Black History Month 2026: Bedeutung, Geschichte und Veranstaltungen
"Schwarze Geschichte ist ein zentraler Bestandteil deutscher Geschichte": Graffiti im Mauerpark in Berlin (Archivbild)
© IMAGO / Rolf Zöllner
Im Februar 2026 feiert der Black History Month (BHM) sein 100-jähriges Jubiläum. Unter dem diesjährigen Motto "Ein Jahrhundert des Gedenkens an Schwarze Geschichte" würdigt die in den USA entstandene Bewegung die Sichtbarkeit, Geschichte und den Widerstand Schwarzer Menschen. Auch in Deutschland wird der Black History Month von der Schwarzen Community mit zahlreichen Veranstaltungen, darunter, Konferenzen, Vorträgen, Workshops, Ausstellungen und Musikevents begangen.
Kurz erklärt: Was ist der Black History Month?
Der Black History Month ist ein jährlich im Februar begangener Gedenkmonat, der die Geschichte, Leistungen und Erfahrungen von Schwarzen Menschen würdigt. Ursprünglich in den USA entstanden, ist sein zentrales Ziel, vielfältige Schwarze Perspektiven im Rahmen von Veranstaltungen zu würdigen.
Die Aktivitäten im Rahmen des Black History Month rücken Schwarze Perspektiven in den Vordergrund und befassen sich unter anderen mit der Schwarzen, afrikanischen und afrodiasporischen Geschichte und Kultur, Repräsentation, Anti-Schwarzen Rassismus sowie kolonialer Aufarbeitung, und bieten wertvollen Raum für Austausch und Teilhabe.
Ursprung in den USA
Ausschlaggebend für den Black History Month war die anhaltende Marginalisierung afroamerikanischer Geschichte in Bildungsinstitutionen nach der Abschaffung der Sklaverei (1885).
Der afroamerikanische Autor Dr. Carter G. Woodson war Sohn ehemals versklavter Eltern. Er gründete gemeinsam mit anderen afroamerikanischen Wissenschaftlern 1915 die Association for the Study of Negro Life and History -heute Association for the Study of African American Life and History. Sein Ziel: Schwarze Perspektiven historisch, kulturell, sowie politisch zu verorten und für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen.
In der zweiten Februarwoche 1926 rief Woodson dann die Negro History Week ins Leben, in der historische Errungenschaften sowie Widerstände von Afroamerikaner*innen gewürdigt wurde.
Woodson legte die Aktionswoche bewusst in den Geburtsmonat des afroamerikanischen Bürgerrechtlers Frederick Douglass und des ehemaligen US-Präsidenten Abraham Lincoln, um deren Einfluss auf die Abschaffung von Sklaverei und die Rechte Schwarzer Menschen zu ehren.
Auf Druck der Bürgerrechtsbewegung der 1960er-Jahre weitete die Kent State University in Ohio die Negro History Week 1970 erstmalig auf den gesamten Februar aus. Gleichzeitig organisierte sie gemeinsam mit studentischen Initiativen den ersten Black History Month.
Sechs Jahre später hielt US-Präsident Gerald Ford den Aktionsmonat gesetzlich fest und institutionalisierte damit die Anerkennung Schwarzer Geschichte und Schwarzer Errungenschaften. Seither wird die Sichtbarkeit afroamerikanischer Menschen jeden Februar von Bildungsinstitutionen, Vereinen und Initiativen mit jährlich wechselnden Themenschwerpunkten gefeiert.
Amnesty-Video auf YouTube:
Der Black History Month in Deutschland
In Deutschland wird der Black History Month seit den 1990er Jahren von Schwarzen, afrikanischen und afrodiasporischen Selbstorganisationen und Initiativen in verschiedenen Städten organisiert. Der damals ausschließlich ehrenamtlich organisierte Aktionsmonat weitete sich über die Jahre von Großstädten wie Berlin, Hamburg und Frankfurt aus und wird mittlerweile bundesweit gefeiert.
Bund, Länder und Kommunen fingen zwar an, einzelne Programmpunkte zu fördern, erkennen den Black History Month jedoch weder gesetzlich noch politisch an und haben keinen festen Haushalt für ihn.
Fehlende Anerkennung und Gerechtigkeit
Auch wenn der Black History Month die Sichtbarkeit von Schwarzen Menschen und ihren Perspektiven stärkt, macht er vor allem eines noch sehr deutlich: Es fehlt ein politisches Bekenntnis für eine inklusive Erinnerungspolitik und wirksame Maßnahmen für die Bekämpfung des Anti-Schwarzen Rassismus.
Nach wie vor fehlt es an einer breiten Anerkennung dafür, dass Schwarze Geschichte ein zentraler Bestandteil deutscher Geschichte ist. Ebenso gibt es nach wie vor keine weitreichende Verantwortungsübernahme für die Verbrechen, die während der deutschen Kolonialzeit an Afrikaner*innen begangen wurden. Auch das Schweigen über die systematische Verfolgung Schwarzer Menschen während des Nationalsozialismus verstärkt die Verdrängung Schwarzer Geschichte in Deutschland. Für die von der UN ausgerufene zweite Internationale Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft (2025-2034) hat die Bundesregierung bisher keine Maßnahmen für die Umsetzung beschlossen.
Demonstration der Bewegung "Black Lives Matter" gegen Rassismus am 6. Juni 2020 in Berlin
© IMAGO / Bernd König
Völkermord an den Herero und Nama
Der Völkermord an den Herero und Nama im heutigen Namibia wurde erst vor wenigen Jahren als solcher anerkannt. Bis heute weigert sich die Bundesregierung Wiedergutmachung zu leisten und die Nachfahren der Opfer gleichberechtigt an Verhandlungen zu beteiligen. Letztes Jahr entschied sich die Bundesregierung gegen die Aufnahme der Kolonialzeit in die Gedenkstättenkonzeption des Bundes.
Wie Amnesty sich für die Gleichberechtigung von Schwarzen Menschen einsetzt
Als globale Menschenrechtsorganisation setzt sich Amnesty International in Deutschland und weltweit für die Gleichberechtigung von Schwarzen Menschen und den Abbau von strukturellem und institutionellem Rassismus ein:
- Wir tun dies, indem wir zu der Historie und systemischen Dimension von Anti-Schwarzem Rassismus forschen und ihn in staatlichen Handlungen aufdecken.
- Wir stellen uns entschieden gegen Diskriminierung, Polizeigewalt , Racial Profiling und andere rassistische Praktiken.
- Wir arbeiten außerdem mit Communitys zusammen und unterstützen ihre sozialen Bewegungen, um Gerechtigkeit für historische und gegenwärtige Menschenrechtsverletzungen zu erreichen.
- Besonders in Deutschland liegt unser Fokus darauf, dass die Bundesregierung den Völkermord an den Herero und Nama bedingungslos anerkennt, Wiedergutmachung leistet und die Nachfahren der Opfer gleichberechtigt an Dialogen beteiligt.
Black History Month 2026: Veranstaltungen und Aktivitäten
Im Jahr 2026 stehen Schwarze Perspektiven im Zentrum zahlreicher bundesweiter Veranstaltungen. Ob Podiumsdiskussionen, Workshops oder Konzerte: Schwarze und afrodiasporische Organisationen stellen alleine oder in Zusammenarbeit mit Kommunen und anderen Partner*innen ein breites Programm auf die Beine. Ihr Ziel ist es, das Verständnis für Schwarze Geschichte, Errungenschaften und den Kampf gegen Rassismus aktiv zu fördern.
Die organisierten Angebote in Städten wie Berlin , Köln , Hamburg , Hannover , Heidelberg und Bremen ordnen Schwarze Perspektiven historisch, gegenwärtig sowie zukünftig ein und machen damit die Kontinuität Schwarzer Lebensrealitäten in Deutschland sichtbar.