Aktuell 07. März 2023

Weltfrauentag: Die Antwort auf Gewalt ist Widerstand

Das Bild zeigt eine Frau, die vor mehreren Polizisten steht und beide Hände in die Höhe hält

Protest in der polnischen Hauptstadt Warschau am 23. Oktober 2020 gegen die Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen 

Weltweit werden Frauen und Mädchen diskriminiert und unterdrückt. Sie erleiden Gewalt oder werden sogar ermordet. Daran erinnert Amnesty am 8. März, dem Weltfrauentag. Die Amnesty-Themengruppe "Menschenrechtsverletzungen an Frauen" hat verschiedene Materialien zusammengestellt, damit du gegen diese Menschenrechtsverletzungen aktiv werden kannst.

Was passiert, wenn die Rechte von Frauen und Mädchen einschränkt werden? Es entsteht Widerstand! Denn wo Gewalt und Unterdrückung herrschen, wehren sich Menschen dagegen. Frauen nehmen die Unterdrückung nicht hin, sind nicht nur Opfer. Sie gehen auf die Straße, nutzen ihre Stimmen gegen Gewalt und widersetzen sich Vorschriften, indem sie tanzen, singen und sich kleiden, wie sie wollen.
 
Der Widerstand ist auch im Blick auf eine feministische Außenpolitik entscheidend: er macht deutlich, an welchen Stellen Frauenrechte und Rechte von marginalisierten Personen unterstützt und gestärkt werden müssen. Und er fordert internationale Solidarität. Eine, die Konsequenzen daraus zieht, wenn Staaten Menschenrechte verletzen. Denn Frauenrechte sind Menschenrechte.
 
Zum Weltfrauentag wählt die Amnesty-Themengruppe gegen Menschenrechtsrechtsverletzungen an Frauen – auch MaF genannt – jedes Jahr Schwerpunkte aus. Diesmal im Iran, Mexiko, den USA und Kolumbien. Du kannst dich darüber informieren und dich an verschiedenen Aktionen für Frauenrechte weltweit beteiligen.

IRAN: #FrauLebenFreiheit

Das Bild zeigt mehrere Menschen mit Protestschildern in der Hand

Demonstration für Gerechtigkeit im Fall der getöteten Jina Mahsa Amini und in Solidarität mit den Protestierenden im Iran in der französischen Hauptstadt Paris am 30. Oktober 2022

Viele Menschen protestierten seit Monaten gegen Unterdrückung und für Freiheit im Iran. Frauen führen die Proteste an. Trotz Lebensgefahr widersetzen sich mutig der Gewalt der Regierung der Islamischen Republik Iran. Dabei geht es nicht allein um Frauenrechte, sondern um die Menschenrechte von allen.

"Sie spielen im Basketball-Nationalteam. Sie sind Schauspielerinnen. Sie sind Transfrauen. Sie sind Mütter. Sie sind Bogenschützinnen. Sie sind Kletterinnen. Sie sind Sängerinnen. Sie sind Ärztinnen. Sie sind Studentinnen. Sie sind überall in der iranischen Gesellschaft: Frauen, die ihr Kopftuch öffentlich ablegen, um für ihre Freiheit und für die Freiheit aller im Iran zu demonstrieren. Sie tun dies in dem Wissen, dass sie dafür inhaftiert, vergewaltigt, misshandelt und getötet werden können. Und sie tun es dennoch", schreibt die Journalistin Gilda Sahebi.

Auslöser der aktuellen Protestbewegung war der gewaltsame Tod der Kurdin Jina Mahsa Amini in Gewahrsam der Sicherheitskräfte. Seitdem rufen Demonstrant*innen gemeinsam "Frau, Leben, Freiheit" – Jin, Jiyan, Azadî – den Protest-Slogan aus der kurdischen Frauenbewegung. 
 
Trage dazu bei, dass ihre Stimmen weltweit gehört werden!

Mach mit – Hier findest du Materialien & Kontakte

 

Auf amnesty-frauen.de kannst du folgende Materialien ansehen und herunterladen:

  • Fact Sheet mit Hintergrundinformationen
  • Social Media Posts mit Captions
  • Vorlagen für Schilder zur Teilnahme an Demos zum 8. März bzw. für Stände
  • Flyer mit QR-Code zu den Online-Petitionen für Nahid Taghavi und Elham Afkari
  • Musterbrief für Nahid Taghavi

Kontakt:
Rhonda Gutschke, info@amnesty-frauen.de

MEXIKO: "Bis wir gehört werden" – Angehörige fordern Gerechtigkeit

Eine junge Frau mit Maske vor dem Mund reckt eine Faust in die Höhe, dahinter Polizisten mit Schildern.

#HastaSerExcuchadas #UntilWeAreHeard

In den letzten Jahren hat die Zahl der Feminiziden – Morden an Frauen aufgrund ihres Geschlechts – kontinuierlich zugenommen. Besonders im Bundesstaat Méxiko ist geschlechtsspezifische Gewalt sehr hoch. Die Situation wird mit den entsetzlichen Morden an Fabrikarbeiterinnen in den 90er Jahren in Ciudad Juárez, Chihuahua verglichen. Oft kommen die Täter straffrei davon. Dagegen setzen sich feministische Organisationen und Angehörige der Ermordeten ein. Sie fordern Verantwortung, Gerechtigkeit und Prävention.

Die Kampagne #HastaSerEschuchadas – Bis wir gehört werden – macht auf vier Frauen aufmerksam: Nadia Muciño Márquez, Daniela Sánchez Curiel, Diana Velázquez Florencio und Julia Sosa Conde. Sie sind verschwunden und-oder wurden ermordet.

Sorge dafür, dass die Forderungen der betroffenen Mütter und Töchter nach Wahrheit und Gerechtigkeit verbreitet und sichtbar gemacht werden.

Mach mit – Hier findest du Materialien & Kontakte

 

Auf amnesty-frauen.de kannst du folgende Materialien ansehen und herunterladen:

Materialien:

  • eine Aktionsanleitung
  • ein Factsheet mit Hintergrundinformationen
  • eine Postkarte
  • Social Media Posts mit Captions für 10 Aktionstage
  • Vorlagen für Schilder zur Teilnahme an Demos zum 8. März bzw. für Stände

 
Kontakt:
Dominique Renault, drenault@amnesty-frauen.de
Indi Kryg, mail@amnesty-mexiko-zentralamerika.de

USA: "Call Jane" – Wenn Schwangerschaftsabbrüche verboten sind

Das Bild zeigt eine Menge an Demonstrierenden vor einem Gebäude. Eine Person hält ein Amnesty-Schild mit der Aufschrift: "Abortion is a human right".

Protestaktion vor dem Obersten Gerichtshof in der US-Hauptstadt Washington für das Recht auf sichere und legale Schwangerschaftsabbrüche (1. Dezember 2021)

Der Film "Call Jane" zeigt, wie das Leben von Joy, einer konservativen Mutter und Hausfrau aus Chicago, Ende der 1960er bedroht ist. Warum? In ihrer zweiten Schwangerschaft entwickelt sie ein Herzleiden, das ihr Leben gefährdet. Ein Schwangerschaftsabbruch könnte ihr Leben retten, doch der wird ihr verweigert. Der Film schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Denn der US-amerikanischen Supreme Court hat 2022 das Recht auf legale und sichere Schwangerschaftsabbrüche wieder rückgängig gemacht. Damit wird die Selbstbestimmung von Frauen, brutal eingeschränkt.

Das Recht auf Schwangerschaftsabbruch ist ein wichtiger Bestandteil der Frauenrechte – aber weltweit auch ein umstrittenes Thema. Amnesty International setzt sich dafür ein, dass Schwangerschaftsabbrüchen legal und sicher durchgeführt werden. Denn das schützt das Leben und die Gesundheit von Menschen, die schwanger werden können. Bis heute engagieren sich Betroffene und Unterstützer*innen für das Recht auf körperliche Selbstbestimmung. Und es wirkt: Südamerikanische Länder haben mit Erfolgen in den letzten Jahren vorgemacht, was Proteste und Einsatz für die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen bewirken kann.

Du bist dran: organisiere und begleite Film-Vorführung von "Call Jane" in lokalen Programmkinos, der Uni, Volkhochschule und weiteren Orten.

Mach mit – Hier findest du Materialien & Kontakte

 

Auf amnesty-frauen.de kannst du folgende Materialien ansehen und herunterladen:

Materialien:

  • Flyer / Social Media Posts
  • Social Media Posts

 
Kontakt:
Ramona Schulz, info@amnesty-frauen.de
 
Kontakt zum Filmverleih:
Claudia Nowak, claudia.nowak@dcmteam.com

KOLUMBIEN: Nein zu sexualisierter Gewalt

Das Bild zeigt mehrere Personen, die demonstrieren und protestieren. Sie rufen und halten Protestschilder in der Hand

Demonstration für Frauenrechte und gegen sexualisierte Gewalt in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá am 25. November 2022

Tausende Menschen haben sich 2021 den Generalstreiks für soziale Gerechtigkeit in Kolumbien angeschlossen. Doch die Proteste wurden von Sicherheitskräften gewaltsam niedergeschlagen. Dabei waren Frauen und LGBTI-Demonstrant*innen, Journalist*innen und Menschenrechtsverteidiger*innen sexualisierter Gewalt und anderen Formen geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt. Im Zusammenhang mit den Protesten hat Amnesty International allein 28 Fälle von geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen und LGBTI in sieben Städten dokumentiert. 

Mit ihrer Aktion setzt die Länderkoordinationsgruppe Kolumbien sich dafür ein, dass die Fälle von geschlechtsspezifischer Gewalt untersucht werden. Sie fordern, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Die kolumbianischen Behörden müssen die Ursachen dieser Gewalt bekämpfen. Das kann nur in Zusammenarbeit mit Frauen* und Mitgliedern der LGBTI-Community passieren. Nur mit ihren Perspektiven, können wirksame Maßnahmen entwickelt und verabschiedet werden.

Mach mit – Hier findest du Materialien & Kontakte

 

Auf amnesty-frauen.de kannst du folgende Materialien ansehen und herunterladen:

Materialien:

  • Hintergrundinfo
  • Petition
  • Bericht in Kurzfassung
  • Bericht in Langfassung: "The police do not protect me: Sexual violence and other gender-based violence during the 2021 National Strike" 

 
Kontakt: 
Dorothee Baldenhofer, info@amnesty-kolumbien.de

Instagram-Beitrag von Amnesty International:

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