Amnesty 26. Juni 2026

Grußwort von Amnesty-Generalsekretärin Julia Duchrow

Porträtfoto von Julia Duchrow, aufgenommen in einem lange  Gang in einem Bürogebäude. Sie lehnt mit ihrem rechten Arm an eine Wand und lächelt in die Kamera-

Julia Duchrow, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland.

Verehrte Unterstützer*innen, liebe Freund*innen,

weltweit gingen im vergangenen Jahr Millionen Menschen für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte auf die Straße: von den USA über Kenia bis Iran. In Berlin demonstrierten 100.000 Menschen gegen den Genozid in Gaza. 200.000 waren es bei der Pride-Demonstration in Budapest, obwohl Viktor Orbán sie verboten hatte. Der war damals noch Ministerpräsident, wurde aber mit großer Mehrheit abgewählt, weil die Menschen von seiner autoritären Politik genug hatten. 

Auch zahlreiche politische Gefangene kamen frei: etwa die deutsch-iranische Frauenrechtlerin Nahid Taghavi oder die belarusische Oppositionspolitikerin Maria Kalesnikova. Für beide hatte sich Amnesty jahrelang eingesetzt. 

All dies sind Hoffnungsschimmer in einer Zeit, die Anlass zu großer Sorge gibt: Kriege und Konflikte eskalierten, viele Regierungen traten die Menschenrechte mit Füßen. Sie setzten rücksichtslos militärische Gewalt ein, unterdrückten friedliche Proteste oder verletzten die Rechte von schutzbedürftigen Menschen. Eine Welt nimmt Kontur an, in der Macht, Willkür und das Recht des Stärkeren regieren. 

Doch diese Entwicklung ist nicht ohne Gegenwehr. Amnesty International steht an der Seite aller Menschen, die Gewalt, Entrechtung und den Abbau von Rechtsstaatlichkeit nicht hinnehmen wollen. Wir recherchieren, publizieren und demonstrieren, wir unterstützen die Opfer von Menschenrechtsverletzungen und machen für Einzelne einen Unterschied. 

Möglich ist dies dank Ihrer Hilfe! Gemeinsam sorgen wir auch 2026 dafür, dass die Stimme der Menschenrechte gehört wird. 

Ihre Julia Duchrow 

Generalsekretärin Amnesty International in Deutschland