Der Amnesty-Briefmarathon: Briefe, die Leben verändern
Schreibaktion in Simbabwe während es Amnesty-Briefmarathons 2025.
© Amnesty Zimbabwe
Jedes Jahr zeigt der Briefmarathon von Amnesty International, wie kraftvoll es ist, wenn Millionen Menschen Appelle und Solidaritätsbotschaften schreiben, um bedrohte Aktivist*innen zu unterstützen und Regierungen an ihre menschenrechtlichen Verpflichtungen zu erinnern. Der klassische Brief bleibt ein wirksames Mittel: Er erzeugt öffentlichen Druck, schafft Aufmerksamkeit und gibt Betroffenen das Gefühl, nicht allein zu sein.
2025 wurden weltweit 3.744.870 Appelle verschickt, aus Deutschland fast 550.000. Besonders stark engagierten sich Schulen: Schüler*innen an 487 Schulen verfassten 258.815 Briefe – ein Plus von über 5,5 %. Für viele junge Menschen ist der Briefmarathon der erste bewusste Kontakt mit Menschenrechten. Dabei erleben sie, welche Wirkung ihre Stimme entfalten kann, wenn sie sich mit Tausenden anderen verbindet.
Die weltweiten Appelle an Behörden in Ecuador, Honduras, Kambodscha, Madagaskar, Myanmar, Norwegen, Südafrika und Tunesien führten zu konkreten Erfolgen: Sonia Dahmani aus Tunesien kam am 27.November 2025 nach 18 Monaten willkürlicher Haft frei. Die Haftbedingungen von Sai Zaw Thaike in Myanmar verbesserten sich. Und im Fall des 3-jährigen Mboceni in Südafrika wurden endlich Ermittlungen aufgenommen und beschleunigt.
Seit 1961 schreibt Amnesty Briefe für Menschen in Gefahr. Immer wieder führen diese Aktionen zu Freilassungen oder besseren Haftbedingungen. Der Briefmarathon ist eine der erfolgreichsten Kampagnen von Amnesty International – und ein starkes Zeichen weltweiter Solidarität.