Kultur Schweiz 24. April 2018

Kinostart für Dokumentarfilm Eldorado

Eine vierköpfige Familie steht in einem leeren Raum mit vielen Fesntern an einem Tisch einem Polizisten in Uniform gegenüber

Still-Foto aus dem Dokumentarfilm Eldorado, das eine Familie und einen Grenzbeamten im schweizerischen Chiasso zeigt

Ab dem 26. April läuft der neue Dokumentarfilm von Regisseur Markus Imhoof in den Kinos. Der Film fokussiert das Thema Flucht und Asyl aus einer sehr persönlichen Perspektive.

1945 war die achtjährige Giovanna abgemagert aus dem zerbombten Mailand in die Schweiz gekommen und die Familie von Markus Imhoof nahm sie als „Ferienkind“ auf. Das Schicksal Giovannas, die 1946 zurück nach Italien geschickt wurde, hat Regisseur Markus Imhoof nachhaltig geprägt. 

Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen verfolgt Eldorado die Spuren heutiger Bootsflüchtlinge im Mittelmeer, die im Rahmen der Operation Mare Nostrum von der italienischen Marine gerettet und ans Festland gebracht werden, wo sie die Aufnahmeprozeduren durchlaufen und in Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht werden. Gezeigt werden aber auch von der Mafia kontrollierte Flüchtlingslager mit einer Schattenwirtschaft, in der Ausbeutung und Prostitution herrschen. Nicht zuletzt begleitet der Film einige der wenigen Flüchtlinge, die es bis in die Schweiz geschafft haben, ohne dort ihres Aufenthalts sicher sein zu können.

You-Tube-Video: Trailer Eldorado

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Der sehr persönliche Zugang verwebt prägende Erfahrungen aus der Kindheit des Regisseurs mit gegenwärtigen Beobachtungen aus der "Festung Europa". Die beiden Erzählstränge werden immer wieder miteinander verknüpft, ineinander verschachtelt und gespiegelt. Rhythmisch geschmeidige Montage verbindet umfangreiches Familienfotomaterial, Auszüge aus Giovannas Briefen und Kinderzeichnungen mit eindringlichen Bildsequenzen von der aktuellen Flüchtlingssituation. 

Markus Imhoof erzählt nach seinem unter anderem mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichneten Kinoerfolg More than Honey erneut eine sehr persönliche Geschichte, um ein globales Phänomen erfahrbar zu machen. So hebt sich der vielschichtige und berührende Film von anderen Dokumentarfilmen zum Thema ab. Eldorado feierte seine Weltpremiere bei den Berliner Filmfestspielen 2018 und erhielt eine lobende Erwähnung der diesjährigen Amnesty Jury auf der Berlinale. 

Special-Screenings in Anwesenheit des Regisseurs Markus Imhoof und mit anschließendem Publikumsgespräch finden in folgenden Städten statt:

23.4., 10:00 Uhr, Darmstadt, Programmkino Rex
23.4., 18:30 Uhr, Frankfurt, Harmonie Kinos
24.4., 19:45 Uhr, Dresden, Programmkino Ost
25.4., 20:00 Uhr, Potsdam, Thalia Kino
26.4., 20:00 Uhr, Hamburg, Abaton
27.4., 18:00 Uhr, Essen, Filmstudio Glückauf
28.4., 17:00 Uhr, Mannheim, Atlantis
28.4., 19:00 Uhr, Heidelberg, Gloria
29.4., 15:15 Uhr, Freiburg, Harmonie
29.4., 20:00 Uhr, Stuttgart, Delphi Arthaus Kino
30.4., 19:30 Uhr, München, Kinos Münchner Freiheit

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