Aktuell Erfolg Türkei 04. April 2018

Erfolge Januar bis März 2018

Autokorso für Deniz Yücel am 14. Februar 2018 in Berlin

Autokorso für Deniz Yücel am 14. Februar 2018 in Berlin

Wir freuen uns, euch beispielhafte Erfolge aus den ersten drei Monaten des Jahres zu senden. Am 16. Februar wurde endlich Deniz Yücel aus der Haft entlassen. Die Nachricht ließ uns aufatmen. Über ein Jahr wurde er völlig grundlos von den türkischen Behörden festgehalten. Doch Amnesty-Vorstand Taner Kılıç und viele andere befinden sich weiterhin in türkischen Gefängnissen. Deshalb die Bitte: Lasst nicht nach in eurem Einsatz!

TÜRKEI - ÄRZT_INNEN FREIGELASSEN

Alle elf Ärzt_innen des Zentralrats des türkischen Ärzteverbandes sind wieder frei. Sie waren am 30. Januar inhaftiert worden, nachdem es in den Tagen zuvor bereits zu Drohungen und einer Verleumdungskampagne gegen sie gekommen war. Der Verband hatte eine Erklärung veröffentlicht, in der er die Beendigung des türkischen Militäreinsatzes in Afrin im Norden Syriens forderte. (UA-016/2018)

KAMBODSCHA - UMWELTSCHÜTZER FREIGELASSEN

Die beiden Umweltschützer und gewaltlosen politischen Gefangenen Hun Vannak und Doem Kundy wurden nach fünf Monaten Haft freigelassen. Die restliche Haftzeit von sieben Monaten wurde zur Bewährung ausgesetzt. Zuvor waren sie aufgrund konstruierter Anklagen, die sich auf ihren friedlichen Aktivismus stützten, zu je einem Jahr Haft verurteilt worden. (UA-279/2017)

USA – GOUVERNEUR WANDELT TODESURTEIL UM

Nur Stunden vor Thomas Whitakers geplanter Hinrichtung am 22. Februar hat der texanische Gouverneur Greg Abbott das Todesurteil umgewandelt. Seit August 2007 war dies der erste Gnadenakt im US-Bundesstaat Texas. In diesem Zeitraum fanden dort fast 150 Hinrichtungen statt. (UA-037/2018)

ÄQUATORIALGUINEA – KARIKATURIST AUS DER HAFT ENTLASSEN

Der Karikaturist und Aktivist Ramón Esono Ebalé wurde am 7. März aus dem Gefängnis „Black-Beach“ in der Hauptstadt Malabo entlassen. Acht Tage zuvor, am 27. Februar 2018, war die Anklage wegen Geldfälscherei nach einer Anhörung vor Gericht in Malabo fallengelassen worden. (UA-219/2017)

Karikaturist Ramón Esono Ebalé, 2017

Karikaturist Ramón Esono Ebalé, 2017

IRAN – HINRICHTUNG ENDGÜLTIG ABGEWENDET

Im Alter von 17 Jahren kam Saman Naseem im Iran in Haft und sollte hingerichtet werden. Grund dafür war seine Mitgliedschaft in einer bewaffneten kurdischen Oppositionsgruppe. Jetzt ist er stattdessen wegen der „Mitglied-schaft in einer Gruppe, deren Ziel die Gefährdung der nationalen Sicherheit ist“ zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Sein Todesurteil ist endgültig aufgehoben. Amnesty hatte sich jahrelang für ihn eingesetzt. (UA-234/2014)

Saman Naseem wurde im Iran im April 2013 zum Tode verurteilt

Saman Naseem wurde im Iran im April 2013 zum Tode verurteilt

NORDKOREA – KEINE VERLEGUNG INS STRAFLAGER

Seit dem 3. Dezember 2017 ist Koo Jeong-hwa inhaftiert, weil sie illegal aus Nordkorea ausgereist war. Die chinesische Regierung schob sie zurück nach Nordkorea. Dort drohte ihr eine lebenslange Haft in einem Straflager. Ihre Familie berichtet nun, ihr und ihrem vierjährigen Sohn drohe nicht länger die Verlegung in ein Straflager für politische Gefangene. Einzelheiten über die Gründe sind Amnesty International bislang nicht bekannt. (UA-253/2017)

EL SALVADOR – FREILASSUNG NACH 10 JAHREN

Mehr als zehn Jahre musste Teodora del Carmen Vásquez in El Salvador hinter Gittern verbringen, weil sie eine Totgeburt erlitten hatte und deshalb der Abtreibung bezichtigt wurde. Amnesty setzte sich jahrelang für sie ein und fordert El Salvador auf, sich gänzlich von seinem gesetzlich ver-ankerten absoluten Abtreibungsverbot zu verab-schieden. Am 15. Februar wurde Teodora del Carmen Vásquez auf Anordnung des Obersten Gerichtshofs endlich freigelassen. Laut mehreren Frauenrechtsorganisationen befinden sich jedoch noch mindestens 28 Frauen wegen ähnlicher Vorwürfe in Haft. (BgdV Oktober 2017)

Das Gesicht einer Frau im Sonnenschein, dahinter Bäume

Teodora del Carmen Vásquez

BANGLADESCH – WIEDER AUFGETAUCHT

Mubashar Hasan, ein angesehener Experte zu religiösen Gruppen in Bangladesch, wurde 44 Tage vermisst und viele befürchteten, dass er aufgrund seiner wissenschaftlichen Arbeit dem Verschwindenlassen zum Opfer gefallen sein könnte. Am 22. Dezember 2017 konnte der bekannte bangladeschische Akademiker jedoch nach Hause zurückkehren. Seine Schwester Tamanna bedankte sich mit den Worten: „Vielen Dank an Amnesty International für alles, was die Organisation für uns getan hat.“ (UA-252/2017)

TSCHAD – AKTIVIST FREIGELASSEN

Alain Didah Kemba, Sprecher der tschadischen Jugendbewegung IYINA, wurde am 26. Februar von der Staatsanwaltschaft ohne Auflagen entlassen. Auch wurde keine Anklage erhoben. Seinen Angaben zufolge wurde er während eines Verhörs in Gewahrsam geschlagen. Alain Didah Kemba war am 19. Februar in der Hauptstadt N’Djamena festgenommen worden, weil er versucht haben soll, einen Reifen auf der Straße anzuzünden. Er berichtete, während eines Verhörs auf die Beine und die Fußsohlen geschlagen worden zu sein. Seinem Anwalt zufolge konnte er nach den Schlägen kaum stehen. (UA-044/2018)

RUSSLAND – IN SICHERHEIT

Ali Feruz konnte am 15. Februar nach Deutschland ausreisen. Der Oberste Gerichtshof in Russland gab ihm im Rechtsmittelverfahren recht, dass er nicht nach Usbekistan ausgelierfert werden darf. Der Journalist und Amnesty-International-Aktivist war seit August 2017 in Haft, weil er gegen die Richtlinien seines Aufenthalts in Russland verstoßen haben soll. (UA-061/2017)

Ali Feruz

Ali Feruz

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