Aktuell Mexiko 10. November 2014

Amnesty zeichnet Abel Barrera mit dem Menschenrechtspreis 2011 aus

Mutiger Einsatz für Menschenrechte in Mexiko
Porträtfoto von Abel Barrera. Im Hintergrund fließt ein Fluss, an dessen Ufern Bäume stehen.

Der mexikanische Menschenrechtsverteidiger Abel Barrera Hernández ist Träger des Amnesty-Menschenrechtspreises 2011.

Der Einsatz des Menschenrechtszentrums Tlachinollan in Mexiko für arme, marginalisierte und oft indigene Menschen in Mexiko ist extrem wirkungsvoll. Amnesty unterstützt die Arbeit des Zentrums und seines Gründers Abel Barrera seit Jahren und zeichnete sie 2011 mit dem Amnesty-Menschenrechtspreis aus.

Abel Barrera ist Leiter des renommierten Menschenrechtszentrums Tlachinollan, das sich für die Rechte der oft extrem armen und marginalisierten, in großen Teilen indigenen Bevölkerung des Bundesstaates Guerrero einsetzt. Amnesty International hat sich mehrfach mit Eilaktionen für die Mitarbeiter_innen von Tlachinollan eingesetzt, die immer wieder massiv bedroht werden und vom Staat keinen ausreichenden Schutz erhalten. Auch im Rahmen der globalen Kampagne "Stop Folter" gibt es große Überschneidungen mit der Arbeit von Tlachinollan. So begleitete Amnesty den Fall der beiden von Militärs vergewaltigten indigenen Frauen Valentina Rosendo und Ines Fernandez, deren Fall von Tlachinollan bis vor den Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte gebracht wurde, mit einer Kampagne.  

YouTube-Video: Verleihung des Amnesty-Menschenrechtspreises 2011 an Abel Barrera

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Zum Beispiel arbeiten Amnesty International als auch Tlachinollan zum Fall der verschwundenen Studenten von Iguala im Bundesstaat Guerrero: Am 26. September 2014 griff die Polizei einen Bus mit unbewaffneten Studenten einer linken Hochschule an. Sechs Menschen wurden getötet, drei von ihnen Studenten. Einer wurde später mit Folterspuren aufgefunden. Der Verbleib von 43 Studenten, die von der Polizei mitgenommen und anscheinend an Angehörige einer örtlichen Bande des organisierten Verbrechens übergeben wurden, ist weiterhin unklar. Die Suche nach ihnen und die Offenlegung vieler Massengräber in den Bergen von Guerrero brachten bisher keinen Erfolg.

Die mutmaßlichen Drahtzieher des Überfalls, der Bürgermeister von Iguala und seine Frau, wurden inzwischen verhaftet. Drei mutmaßliche Mitglieder einer Drogenbande haben gestanden, die vermissten Lehramtsstudenten ermordet und ihre Leichen verbrannt zu haben. Dies muss nun durch unabhängige Untersuchungen bestätigt werden.

Amnesty International und Tlachinollan fordern, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden, aber auch, dass endlich strukturelle Reformen in Angriff genommen werden, die die Zusammenarbeit vieler Politiker mit der Organisierten Kriminalität beenden und die Justiz stärken. Tlachinollan begleitet vor Ort die Familienangehörigen der Studenten und unterstützt sie dabei, ihr Recht auf Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung einzufordern.

Eune Gruppe junger Menschen steht mit Plakaten und einem Amnesty-Banner abends vor dem Brandenburger Tor. Ganz vorne steht Abel Barrera und lächelt in die Kamera.

Amnesty-Protestaktion in Berlin für ein Ende der Folter in Mexiko und für die Aufklärung der mutmaßlichen Morde an 43 Studierenden. An der Mahnwache im November 2014 nahm auch der Menschenrechtsaktivist und Träger des Amnesty-Menschenrechtspreises Abel Barrera teil (2.v.r.).  

Im November 2014 ging Abel Barrera auf eine eine zehntägige Rundreise durch Deutschland. Sie führte ihn nach Hannover, Hamburg und Berlin, wo er auf öffentlichen Veranstaltungen und in politischen Gesprächen über die aktuelle Menschenrechtslage in Mexiko berichtete.

Weitere Informationen:

Interview mit Abel Barrera 

Tlachinollan: In der Gemeinschaft Gerechtigkeit schaffen

Amnesty-Bericht "Mexiko: Schockierender Anstieg von Folterfällen"

Rückblicke: Der Amnesty Menschenrechtspreis 1998 bis 2018

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