Pressemitteilung Aktuell Afghanistan 05. Oktober 2021

Afghanistan: Evakuierungen fortsetzen und Schutz gewähren

Das Bild zeigt eine Demonstration mit mehreren Menschen, zwei halten Schilder mit der Aufschrift "Evacuate Now", "Luftbrücke Jetzt"

Demonstration für eine Luftbrücke zum Ausfliegen gefährdeter Menschen aus Afghanistan vor dem Bundeskanzleramt in Berlin am 22. August 2021

Vor dem für Donnerstag geplanten EU-Afghanistan-Forum fordert Amnesty International die Bundesregierung und die EU-Staaten dazu auf, sichere und legale Zugangswege aus Afghanistan und der Nachbarregion in erheblichem Umfang auszubauen. Die Menschenrechtsorganisation weist zudem abermals auf die Gefahrenlage in dem Land hin. Die Aufnahme von Menschenrechtsaktivist_innen in Deutschland muss deshalb stichtagsunabhängig fortgesetzt werden. Es braucht unter anderem eine großzügige Vergabe humanitärer Visa sowie einen beschleunigten Familiennachzug.

Die europäischen Mitgliedsstaaten müssen beim EU-Afghanistan-Forum am Donnerstag Zusagen für die Aufnahme von mindestens 36.000 besonders schutzbedürftigen Menschen im Wege des Resettlement für das Jahr 2022 machen", sagt Franziska Vilmar, Expertin für Asylpolitik bei Amnesty International in Deutschland. "Zusätzlich dazu ist die Europäische Union gefordert, afghanische Flüchtlinge in angemessenem Umfang aufzunehmen durch den Ausbau von legalen und sicheren Zugangswegen."

Gemeinsam mit 24 humanitären Organisationen setzt sich Amnesty International für mehr Solidarität bei der Aufnahme von afghanischen Flüchtlingen ein.

Franziska Vilmar, Asylrechts-Expertin bei Amnesty in Deutschland:

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Die Sicherheits- und Menschenrechtslage in Afghanistan ist unverändert katastrophal. "Unsere heute veröffentlichte Recherche zu einem Massaker an 13 Angehörigen der ethnischen Gruppe der Hazara in der Provinz Daykundi, welches wohl ein Kriegsverbrechen darstellt, zeigt abermals, wie dramatisch sich die Situation vor Ort bereits wenige Wochen nach der Machtübernahme der Taliban entwickelt", erklärt Vilmar. "Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund fordern wir die Bundesregierung auf, die Evakuierungen von Menschenrechtsverteidiger_innen, Journalist_innen und weiteren besonders gefährdeten Personen aus Afghanistan und der Nachbarregion pragmatisch und unbürokratisch fortzusetzen. Der Schutz vor Menschenrechtsverletzungen kennt keinen Stichtag."

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