Unsere Erfolge Oktober bis Dezember 2025
"Deine Unterschrift hilft": Der belarusische Menschenrechtsverteidiger Ales Bialiatski zu Besuch bei der tschechischen Amnesty-Sektion in Prag (Archivbild).
© Amnesty International
Kurz vor dem Jahresende erreichten uns im Dezember wunderbare Nachrichten aus Belarus: Einige Menschen, für die wir uns seit Jahren einsetzen, waren im Zuge der Verhandlungen zwischen den USA und Belarus mit über 100 weiteren Personen freigekommen. Und dies war nicht die einzige gute Nachricht in den vergangenen Monaten. Lest selbst. Wir möchten uns an dieser Stelle herzlich für euren unermüdlichen Einsatz im Jahr 2025 bedanken!
Belarus: Maryia Kalesnikava und Ales Bialiatski frei
Am 13. Dezember 2025 hat die belarusische Führung unter Aljaksandr Lukaschenka 123 Menschen aus der Haft entlassen. Unter ihnen sind die bekannte Oppositionspolitikerin Maryia Kalesnikava (Maria Kolesnikowa) und der Friedensnobelpreisträger Ales Bialiatski sowie weitere Oppositionelle und Aktivist*innen, die nach den friedlichen Massenprotesten 2020 willkürlich inhaftiert wurden (UA-147/2020 und UA-085/2021)
Die belarussische Oppositionspolitikerin Maryia Kalesnikava (Archivaufnahme)
© ViktarBabaryka HQ (Photo: Pasha Kritchko)
Malaysia: Straflosigkeit im Fall Koh nach acht Jahren beendet
In einem wegweisenden Prozess klagte die Frau des malaysischen Pastors, der vor acht Jahren dem Verschwindenlassen zum Opfer fiel, erfolgreich gegen die Polizei und die Regierung. Raymond Koh wurde 2017 in einem Vorort der Hauptstadt Kuala Lumpur von vermummten Männern aus seinem Auto gezerrt. Sein Aufenthaltsort ist nach wie vor nicht bekannt. Seine Familie sagt seit langem, er sei von der Polizei entführt worden. Schon seit Jahren drängen die Familie und die Rechtsbeistände auf Gerechtigkeit. Im November 2025 urteilte das Oberste Gericht schließlich, dass Raymond Koh 2017 dem Verschwindenlassen zum Opfer fiel, und machte die Regierung und die Polizei für seine Entführung verantwortlich. Dies war das erste Urteil dieser Art in Malaysia. Weitere Informationen dazu gibt es auf amnesty.org
Tunesien: Sonia Dahmani aus Haft entlassen
Sonia Dahmani ist am 2. Dezember 2025 unter Auflagen aus der willkürlichen Haft entlassen worden. Unser gemeinsamer Einsatz hat etwas bewegt. Jetzt kommt es darauf an, dranzubleiben – denn die tunesischen Behörden halten weiterhin an den Anklagen gegen die Anwältin fest und üben Druck auf sie aus. (UA-043/2024)
Die tunesische Anwältin Sonia Dahmani (undatiertes Foto)
© Amnesty International / privat
Argentinien: Tod von Sofía Fernández in Polizeigewahrsam wird untersucht
Fortschritte gab es im Kampf um Gerechtigkeit für Sofía Fernández, eine 39-jährige trans Frau, die im April 2023 in Pilar im Großraum Buenos Aires zwei Tage nach ihrer Festnahme durch die örtliche Polizei in Gewahrsam starb. Im Juli 2025 wurden neun der zehn in dem Fall angeklagten Polizist*innen zunächst nicht weiter strafverfolgt. Im November 2025 ordnete das Berufungsgericht jedoch an, dass alle zehn vor Gericht gestellt werden sollen. Drei von ihnen werden wegen Mordes aus transfeindlichen Motiven angeklagt. Amnesty International unterstützt Sofías Familie seit über zwei Jahren finanziell bei der Beauftragung von Gutachten und rechtlicher Vertretung. (Amnesty International Report 2023/2024).
Eswatini: Abgeordneter Mthandeni Dube wieder in Freiheit
Der gewaltlose politische Gefangene Mthandeni Dube wurde im November 2025 nach mehr als drei Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Ihm wurde eine Begnadigung unter Auflagen gewährt und er steht weiter unter Aufsicht. Die politisch motivierten Anklagen gegen ihn hingen mit seiner Forderung nach demokratischen Reformen zusammen. Zu seiner Freilassung kam es trotz eines Klimas der Unterdrückung. Dies ist ein wichtiger und hart erkämpfter Schritt nach vorn im Kampf für Gerechtigkeit. (UA-113/2021 und Brief gegen das Vergessen Juli 2025)
Der Abgeordnete Mduduzi Bacede Mabuza (links) ist in Eswatini nach wie vor willkürlich inhaftiert. Der Abgeordnete Mthandeni Dube (rechts) wurde am 5. November 2025 aus der Haft entlassen (Archivaufnahme, vermutlich aus dem Jahr 2021).
© privat
Belarus: Viktor Babariko und Uladzimir Labkovich wieder frei
Der ehemalige Bankmanager Viktor Babariko kam am 13. Dezember 2025 frei. Er hatte im Jahr 2020 versucht, bei den Präsidentschaftswahlen zu kandidieren, und war deshalb aufgrund haltloser Anklagen zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. (Amnesty International Report 2020 und Amnesty International Report 2021). Auch der Anwalt und Angehörige der belarusischen Organisation Viasna, Uladzimir Labkovich, wurde am 13. Dezember 2025 freigelassen. (UA-085/2021)
Wir freuen uns sehr über die Freilassungen. Doch weitere Mitglieder von Viasna und viele weitere Menschen sind nach wie vor in Belarus in Haft. Setzt euch jetzt für Valiantsin Stefanovich und Marfa Rabkova ein.