Aktuell Deutschland 15. März 2011

Rückblick auf die 6. Verleihung des Menschenrechtspreises in Berlin

Salil Shetty, internationaler Generalsekretär von Amnesty, und Abel Barrera, Preisträger des 6. Menschenrechtspreis

Salil Shetty, internationaler Generalsekretär von Amnesty, und Abel Barrera, Preisträger des 6. Menschenrechtspreis

50 Jahre Amnesty International - dieses Jubiläum feierte die Organisation vom 25. bis 28. Mai 2011 im Haus der Kulturen der Welt in Berlin. Höhepunkt war die Verleihung des Amnesty-Menschenrechtspreises am Abend des 27. Mai an den mexikanischen Menschenrechtsverteidiger Abel Barrera.

Mit dem Menschenrechtspreis zeichnet die deutsche Sektion von Amnesty International Persönlichkeiten und Organisationen aus, die sich unter oftmals schwierigen Bedingungen für die Menschenrechte einsetzen. Ziel des Preises ist, das Engagement dieser Menschen zu würdigen, sie zu unterstützen und ihre Arbeit in der deutschen Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Am 27. Mai 2011 zeichnete Amnesty den mexikanischen Aktivisten Abel Barrera für seinen mutigen Einsatz mit dem Menschenrechtspreis aus.

Barrera ist der Gründer des Menschenrechtszentrums „Tlachinollan“, das sich für die Rechte der Indigenen und ihren Einsatz gegen Straflosigkeit und Gewalt in Mexiko einsetzt. Die Organisation recherchiert insbesondere Fälle von ‚Verschwindenlassen' und von Übergriffen durch das Militär. Mehrere Fälle von Vergewaltigung und Misshandlung durch Soldaten haben die Anwältinnen und Anwälte des Zentrums bereits bis vor den Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte gebracht.

Salil Shetty, Internationaler Generalsekretär von Amnesty International, würdigte in seiner Laudatio das Engagement und die Arbeit von "Tlachinollan": "Abel Barrera und seine Mitarbeiter setzen sich mit Herz und Verstand für ein neues Mexiko ein, wo die Menschenrechte der Armen nicht länger straflos mit Füßen getreten werden."

In seiner Dankesrede betonte Abel Barrera:

"Der Einsatz für die Menschenrechte und gegen Armut in Mexiko ist nicht nur schwierig und leidvoll, er ist lebensgefährlich. Ich widme den Preis all jenen Menschen, die ihr Leben für Gerechtigkeit und Menschenrechte in Guerrero gelassen haben."

Weitere Gäste und Mitwirkende der Preisverleihung waren unter anderem Gerd Ruge, Gründungsmitglied von Amnesty International in Deutschland, der Sprecher des Vorstands der deutschen Amnesty-Sektion, Stefan Keßler, sowie der damalige Bundespräsident Christian Wulff, der in seinem Grußwort zum 50. Jubiläum der Gründung von Amnesty International die Notwendigkeit gemeinsamen Engagements für die Menschenrechte betonte:

"Staatliche Stellen und Nichtregierungsorganisationen werden oft unterschiedliche Wege gehen und auch gehen müssen. Entscheidend ist, dass wir gemeinsam und in enger Abstimmung vorgehen. Denn unser Ziel ist dasselbe: Dass die Sache der Menschenrechte vorankommt und sich sowohl das Schicksal Einzelner als auch die Situation von Staaten zum Besseren wendet.“

Das künstlerische Rahmenprogramm gestalteten unter anderem Françoiz Breut (Neo-Chanson), Sophie Hunger (Singer-Songwriterin), Michael Mittermeier (Comedian), Alice Sara Ott (Piano) und die Söhne Mannheims. Die Moderation des Abends übernahm Reinhold Beckmann.

Ein weiteres Highlight des Abends war die große Premiere des neuen Kino-Spots der deutschen Amnesty-Sektion, an dem viele Mitglieder, Unterstützerinnen und Unterstützer sowie Spenderinnen und Spender als Komparsen in den Filmstudios Babelsberg mitgewirkt hatten.

Zudem wurde die Verleihung von einer mehrtätigen Ausstellung und einer Vortragsreihe zum 50. Geburtstag von Amnesty International begleitet, welche die wichtigsten Stationen von Amnesty International im Kontext des zeithistorischen Geschehens zeigte.

Hier findest du weitere Informationen zum Menschenrechtspreisträger Abel Barrera Hernández und zur Verleihung des 06. Menschenrechtspreises.

Mehr dazu