Aktuell Ägypten 14. Februar 2017

Es ist an der Zeit, dass wir für unsere Rechte eintreten

Grafik einer zerrissenen Kette

Wir können uns beim Schutz unserer bürgerlichen Freiheiten nicht auf Regierungen verlassen, deshalb müssen wir selbst für unsere Rechte eintreten. Wir müssen uns zusammentun und dem Angriff auf seit Langem geltende Menschenrechte entgegentreten. Wir sitzen keinen Reden auf, die uns weißmachen wollen, dass wir unsere Rechte im Tausch gegen Wohlstand und Sicherheit aufgeben müssen.

Die mutigen Aktivistinnen und Aktivsiten der Vergangenheit sind unsere Vorbilder. In düsteren Zeiten haben einzelne Menschen etwas bewirkt, indem sie eine konsequente Haltung eingenommen haben, seien es die Bürgerrechtlerinnen und -rechtler in den USA, die Anti-Apartheid-Aktivistinnen und -Aktivisten in Südafrika oder Frauenrechts- und LGBTI-Bewegungen in der ganzen Welt.

Kleine Aktionen einzelner Menschen können tatsächlich etwas bewirken, wenn wir für die Verteidigung der Menschenrechte aufstehen. Doch weltweite Solidarität ist wichtig, wenn wir einander vor Regierungen schützen wollen, die abweichende Meinungen gern als Bedrohung der nationalen Sicherheit und wirtschaftlichen Entwicklung darstellen.

Dass dieser gemeinsame Einsatz etwas bewirken kann, zeigen diese Beispiele aus dem vergangenen Jahr:

1. Phyoe Phyoe Aung, Myanmar Kam im April frei. Weltweit schrieben Amnesty-Unterstützerinnen und -Unterstützer im Rahmen des Briefmarathons 2015 mehr als 394.000 Briefe, E-Mails und Tweets für Phyoe Phyoe Aung. Sie wurde zusammen mit zahlreichen weiteren Studierenden, die an Protesten teilgenommen hatten, freigelassen. "Euch allen vielen Dank", schrieb sie kürzlich in einem Brief an Unterstützerinnen und Unterstützer. "Nicht nur, weil ihr euch für meine Freilassung eingesetzt habt, sondern auch, weil ihr dazu beigetragen habt, unsere Hoffnung zu bewahren und unsere Überzeugungen hochzuhalten."

 

2. Yecenia Armenta, Mexiko Im Juni aus dem Gefängnis entlassen. Yecenia Armenta wurde am 10. Juli 2012 15 Stunden lang gefoltert. Sie wurde geschlagen, fast zum Ersticken gebracht und vergewaltigt, um sie zu dem "Geständnis" zu zwingen, an der Ermordung ihres Ehemanns beteiligt gewesen zu sein. Unterstützerinnen und Unterstützer von Amnesty schickten im Rahmen der Stop-Folter-Kampagne und des Briefmarathons 2015 rund 300.000 Appelle für sie ab.

 

3. Fred Bauma und Yves Makwambala, Demokratische Republik Kongo Freilassung Ende August. Mit 170.000 Briefen hat sich eine unglaubliche Menge von Menschen im Rahmen des Briefmarathons 2015 für die beiden Jugendaktivisten aus der Demokratischen Republik Kongo eingesetzt. "Jeder Brief, jeder Besuch, jedes Wort hat uns Mut gemacht und unsere Entschlossenheit in diesem langen, aber gerechten Kampf für Freiheit und Demokratie gestärkt", so Yves Makwamba. Zehn weitere Aktivistinnen und Aktivisten aus der LUCHA-Jugendbewegung wurden 2016 ebenfalls freigelassen.

 

4. Kostyantyn Beskorovaynyi, Ukraine Im Februar auf Druck von Amnesty-Unterstützerinnen und -Unterstützern freigelassen. Zwölf weitere Männer und eine Frau kamen nach intensiven Gesprächen mit Amnesty und Human Rights Watch im Juli und August frei. Alle waren in einer geheimen Hafteinrichtung im nordukrainischen Charkiw festgehalten worden. Amnesty hatte den Regierungsvertreterinnen und -vertretern der Ukraine bei Gesprächen immer wieder eine Liste mit Namen vorgelegt, auf der auch Kostyantyn Beskorovaynyi und die 13 anderen standen. "Vielen Dank für die Arbeit, die ihr leistet", richtete Kostyantyn Beskorovaynyi anschließend aus. "Ich habe gedacht, ich komme nie wieder raus."

 

5. Mahmoud Hussein, Ägypten Im März freigelassen. Der 20-jährige Student verbrachte mehr als zwei Jahre ohne Gerichtsverfahren in Haft, nachdem er 2014 im Alter von 18 Jahren wegen des Tragens eines T-Shirts mit der Aufschrift "Nation ohne Folter" festgenommen worden war. "Ich bin euch, den Aktivistinnen und Aktivisten von Amnesty, die Kampagnen zu meiner Unterstützung gestartet haben, sehr dankbar", sagte Mahmoud Hussein. "Das hat mir große Hoffnung gemacht, und ich fühlte mich wirklich unterstützt, weil ich wusste, dass ich zwar weit weg von den Menschen auf einem Friedhof für Lebende eingesperrt war. Aber in den Gedanken anderer Menschen war ich lebendig." 145.000 Menschen weltweit setzten sich im Rahmen der Stop-Folter-Kampagne von Amnesty für seine Freilassung ein.

 

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