Belarus: Freiheit für die Menschenrechtsaktivist*innen von Viasna!

Porträtbild von Marfa Rabkova

Weiterhin in Haft: die belarusische Menschenrechtsverteidigerin Marfa Rabkova (Archivbild).

Gute Neuigkeiten: Am 13. Dezember 2025 wurden der Vorsitzende des belarusischen Menschenrechtszentrums Viasna, Ales Bialiatski, und der Mitarbeiter von Viasna, Uladzimir Labkovich, aus der Haft entlassen

Valiantsin Stefanovich und Marfa Rabkova, zwei Mitglieder von Viasna, befinden sich jedoch weiterhin seit mehr als vier Jahren in Haft – und das nur aufgrund ihres legitimen Einsatzes für die Menschenrechte.

Im Zuge der Repressionen gegen die Zivilgesellschaft nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen 2020 in Belarus wurden Valiantsin Stefanovich, stellvertretender Vorsitzender von Viasna, und Marfa Rabkova, Koordinatorin des Freiwilligennetzwerks der Organisation, verhaftet. Sie erhielten Haftstrafen von neun beziehungsweise fast 15 Jahren.

Beteilige dich an unserer Online-Aktion an den belarusischen Außenminister Maxim Ryschenkow und fordere die sofortige und bedingungslose Freilassung der beiden noch inhaftierten Viasna-Aktivist*innen Valiantsin Stefanovich und Marfa Rabkova!

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Dein Appell

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Sehr geehrter Herr Minister,

fünf Jahre nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen in Belarus und der Niederschlagung der anschließenden Proteste befinden sich in Belarus immer noch mehr als 1000 Personen aufgrund politisch motivierter Anklagen in Haft. Zu den Inhaftierten gehören weiterhin zwei Mitarbeiter*innen des belarussischen Menschenrechtszentrums Viasna.

Der Vorsitzende von Viasna, Ales Bialiatski, und der Viasna-Mitarbeiter Uladzimir Labkovich wurden am 13. Dezember 2025 aus der Haft entlassen. 

Ihre Kollegen Marfa Rabkova und Valiantsin Stefanovich befinden sich jedoch weiterhin in Haft. Valiantsin Stefanovich, der stellvertretende Vorsitzende von Viasna, wurde im Juli 2021 festgenommen und 2023 zu neun Jahren Haft verurteilt. Marfa Rabkova, die Koordinatorin des Freiwilligen-Netzwerks von Viasna, war bereits im September 2020 festgenommen und später zu 14 Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Sie leidet an beunruhigenden Krankheitssymptomen. Ihr Gesundheitszustand hat sich in Haft deutlich verschlechtert.

Amnesty International betrachtet die zwei Aktivist*innen als gewaltlose politische Gefangene, die allein aufgrund ihres legitimen Einsatzes für die Menschenrechte verfolgt werden. 

Ich bitte Sie dafür einzutreten, dass Valiantsin Stefanovich und Marfa Rabkova umgehend und bedingungslos freigelassen werden.

Setzen Sie sich bitte zudem dafür ein, dass alle Personen umgehend freigelassen werden, die in Belarus nur aufgrund der friedlichen Wahrnehmung ihrer Rechte inhaftiert wurden.

Stellen Sie bis dahin sicher, dass die Inhaftierten angemessen medizinisch versorgt werden, ihre Haftbedingungen im Einklang mit internationalen Menschenrechtsstandards stehen und sie Kontakt zu ihren Anwält*innen und Familien erhalten.

Dear Foreign Minister,

Five years after the controversial presidential elections in Belarus and the suppression of the subsequent mass demonstrations, more than 1,000 people are still imprisoned in Belarus based on politically motivated charges. Among these prisoners are two employees of the Belarusian human rights centre Viasna.

The chairman of Viasna, Ales Bialiatski, and Viasna employee Uladzimir Labkovich were released from prison on the 13th of December 2025. 

Their colleagues Marfa Rabkova and Valiantsin Stefanovich, however, remain in prison. Valiantsin Stefanovich, the vice-chairman of Viasna, was arrested in July 2021 and sentenced to 9 years in prison in 2023. Marfa Rabkova the coordinator of Viasna's volunteer network, was already arrested in September 2020 and later sentenced to 14 years and 9 months in prison. She is suffering from troubling symptoms of illness. Her condition has deteriorated considerably throughout her imprisonment.

Amnesty International regards the two activists as prisoners of conscience, who are being persecuted only because of their legitimate engagement for human rights.

I urge you to advocate for the immediate and unconditional release of Valiantsin Stefanovich and Marfa Rabkova.

Please also advocate for the immediate release of all persons detained in Belarus solely for peacefully exercising their rights.

Until then, ensure that prisoners receive adequate medical care, that their conditions in detention comply with international human rights standards, and that they are allowed to contact their lawyers and families.

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Hintergrundinformation

Hintergrund

Infolge der Niederschlagung der Proteste nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen 2020 in Belarus wurde die Zivilgesellschaft im Land praktisch mundtot gemacht. Hunderte von Demonstrant*innen wurden strafrechtlich verfolgt, darunter Mitglieder und Leiter*innen zahlreicher NGOs, die im Kontext der Wahlen und Proteste ins Visier der Behörden geraten waren. 

Aktivist*innen mussten das Land verlassen oder riskierten, für ihre legitime Menschenrechtsarbeit inhaftiert zu werden. Auch heute – fünf Jahre nach den Protesten – befinden sich noch über 1.000 Personen aufgrund politisch motivierter Anklagen in Haft.

Auch die Mitglieder des Menschenrechtszentrums Viasna, das seit 1996 Menschenrechtsverletzungen in Belarus dokumentiert, sind in Zusammenhang mit ihrer Arbeit Schikanen seitens der Behörden ausgesetzt. Marfa Rabkova war im Jahr 2020 das erste Viasna-Mitglied, das festgenommen wurde. 

In den folgenden Monaten wurden weitere Mitglieder der Menschenrechtsgruppe verhaftet und auf Basis haltloser Vorwürfe aufgrund ihrer legitimen Menschenrechtsarbeit angeklagt und verurteilt. Viele Viasna-Mitarbeiter*innen flohen ins Ausland, um dem gleichen Schicksal zu entgehen.

Bisher wurden insgesamt sieben Viasna-Aktivist*innen zu Haftstrafen verurteilt. Fünf von ihnen, Ales Bialiatski, Uladzimir Labkovich, Tatsiana Lasitsa, Leanid Sudalenka und Andrei Chapyuk, wurden zwischenzeitlich aus der Haft entlassen. 

Die Haftbedingungen in Belarus sind für Personen, die aus politischen Motiven inhaftiert wurden, besonders hart. Mehreren in der Öffentlichkeit bekannten, aus politischen Gründen Inhaftierten wird der Kontakt zur Außenwelt verwehrt. 

Sie werden häufig für längere Zeit in Strafzellen untergebracht und erhalten keine angemessene medizinische Versorgung. Zwischen 2021 und Ende 2024 starben mindestens sieben Betroffene politisch motivierter Strafverfolgung in belarusischer Haft. Sie litten teils unter Vorerkrankungen, die den Behörden bekannt waren.