Iran
Sicherheitskräfte und friedliche Protestierende in der iranischen Stadt Maschhad am 3. Januar 2026
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Überblick: Menschenrechtslage im Iran (Stand: 2025)
- Im Juni 2025 führte ein zwölftägiger bewaffneter Konflikt zwischen Iran und Israel zu zivilen Todesopfern und Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht.
- Die iranischen Behörden nahmen den Konflikt zum Anlass, um die Repressalien gegen die Zivilbevölkerung zu verschärfen. Tausende Menschen wurden willkürlich inhaftiert, verhört, schikaniert und zu Unrecht strafrechtlich verfolgt, weil sie ihre Menschenrechte wahrgenommen hatten.
- Sicherheitskräfte lösten Demonstrationen unter Einsatz rechtswidriger Gewalt und Schusswaffen auf und töteten dabei Protestierende.
- Frauen und Mädchen, lesbische, schwule, bisexuelle, trans und intergeschlechtliche Menschen (LGBTI+) sowie Angehörige ethnischer und religiöser Minderheiten litten unter systematischer Diskriminierung und Gewalt. Staatliche Stellen setzten die Kopftuchpflicht durch.
- Im Laufe des Jahres schoben die Behörden mehr als 1,8 Mio. Afghan*innen nach Afghanistan ab.
- Verschwindenlassen sowie Folter und andere Misshandlungen kamen nach wie vor häufig und systematisch zur Anwendung.
- Die Behörden vollstreckten grausame und unmenschliche Körperstrafen wie Auspeitschungen und Amputationen.
- Gerichtsverfahren verstießen weiterhin regelmäßig gegen internationale Standards.
- Todesurteile wurden willkürlich verhängt und ergingen unverhältnismäßig häufig gegen Angehörige von Minderheiten. 2025 gab es so viele Hinrichtungen wie seit 1989 nicht mehr.
- Verbrechen gegen die Menschlichkeit und andere völkerrechtliche Verbrechen blieben straflos – auch solche, die in der Vergangenheit verübt worden waren.
- Die Behörden unternahmen nichts gegen die Umweltzerstörung, die zu Tausenden Todesfällen beitrug.