann dazu nutzen, die Wohnung so gut es geht zu heizen. [...] Man zündet die Gasflamme an, baut mit den Ziegelsteinen einen Bogen darüber, stellt Töpfe darauf und kann diese warmen Töpfe später in [andere] Räume stellen, wo sie Wärme abgeben.

Olha Skorokhods Tochter ist zwei Jahre alt. Ohne Heizung und fließendes Wasser können sie ihr Kind nicht richtig waschen. 

Es überrascht nicht, dass alle, die einen Gasherd in ihrer Wohnung haben, das Feuer stundenlang brennen lassen, da es die einzige Wärmequelle in den eiskalten Wohnungen ist. Dies birgt jedoch ein erhebliches Risiko für schwere Unfälle. Noch höher ist das Risiko, wenn Ziegelsteine zum Einsatz kommen. Einige Baumärkte haben keine Ziegelsteine mehr, da die Menschen sie für ihre provisorischen Heizgeräte kaufen. Einige Einwohner*innen von Kyjiw haben Amnesty International berichtet, dass sie Campingzelte direkt über ihren Betten aufgestellt und Kerzen angezündet haben, um den kleinen Raum darin zu erwärmen. Das ist jedoch höchst gefährlich.

Das Foto zeigt ein hell erleuchtetes Zelt auf einer Wiese in einer komplett verdunkelten Stadt.

Ein sogenannter "Punkt der Unbesiegbarkeit", der Wärme und Essen bietet, in der ukrainischen Haupstadt Kyjiw während eines durch russische Angriffe verursachten Blackouts (20. Januar 2026).

"Punkte der Unbesiegbarkeit" als Hilfe und Schutz für die Zivilbevölkerung 

Die Regierung hat "Punkte der Unbesiegbarkeit" zur Unterstützung der Bevölkerung eingerichtet. Dabei handelt es sich um große Zelte, die vom nationalen Rettungsdienst betrieben werden. Sie werden mit kleinen Generatoren beheizt und sind rund um die Uhr geöffnet. Dort können sich die Menschen aufwärmen, heiße Getränke und eine Mahlzeit zu sich nehmen und ihre Telefone aufladen. Für viele sind die wenigen Stunden, die sie in diesen Einrichtungen verbringen, die einzigen Stunden, in denen sie sich bei Minustemperaturen aufwärmen können.  

Eine andere Einwohnerin von Kyjiw, die ebenfalls Olha heißt, erzählt Amnesty International, wie wichtig diese Zelte für sie geworden sind: "Ich verbringe hier jeden Tag etwa drei Stunden. Es ist sehr warm, und hier sind sehr nette Menschen. Es ist gut, einen Ort wie diesen zu haben. Nie hätte ich gedacht, dass ich einmal einen Ort wie diesen brauchen würde.  

Doch für viele Menschen sind auch diese Einrichtungen nicht zugänglich. Amnesty International hat mit Angehörigen von älteren und behinderten Menschen gesprochen, die ihre Zimmer in den oberen Stockwerken von Wohnblocks nicht verlassen und ohne Aufzug weder nach oben noch nach unten gelangen können. Sie sind praktisch in ihren eisig kalten Wohnungen eingeschlossen.  

Manche Menschen werden diese Zeit vielleicht nicht überleben. 

Russische Kriegsverbrechen und Verstöße gegen die Menschenrechte

Amnesty International dokumentiert seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar 2022 umfassende Verstöße gegen die Menschenrechte und das humanitäre Völkerrecht, darunter Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Der russische Angriffskrieg ist ein Verbrechen nach internationalem Recht. Die Strategie der russischen Streitkräfte und ihre Kriegsführung – einschließlich der gezielten Angriffe auf Zivilpersonen und des Einsatzes von wahllosen Waffen wie Streumunition und Minen – haben weitreichendes Leid verursacht und besonders verletzliche Gruppen wie Kinder und ältere Menschen schwer getroffen.

Das Foto zeigt eine Frau neben einem Mann bei einer Demonstration. Die Frau hält ein Schilder mit Amnesty-Logo. Auf dem Schild steht: "Stop Russian Aggression". Im Hintergrund protestieren weitere Personen mit Schildern.

Amnesty-Protestaktion in Amsterdam in den Niederlanden gegen den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine (23. Februar 2025)

Was fordert Amnesty International? 

Das schiere Ausmaß und die Intensität der russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine scheinen Teil einer Strategie zu sein, die darauf angelegt ist, Terror unter der Zivilbevölkerung zu verbreiten, um deren Widerstandsfähigkeit zu untergraben, wichtige Dienste zu stören, grundlegende Alltagsaktivitäten zu verhindern und so die Moral der Bevölkerung zu brechen. Indem die russischen Streitkräfte versuchen, Energie-, Heizungs- und Wasserversorgungssysteme zu beschädigen oder zu zerstören, verursachen sie direkt schwerwiegende humanitäre Folgen, die weit über die unmittelbaren physischen Schäden hinausgehen. Das Leiden der Zivilbevölkerung gefährdet Millionen von Menschen und setzt Menschen, die bereits schutzbedürftig sind, einer noch stärkeren Gefahr aus.  

Solche Handlungen stellen einen direkten Verstoß gegen das Kriegsvölkerrecht dar und lassen darauf schließen, dass die Absicht besteht, der Zivilbevölkerung lebensnotwendige Güter vorzuenthalten, um Druck auf sie auszuüben, anstatt einen konkreten militärischen Vorteil zu erzielen. Das humanitäre Völkerrecht verlangt den Schutz von Gütern, die für das Überleben der Zivilbevölkerung unverzichtbar sind. Das Vorgehen der russischen Streitkräfte steht jedoch im direkten Widerspruch dazu.  

Amnesty International fordert eine umgehende, gründliche und unparteiische Untersuchung aller mutmaßlichen Verstöße gegen das Völkerrecht und die strafrechtliche Verfolgung aller Verantwortlichen. Die Organisation fordert ein sofortiges Ende der russischen Aggression gegen die Ukraine sowie Wahrheit, Wiedergutmachung und Gerechtigkeit für alle Opfer.

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