Aktuell Korea (Süd) 21. Dezember 2011

UA-Erfolge Oktober bis Dezember 2011

Viele gute Nachrichten

SÜDKOREA – GEWERKSCHAFTER WIRD NICHT AUSGEWIESEN

Michel Catuira, Vorsitzender der südkoreanischen Migrantengewerkschaft MTU, 2011

Michel Catuira, Vorsitzender der südkoreanischen Migrantengewerkschaft MTU, 2011

Michel Catuira kann vorerst in Südkorea bleiben. Das Verwaltungsgericht Seoul entschied, dass es gegen südkoreanische Rechtsgrundsätze und gegen international verbriefte Menschenrechte verstoßen würde, den Gewerkschafter auszuweisen. Der philippinische Staatsbürger Michel Catuira ist Vorsitzender der südkoreanischen Migrantengewerkschaft (MTU). Seit Gründung der MTU im Jahr 2005 hat die Regierung mindestens fünf führende Mitglieder der Gewerkschaft verhaften lassen und des Landes verwiesen. Dieses Vorgehen legt den Verdacht nahe, dass auf diese Weise versucht werden soll, die MTU an ihren legitimen gewerkschaftlichen Aktivitäten zu hindern.
(UA-034/2011)

SÜDSUDAN – JOURNALISTEN FREIGELASSEN

Ngor Garang, Chefredakteur der Zeitung The Destiny, und der Journalist Dengdit Ayok wurden am 18. November in der Stadt Juba ohne Anklageerhebung freigelassen. Laut Quellen vor Ort war Ngor Garang geschlagen worden. Die beiden Journalisten sind nun wieder bei ihren Familien und sollen am 19. November ärztlich untersucht worden sein. Ngor Garang war am 1. November festgenommen worden, als er nach einer Vorladung beim Sicherheitsdienst NSS erschienen war. Vier Tage später nahmen Angehörige des NSS den Journalisten Dengdit Ayok in den Redaktions-räumen von The Destiny fest. Offenbar hingen die Festnahmen mit einem Artikel von Dengdit Ayok zusammen, in dem er Salva Kiir, den Präsidenten Südsudans, kritisierte, weil dieser seiner Tochter die Erlaubnis gab, einen nicht südsudanesischen Mann zu heiraten. (UA-327/2011)

PAKISTAN – JOURNALIST WIEDER FREI

Rehmatullah Darpakhel, 2011

Rehmatullah Darpakhel, 2011

Der Journalist Rehmatullah Darpakhel wurde am 12. Oktober freigelassen und erholt sich derzeit bei seiner Familie. Er war am Nachmittag des 11. August von Unbekannten entführt worden, als er in seinem Heimatort Miran Shah in Nord-Waziristan im Nordwesten Pakistans einkaufte. Die Meldung über die Freilassung des Pakistaners wurde von seiner Familie und in Journalistenkreisen mit großer Erleichterung aufgenommen. Laut Familienangehörigen und KollegInnen geht es ihm gut. Der erfahrene Journalist ist bekannt für seine faire Berichterstattung. Er ist einer der wenigen, die aus dem Stammesgebiet Nord-Waziristan berichten. Nord-Waziristan ist eines der gefährlichsten Gebiete im Konflikt zwischen den Taliban und den internationalen Einsatzkräften. (UA-270/2011)

USA - KEINE HINRICHTUNGEN UNTER DEM GOUVERNEUR VON OREGON

"Nein" zur Todesstrafe: Mahnwache vor der US-Botschaft in Berlin am 10.10.2010

"Nein" zur Todesstrafe: Mahnwache vor der US-Botschaft in Berlin am 10.10.2010

Der Gouverneur des US-Bundesstaates Oregon stoppte am 22. November die Hinrichtung von Gary Haugen und erklärte, dass während seiner Amtszeit keine weiteren Hinrichtungen vorgenommen werden. Gouverneur John Kitzhaber glaubt, dass diese Hinrichtungen weder das Land sicherer machen "noch wir als Gesellschaft dadurch besser sind". Er könne sich nicht noch einmal "an etwas beteiligen, das er als moralisch falsch betrachtet". Er weigere sich, für die Dauer seiner Amtszeit "weiterhin Teil dieses beschämenden und ungerechten Systems zu sein". Kitzhaber meint, dass Oregon eine "bessere Lösung" finden könne, eine, die die öffentliche Sicherheit garantiert und "die Verbrechensopfer und ihre Familien unterstützt".
(UA-308/2011)

SYRIEN – FREILASSUNG

Ghassan Yasin

Ghassan Yasin

Der syrische Aktivist Ghassan Yasin wurde am 10. November aus der Haft entlassen. Er war seit dem 18. August in verschiedenen Gefängnissen inhaftiert. Am 3. November war er den Justizbehörden in Aleppo im Norden Syriens vorgeführt worden. Die Anklage gegen ihn lautete auf Organisieren von Protesten und Beleidigung des Präsidenten. Am 5. November gab die Regierung die Freilassung von 553 Gefangenen bekannt, die an den seit Mitte März stattfindenden Unruhen beteiligt waren, "deren Hände jedoch nicht blutbefleckt sind". Ghassan Yasin war allem Anschein nach nicht unter ihnen, sondern wurde am 10. November aus dem Zentralgefängnis in Aleppo entlassen. Es ist unklar, ob die Behörden ihn zu den 553 Freigelassenen zählten. (UA-290/2011)

SUDAN – STRAFVERFAHREN EINGESTELLT

Sudan

Sudan

Der sudanesische Justizminister hat am 13. Dezember die Strafverfahren gegen den aus Darfur stammenden Menschenrechtler Abdelrahman Adam Abdelrahman und den Journalisten Jaafar Alsabki Ibrahim einstellen lassen. Abdelrahman Adam Abdelrahman ist stellvertretender Direktor des Netzwerks Human Rights and Advocacy Network for Democracy (HAND), ein Zusammenschluss verschiedener in Darfur tätiger Organisationen. Er war von Oktober 2010 bis Dezember 2011 inhaftiert. Er soll in der Haft gefoltert worden sein. Jaafar Alsabki Ibrahim arbeitet in Darfur für die unabhängige Tageszeitung Al Sahafa. Er war von November 2010 bis August 2011 in Haft. (UA-231/2010)

VEREINIGTE ARABISCHE EMIRATE – BEGNADIGUNGEN

Freiheit für die VAE 5

Freiheit für die VAE 5

Der Präsident der VAE hat Ahmed Mansoor, Nasser bin Ghaith, Fahad Salim Dalk, Hassan Ali al-Khamis und Ahmed Abdul Khaleq am 28. November begnadigt. Dies ist besonders erwähnenswert, da sie am Tag zuvor wegen Präsidentenbeleidigung zu zwei bzw. drei Jahren Haft verurteilt worden waren. Im April wurden die Männer festgenommen. Am 28. November kamen sie auf freien Fuß. (UA-111/2011)

Weitere Artikel