Berlinale: Gizem Emre und Sheri Hagen in der Jury des Amnesty-Filmpreises 2026
Die Jury des Amnesty-Filmpreises auf der Berlinale 2026: Ines Wildhage von Amnesty International, Filmemacherin Sheri Hagen und Schauspielerin Gizem Emre (v.l.n.r.).
© Jarek Godlewski / Anita Beck / Johanna von Holst
Die Schauspielerin Gizem Emre, die Filmemacherin Sheri Hagen sowie Ines Wildhage von Amnesty International in Deutschland werden den Gewinnerfilm des 21. Amnesty-Filmpreises auf der Berlinale küren. Sie zeichnen ein Werk aus dem Festival-Programm aus, das sich auf herausragende Weise mit einem menschenrechtlichen Thema auseinandersetzt.
"Als Schauspielerin ist es mir wichtig, mit meiner Arbeit Menschenrechte sichtbar zu machen und Themen in den öffentlichen Raum zu tragen, auch für ein jüngeres Publikum", sagt Gizem Emre. "Die Mitarbeit in der Amnesty-Jury ist für mich von großer Bedeutung, da Amnesty International seit jeher für den Einsatz für Solidarität, Freiheit und eine offene Gesellschaft steht. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Spannungen braucht es Organisationen wie Amnesty International."
"Menschenrechte auf künstlerische Weise filmisch ins Licht zu rücken, ist noch immer nicht selbstverständlich – es fordert Mut, Kraft, manchmal das eigene Leben und eine klare Haltung. Eine Haltung, die notwendig ist, Kraft spendet und Leben rettet", betont Sheri Hagen. "Es ehrt mich, Teil der Amnesty International Berlinale Jury sein zu dürfen."
Ines Wildhage sagt: "Wir erleben gerade eine Zeit, in der autoritäre Kräfte die Menschenrechte nicht nur offen infrage stellen, sondern als Problem darstellen. Eine Zeit, in der das Recht des Stärkeren immer unverhohlener durchgesetzt wird – insbesondere zulasten der Rechte marginalisierter und von Rassismus betroffener Gruppen. Doch überall auf der Welt setzen sich Menschen trotz zunehmender Repressionen und Gewalt weiterhin entschlossen für die Menschenrechte ein. Filme bringen uns nicht nur unterschiedlichste Lebensrealitäten nahe – sie inspirieren und geben Hoffnung."
Der Gewinnerfilm des Amnesty-International-Filmpreises auf der Berlinale ist mit 5.000 Euro dotiert und wird am Samstag, dem 21. Februar 2026, bekanntgegeben.
Preisträger der Vorjahre:
Die Jury
Gizem Emre wuchs in Berlin auf und entdeckte bereits während der Schulzeit ihre Leidenschaft für die Schauspielerei. Ihr Filmdebüt gab sie 2013; große Bekanntheit erlangte sie kurz darauf mit der Rolle der Zeynep in der erfolgreichen Kinoreihe "Fack ju Göhte" (2013-2017), einer der kommerziell erfolgreichsten deutschen Filmreihen ihrer Zeit. Über alle drei Teile hinweg war sie fester Bestandteil des Ensembles, welches 2015 mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet wurde. Neben ihrer Kinoarbeit ist Gizem Emre als wiederkehrende Figur Teil des Ensembles der Fernsehserie "Alarm für Cobra 11" (2014-2025). Darüber hinaus wirkte sie in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen mit, darunter "Nicht mein Tag" (R: Peter Thorwarth), "Wild Republic" (R: Markus Goller, Lennart Ruff), "Rumspringa" (R: Mira Thiel), "Paradise" (R: Boris Kunz) und "Pulled Pork" (R: Andreas Schmied). 2024 kehrte sie im Fack ju Göhte Spin-off "Chantal im Märchenland" (R: Bora Dagtekin) erneut auf die Kinoleinwand zurück. 2025 stand sie für die TV-Serie "Crystal Wall" (R: Greta Benkelmann, Tarek Roehlinger) sowie für den Kinofilm "Neo Nuggets - Eine Pulled Pork Komödie" (R: Andreas Schmied) vor der Kamera.
Sheri Hagen ist eine deutsch-nigerianische Filmemacherin und Schauspielerin. Nach ihrer Ausbildung in Hamburg und Wien spielte sie in zahlreichen Film-, Fernseh- und Theaterproduktionen. 2007 erregte sie mit ihrem Kinderfilm "Stella und die Störche" Aufmerksamkeit als Drehbuchautorin und Regisseurin. Ihr Spielfilmdebüt "Auf den zweiten Blick" wurde mehrfach ausgezeichnet und 2013 in den deutschen Kinos veröffentlicht. 2015 gründete sie die Produktionsfirma Equality Film GmbH. Mit "Fenster blau" (2016) folgte eine weitere Spielfilmadaption. In den Jahren 2023 und 2024 wurde sie als Kultur- und Kreativpilotin sowie als Digital Female Leader 2024 ausgezeichnet. Zudem war sie Teil des Programms der 74. Berlinale EFM Fiction Toolbox. 2025 stellte sie ihren dritten Spielfilm "Billie" fertig, der im September 2025 auf dem Filmfest Hamburg premierte und im September 2026 in die Kinos kommt.
Ines Wildhage ist seit 2007 für Amnesty International in Deutschland tätig. Als Cross-Media-Referentin entwickelt und produziert sie u. a. audiovisuelle Materialien für die Kampagnen- und Kommunikationsarbeit.