Aktuell 07. März 2022

Amnesty-Petitionen und -Materialien zum Weltfrauentag am 8. März

Das Foto zeigt eine Frau inmitten einer Menschenmenge auf einer Straße. Sie trägt eine Brille, eine T-Shirt mit einem Slogan drauf, einen Mundschutz unter ihrem Kinn. Sie spricht in ein Megafon.

Teilnehmerin einer Demonstration in Mexiko Stadt anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November 2021

In vielen Ländern der Welt werden Frauen weiterhin diskriminiert und unterdrückt. Sie werden aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt, erleiden Gewalt oder werden sogar ermordet. Daran erinnert Amnesty am 8. März, dem Weltfrauentag. Die Amnesty-Themengruppe "Menschenrechtsverletzungen an Frauen" und die Amnesty-Ländergruppen Türkei und El Salvador haben Materialien und Aktionsvorschläge zusammengestellt, damit du gegen diese untragbaren Zustände aktiv werden kannst.

Türkei: Kein Schutz vor Gewalt

Das Ausmaß an Gewalt gegen Frauen in der Türkei ist laut eines aktuellen Amnesty-Berichts erschreckend. Im Durchschnitt wird täglich mindestens eine Frau aufgrund ihres Geschlechts ermordet. Diese Zahlen sind nicht vollständig, denn nicht selten werden Morde als Selbstmorde deklariert. Auch Mordversuche, bei denen Frauen oft schwer verletzt werden, gehören zum Alltag. Trotzdem hat der türkische Präsident Recep Erdoğan im März 2021 den Austritt der Türkei aus der Istanbul-Konvention verkündet, dem Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt. Seit dem 1. Juli 2021 ist der Austritt der Türkei rechtskräftig. Damit wurde signalisiert, dass Gewalt gegen Frauen in der Türkei akzeptiert wird und dass der Staat den Frauen seinen Schutz entzieht.

Auf www.amnesty-frauen.de findest du einen Flyer mit der Schilderung von Einzelfällen, eine Postkarte an die türkische Gesundheitsministerin, eine Aktionsanleitung sowie Musterbriefe an den türkischen Justizminister und den türkischen Innenminister zum Ausdrucken
 

Das Bild zeigt eine viele protestierende Frauen mit einem lila Banner und Flaggen

"Wir geben die Istanbul-Konvention nicht auf!": Proteste in der türkischen Stadt Istanbul am 20. März 2021 gegen den Austritt aus der Istanbul-Konvention.

USA: Das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche  schützen

 In den USA ist das Recht auf Schwangerschaftsabbruch stark bedroht. Im Bundesstaat Texas ist vor kurzem ein Gesetz in Kraft getreten, das eine Abtreibung bereits ab der sechsten Schwangerschaftswoche verbietet. Oft ist zu diesem Zeitpunkt eine Schwangerschaft noch gar nicht bekannt. Dieses Verbot beinhaltet ein Selbstjustizprogramm, bei dem jede Person verklagt werden kann, die im Verdacht steht, einer Person, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen will, zu helfen – gegen ein Kopfgeld von 10.000 US-Dollar. Andere Bundesstaaten haben bereits entsprechende Gesetzesentwürfe eingebracht.

Die Entkriminalisierung und Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen in Ländern wie Argentinien, Irland und Mexiko in den vergangenen Jahren ist ein großer Erfolg für die Weltgemeinschaft. Die Verbote in den USA sind hingegen ein düsteres Zeichen. Schwarze, indigene und Minderheiten angehörende Frauen und Mädchen sowie LBTQ+ und Menschen mit geringem Einkommen sind von den Einschränkungen des Rechts auf einen sicheren Schwangerschaftsabbruch besonders stark betroffen.

Werde aktiv und beteilige dich an der Online-Petition der US-amerikanischen Amnesty-Sektion auf amnestyusa.org (auf Englisch)

Auf www.amnesty-frauen.de findest du unter anderem eine Aktionsanleitung und ein Info-Blatt

Das Foto zeigt eine circa zwölfköpfige Gruppe vor einem Gebäude. Sie halten mit dem Amnesty-Logo bedruckte Schilder hoch, auf denen steht: "Abortion is a human right".

Amnesty-Protestaktion vor dem Obersten Gerichtshof in der US-Hauptstadt Washington für das Recht auf sichere und legale Schwangerschaftsabbrüche (1. Dezember 2021)

El Salvador: Sie hätten niemals festgenommen werden dürfen

Das absolute Abtreibungsverbot in El Salvador gefährdet Leib und Leben von Frauen und Mädchen. Frauen, die Fehlgeburten erleiden, werden beschuldigt, einen Schwangerschaftsabbruch vorgenommen zu haben, und zu hohen Haftstrafen verurteilt. Sogar schwer erkrankten Frauen wird während der Schwangerschaft eine medizinische Behandlung verweigert, wenn dabei unter Umständen der Fötus geschädigt werden könnte, etwa bei Krebs. Darüber hinaus müssen Frauen, deren Fötus nachweislich nicht lebensfähig ist, das Kind bis zur natürlichen Geburt austragen. Selbst Zwölfjährige, die vergewaltigt worden sind, müssen das Kind austragen.

Amnesty International setzt sich für die Abschaffung des absoluten Abtreibungsverbotes ein, damit die Gesundheit von Frauen und Mädchen nicht gefährdet wird und Frauen für die Wahrnehmung ihrer reproduktiven Rechte nicht bestraft werden.

Auf www.amnesty-frauen.de findest du einen Musterbrief an den Präsidenten El Salvadors zum Ausdrucken auf Deutsch und Spanisch

Weitere Informationen zur Lage in El Salvador findest du auf www.ai-el-salvador.de
 

Das Foto zeigt eine Gruppe von sechs Frauen mit Mundschutz, die Schilder mit dem gezeichneten Porträt einer Frau hochhalten. Auf den Schildern steht unter anderem: Manuela.

Delegierte einer feministischen Organisation demonstrieren am 10. März 2021 in Costa Rica anlässlich einer Anhörung des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte (ICHR) im Fall einer Frau namens Manuela, die in El Salvador wegen eines Schwangerschaftsabbruchs zu 30 Jahren Haft verurteilt wurde.  

 Afghanistan: #OpenSchoolsForGirls

Am 22. März 2022 endet in Afghanistan die Winterpause, die Schule fängt wieder an. Amnesty fordert, dass die Mädchen der Sekundarstufe dann wieder zur Schule gehen dürfen. Am 24. Januar, dem Weltbildungstag, startete die Aktion #OpenSchoolsForGirls, die sich an die in Afghanistan herrschenden Taliban richtet und das Recht auf Bildung für Mädchen einfordert. Auch die deutsche Amnesty-Sektion hat sich an der Aktion beteiligt. Am 8. März 2022 werden alle Amnesty-Sektionen ihre für die Rechte von Frauen und Mädchen in Afghanistan gesammelten Unterschriften an die Regierungen ihres Landes übergeben, um weiteren internationalen Druck aufzubauen.

Zeige deine Solidarität mit Schülerinnen und Frauen in Afghanistan: Drucke eine dieser drei Grafiken aus, mach ein Foto davon, wie du sie hochhältst, und poste dieses Foto anschließend in den sozialen Medien. Bitte füge @amnestysasia ein und verwende #OpenSchoolsforGirls, #SpeakUpforAfghanWomen und #EducationForAll als Hashtags.

Es wäre schön, wenn du viele andere Menschen zur Teilnahme an dieser Online-Aktion bewegen könntest.

Eine Schülerin mit Kopftuch hält eine Papierrolle in der Hand und geht lächelnd am verschlossenen Eingangstor einer Schule vorbei

Eine Schülerin vor einer Schule in der afghanischen Stadt Herat im September 2021

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