Aktuell Indien 20. Januar 2016

4. Amnesty-Menschenrechtspreis für Monira Rahman aus Bangladesch

4. Amnesty-Menschenrechtspreis für Monira Rahman aus Bangladesch

Monira Rahman bei der Verleihung des 4. Menschenrechtspreises am 19. März 2006 in Berlin

20. März 2006 - Die deutsche Sektion von Amnesty International hat Monira Rahman aus Bangladesch mit dem 4. Amnesty-Menschenrechtspreis ausgezeichnet. Unter den fast 600 Gästen der feierlichen Verleihung im Deutschen Theater in Berlin: Bundespräsident Horst Köhler und seine Ehefrau Eva Köhler. Die Laudatio hielt Irene Khan, internationale Generalsekretärin von Amnesty International.

Die Preisträgerin Monira Rahman ist Mitgründerin und Geschäftsführerin der "Acid Survivors Foundation" (ASF). Sie betreut Überlebende von Säureattentaten und kämpft für die Ächtung dieser Verbrechen.

Die deutsche Amnesty-Sektion vergab den Menschenrechtspreis im Rahmen der weltweiten Kampagne "Hinsehen & Handeln: Gewalt gegen Frauen verhindern". Zur Verleihung kam Frau Rahman in Begleitung von Asma Akter, die 13 Jahre alt war, als ein Nachbar ihr Säure ins Gesicht schüttete.

Die internationale Generalsekretärin von Amnesty, Irene Khan, würdigte das Engagement der Preisträgerin:

"Monira Rahman und die ASF haben eine der feigsten und grausamsten Arten von Gewalt gegen Frauen in der Welt aufgedeckt. Monira Rahman hat die Selbstzufriedenheit der Gesellschaft herausgefordert, sie hat die Ungerechtigkeit benannt - und sie hat den Überlebenden Hoffnung gegeben!"

In ihrer Dankesrede sagte Rahman: "Seit 1999 hat die ASF 1.148 Überlebende von Säureattentaten betreut, das sind 1.148 menschliche Schicksale. Bis heute habe ich keine Antwort darauf, warum ein Mensch einen anderen Menschen mit Säure angreift. Säureattentate sind eine schwere Menschenrechtsverletzung!"

In Bangladesch wurden seit 2000 weit mehr als 1.000 Frauen und Mädchen Opfer von Säureattentaten. Die Täter sind immer Männer, ihre Motive unterschiedlich: von sexueller Abweisung bis hin zu Streitigkeiten über Mitgift und Land. Nur wenige Täter kommen vor Gericht, viele einigen sich außergerichtlich mit der Familie des Opfers; nicht selten verhindern korrupte Polizisten und Richter einen Prozess.

Mit dem Menschenrechtspreis zeichnet die deutsche Amnesty Sektion Persönlichkeiten aus, die sich unter oftmals schwierigen Bedingungen für die Menschenrechte einsetzen. Ziel des Preises ist, das Engagement dieser Menschen zu würdigen, sie zu unterstützen und ihre Arbeit auch in der deutschen Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Zum Programm der Verleihung trugen bei: Christian Berkel, Benno Fürmann, Hélène Grimaud, Herbert Grönemeyer, Dominique Horwitz, Carlos Martínez, Franka Potente, Gerd Ruge und Wir sind Helden. Es moderierte Roger Willemsen.

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