Amnesty Journal Mittlerer Osten und Nordafrika 17. Juli 2012

Gesichter der Revolution

Lina Ben Mhenni und Moemen Jlassi, Miftah Saeid und Mariam Kirollos –
vier junge Aktivisten aus Tunesien, Libyen und Ägypten berichten, wie sie ein
Jahr nach den Revolutionen in ihren Ländern die politische Situation empfinden.

Von Hannah Wettig

Lina Ben Mhenni

Lina Ben Mhenni sagt, sie sei müde. Es ist Sonntag, in Tunesien ist dies seit der französischen Kolonialzeit ein freier Tag. Sie hat zu Hause die Arbeiten ihrer Studenten korrigiert und an ihrem Blog geschrieben. Übermorgen fliegt sie nach Beirut zu einer Frauenkonferenz, von dort weiter nach Europa. Die wohl bekannteste tunesische Bloggerin kann die Konferenzen, auf denen sie eingeladen war, nicht mehr zählen. Zahlreiche Blogger- und Menschenrechtspreise hat die 28-Jährige gewonnen. Sogar für den Friedensnobelpreis wurde sie vorgeschlagen.

Vor fünf Jahren, die Blogosphäre steckte noch in den Kinderschuhen, beschloss Mhenni während eines USA-Aufenthalts, sich einen Blog einzurichten. »A Tunisian Girl« nannte sie ihre Seite, die Persönliches und viele Gedichte enthielt. Zurück in Tunesien, begann sie, über soziale Alltagsprobleme zu berichteten. Prompt schaltete das Regime ihren Blog ab und sorgte so dafür, dass Lina Ben Mhenni den Kampf für die Meinungsfreiheit aufnahm.

Trotzdem scheint Ben Mhenni »das tunesische Mädchen« geblieben zu sein. Kaum 1,60 groß wartet sie vor einer der wenigen Bars in Tunis, in der sich auch Frauen treffen: Im zehnten Stock des Hana International Hotels. »Es ist kein Tisch frei, vielleicht gehen wir besser in die Hotel-Lobby«, schlägt sie vor. Sie trägt ein enges, orange-braun gestreiftes Kleid im Stil der siebziger Jahre, dazu braune Lederstiefel. Glamourös wirkt sie jedoch nicht, eher ein wenig schüchtern. Ihre Antworten sind kurz, manchmal genuschelt, ab und an tuschelt sie mit einem Freund, den sie mitgebracht hat. Es stimme nicht, dass sie aus wohlhabenden Verhältnissen stamme, wie es bei Wikipedia heißt. Ihre Mutter sei Lehrerin, ihr Vater ein einfacher Angestellter. Sie selber unterrichtet als Dozentin für Linguistik an der Universität Tunis.

Zuhause wurde nie über Politik geredet, obwohl ihr Vater einer der Gründer der tunesischen Sektion von Amnesty International war. In den siebziger Jahren saß er wegen seiner politischen Überzeugungen im Gefängnis. »Seine Erfahrungen haben mich sehr beeinflusst«, sagt Mhenni. Allerdings nur mittelbar. »Ich habe darüber gelesen.« Dunkel erinnert sie sich an Treffen von Oppositionellen in der elterlichen Wohnung. »Da wurde ein Konzert organisiert. Ich habe noch Bilder im Kopf von brennenden Autoreifen, als wir zu dem Konzert gehen wollten.« Das war Ende der achtziger Jahre. »Die ersten Jahre war Ben Ali moderat, es gab einige Freiheiten«, sagt sie.

Als sie selber aktiv wurde, ahndete das Regime jedes Aufbegehren sofort. Im Mai 2010 bereitete sie mit einem befreundeten Blogger eine Demonstration für Internetfreiheit vor. Der Marsch wurde verboten, in Ben Mhennis Zimmer eingebrochen, Computer und Kamera gestohlen. Doch sie ließ sich nicht einschüchtern. Als sich in dem Städtchen Sidi Bouzid ein Gemüsehändler selbst verbrannte und daraufhin Proteste ausbrachen, fuhr sie dorthin, filmte und berichtete auf Arabisch, Französisch und Englisch.

Ein lokales Ereignis wurde zum Ausgangspunkt für eine Revolution, die schließlich die halbe arabische Welt erfassen sollte. Gemacht haben Blogger wie Lina Ben Mhenni diese Revolution jedoch nicht. Das ist ihr wichtig: »Das Volk hat die Revolution gemacht. Ich habe nur darüber berichtet«, betont sie. Aber mit ihren Berichten hat sie eine Weltöffentlichkeit geschaffen. Der tunesische Präsident Zine Al Abidine Ben Ali war einst ein gern gesehener Gast in Europa und den USA – auch weil er für Marktwirtschaft und gegen Islamismus eintrat. Eine Brotrevolte hätte er niederschlagen können, dafür hätte er womöglich sogar Unterstützung aus dem Westen erhalten. Doch als junge arabische Aktivsten im Internet deutlich machten, dass es um Menschenrechte ging, standen Diktatoren wie er auf verlorenem Posten. Ben Ali konnte nur noch nach Saudi-Arabien fliehen, Frankreich hatte ihm die Aufnahme verweigert.

Dass es ursprünglich auch um Brot ging, ist dabei in Vergessenheit geraten. »Die ersten Forderungen waren sozialer Art. Deshalb gibt es auch noch Sit-Ins. Die an der Macht haben den Menschen Jobs, Elektrizität und Trinkwasser versprochen«, sagt Mhenni. »Ich sehe nicht, dass die Islamisten daran arbeiten.« Die gemäßigt islamistische Nahda-Partei hat in Tunesien die Wahlen zur verfassungsgebenden Versammlung gewonnen. Sie stellt nun mit zwei säkularen Parteien die Regierung. Mhenni traut ihnen nicht über den Weg. »Mal reden sie davon, die Polygamie einzuführen. Mal sagen sie, sie werden die Rechte von Frauen nicht beschneiden. Man kann ihnen nichts glauben.«

Desillusioniert sei sie. Aber sie macht weiter, prangert weiter die Missstände im Land an und kämpft für Freiheiten. Damit macht sie sich viele Feinde. Die radikal-islamistischen Salafisten haben sie auf eine schwarze Liste gesetzt. Im März forderte eine Anwältin, man solle Lina Ben Mhenni verklagen: Ihre negativen Berichte seien Schuld an der wirtschaftlichen Misere des Landes.

Moemen Jlassi

Moemen Jlassi findet das absurd. »Ich finde Lina Ben Mhenni okay. Aber was wollen alle von der? Warum ist sie so wichtig?« Der 25-jährige Jurastudent ist Mitglied der »Union général des étudiants de Tunisie«. Seit Jahren, sagt er, hätten sie unter der Studentenschaft den Widerstand organisiert. Jedes Jahr im Februar veranstalteten sie ein Musikfestival und Diskussionen in Erinnerung an die Studenten-Wahlen vom 5. Februar 1972. Damals hatten linke Studentenparteien gegen die Regimepartei Neo-Dustur gewonnen. Doch die Wahlen wurden annulliert. »Wir haben uns zu Diskussionen in Arbeiter-Cafés getroffen, weil in den schicken Cafés auf der Avenue Habib Bourguiba die Geheimpolizei war. Wir haben Codenamen am Telefon genutzt.«
Nun sitzt er in einem Café auf der Avenue Habib Bourguiba. Benannt ist die Prachtstraße nach dem ersten Präsidenten des unabhängigen Tunesiens: Ein Despot wie Ben Ali, aber immer noch ein Volksheld. Es ist kalt. Aber Jlassi will draußen sitzen. »Angewohnheit«, sagt er. »Ich bin seit einem Jahr immer draußen.« Eine Stunde fährt er mit dem Bus aus einem der ärmeren Vororte in die Innenstadt von Tunis. »Hier treffe ich immer jemanden«, sagt er. Die Revolution ist für ihn nicht zu Ende. Man müsse Bündnisse schmieden. Gleich ist er mit einem Gewerkschaftsfunktionär verabredet.

»Die Arbeiter sind die wahren Revolutionäre«, sagt er. »Die Blogger waren doch gar nicht da, vor der Revolution. Das ist die Elite, die ständig in Europa ist.« Klassengegensätze werden in Tunesien deutlich empfunden. Sie haben auch das Ergebnis der ersten freien Wahlen geprägt. Die Islamisten gewannen im Landesinneren. Die säkularen Parteien konnten nur in den reichen Küstenstädten Sitze holen. Doch Jlassi warnt vor einfachen Schlüssen. »Es sind nicht nur die Armen, die Nahda gewählt haben. Man sieht auch viele Frauen mit Kopftuch in den Villenvierteln. Das haben die früher nicht getragen. Dann gibt es die Traditionellen: Nicht jedes Kopftuch bedeutet, dass die Leute für die Nahda sind. Meine Mutter trägt auch Kopftuch, aber sie ist Sozialistin.«

Der Gewerkschaftsfunktionär wartet in einem Restaurant in der Rue Marseille in einem Hinterzimmer auf Jlassi. An der gläsernen Flügeltür hängt ein Rauchverbotsschild. Der Funktionär raucht Kette. Sein struppiges graues Haar quillt unter einem dunkelblauen Chapeau hervor. Im Tempo Pariser Intellektueller sprudelt er von seinen Plänen. Jlassi reicht ein Kärtchen weiter mit dem Konterfei von Che Guevara. Es ist die Ankündigung ­einer unabhängigen Gewerkschaft. »Es ist eine Chance!«, sagt Jlassi. »Die Gewerkschaft überlegt, bei den nächsten Wahlen als ­Partei anzutreten, um Nahda die Arbeiterstimmen streitig zu machen.«

Mehr Sorgen als die Islamisten machen ihm allerdings die Unterstützer des alten Regimes. Es ist eine diffuse Angst. Das weiß er. Die Ben Alisten haben bei den Wahlen kaum fünf Prozent der Stimmen geholt. Doch auch Lina Ben Mhenni hat davon erzählt: Parteigänger Ben Alis würden sich unter die Salafisten mischen, um Unfrieden zu stiften. »Es fällt doch auf, wie viele von denen nur kurze Stoppelbärte tragen!« hatte sie gesagt. »Außerdem kenne ich einige Gesichter.«
»Sie hat absolut recht!«, sagt Jlassi. Anders als Ben Mhenni ist er nicht unzufrieden mit dem Stand der Revolution. »Es war eine echte Revolution, auch wenn wir die sozialen Fragen noch klären müssen. In Ägypten ist es jetzt schlimmer als unter Mubarak, weil das Militär zu stark ist.« Das Nachbarland Libyen sieht er kritisch. »War das überhaupt eine Revolution? Mit der Nato? Ich würde sagen, auch ohne Nato war es eher eine separatistische Bewegung.«

Miftah Saeid

»Ohne Tunesien hätte es in Libyen keine Revolution gegeben.« Da ist sich Miftah Saeid aus Bengasi sicher. »Gaddafi war wie ein altes Gebäude, das man nicht bewegen kann.« Saeid ist Protagonist der Dokumentation »Win or Die« von Nic Nagel. In dem Film erklärt der 26-jährige Student der Wirtschaftswissenschaften die politische Lage Libyens, weil Saeid klar zu sagen weiß, was er für sein Land will: Eine Verfassung, Menschenrechte, ein faires Wahlgesetz, Dezentralisierung der Verwaltung. Während der libyschen Revolution war er mit praktischen Aufgaben betraut. Als Gaddafi das Internet abstellte, baute er eine Satellitenverbindung auf. So konnten während der Belagerung Bengasis Videos hochgeladen werden, ein Rebellenführer gab CNN Interviews über die Verbindung. Später brachte Saeid Waffen nach Misrata.

Nun ist er nach Berlin gekommen, um der Regisseurin beim Schnitt zu helfen. Fast zwei Monate weilt er schon in der Stadt, und sie gefällt ihm. Fragt man nach seinen Aktivitäten vor der Revolution, blickt er düster und stochert in seinem Kaffee. Ja, er habe versucht, etwas zu tun. »Ich war beim Roten Halbmond. Ich wollte etwas für Obdachlose und Flüchtlinge tun«, sagt er. »Aber der Halbmond war auch voller Gaddafi-Leute.« Libyen war nicht wie Ägypten oder Tunesien, selbst das unschuldigste Engagement konnte einen ins Gefängnis bringen. »Wenn du die Straße gefegt hast, haben die Gaddafi-Leute gefragt: Glaubst du, die Regierung fegt die Straßen nicht ordentlich genug?«, erläutert Saeid.

Mit leuchtenden Augen beschreibt er das heutige Libyen. »Wenn ich jetzt in ein Café gehe, dann unterhalten sich die Leute. Früher haben sie einen beobachtet.« Er sagt, eine Umfrage habe ergeben, dass heute 93 Prozent der Libyer glücklicher seien als vor der Revolution. Anders als in Tunesien und Ägypten hätten sie in Libyen ihr Ziel erreicht. »In Ägypten ist das Regime ­bestehen geblieben. In Tunesien ging es um die Wirtschaft. Die Menschen haben aber nicht das Gefühl, dass es ihnen jetzt besser geht.«

Gewiss, in Libyen bleibe viel zu tun. »Wir haben noch keinen Staat. Wir fangen bei Null an.« Er lächelt über die Regisseurin Nic Nagel, die ihn damit aufzieht, dass er schon vor dem Frühstück auf Facebook geht. »Ich muss!«, sagt er. Er versuche gerade ein Aktivisten-Netzwerk aufzubauen. Viele wüssten nicht recht, was sie jetzt anfangen sollten. Bei vielen Helfern der Revolution mache sich Frust breit. »Wir könnten Kultur- und Bildungsveranstaltungen machen, Aktivisten aus den Nachbarländern einladen.« Das sei notwendig, weil der Übergangsrat die Kämpfer nicht integriert habe. »Das können wir besser.«

Mariam Kirollos

Am Tahrir-Platz in Kairo steigt Mariam Kirollos entnervt aus dem Taxi. »Ich stand eine Stunde im Stau, weil dieser idiotische Scheich Ismail eine Wahlkampfkundgebung abhalten muss­te!«, schimpft sie. »Mitten auf der Hauptstraße! Wieso bekommt der dafür überhaupt eine Genehmigung?« Scheich Abu Ismail wollte Präsident Ägyptens werden. Inzwischen hat die Wahlkommission den Salafisten disqualifiziert, weil seine verstorbene Mutter einen amerikanischen Pass hatte. Ob ein Salafist kandidiert oder nicht, interessiert Kirollos weniger. Die 22-jährige Politikstudentin begreift ihren Aktivismus nicht im engeren Sinne als (partei-) politisch. »Was ich mache, ist menschlich. Es ist mir egal, wer der nächste Präsident wird, solange er uns wie Menschen behandelt.«

Das ist alles andere als sicher. Als linke Aktivistin, als Christin und als Frau müsste sich Kirollos eigentlich vor einem überwältigenden Wahlerfolg der Islamisten in Ägypten fürchten. Sie ist jedoch zuversichtlich: »Wir haben ein abschreckendes Beispiel: Iran. Das will niemand!«, ist sie sich sicher. Islamisches Recht in der Verfassung, Alkohol- oder Bikiniverbot – das alles bewirkt bei ihr nur ein unwilliges Kopfschütteln. »Ehrlich gesagt, habe ich keine Lust, über die Scharia nachzudenken. Wir befinden uns noch im Stadium der Revolution«, sagt sie im Café Hurriya in der Nähe des Tahrir-Platzes und nippt an ihrem Bier.

Kirollos ist womöglich die hoffnungsvollste Aktivistin, der man dieser Tage in Kairo begegnen kann. »Während der achtzehn Tage Revolution auf dem Tahrir-Platz gab es keine Unterschiede zwischen den Klassen oder zwischen Männern und Frauen. Wir haben eine Utopie gelebt«, schwärmt sie. »Seitdem glaube ich, dass man die Utopie verwirklichen kann. Darum sage ich: Die Revolution geht weiter.« Irgendwann werde die ­Revolution in den Köpfen ankommen. Davon ist sie überzeugt. »Ich weiß, wir sind eine Minderheit. Aber es waren immer Minderheiten, die die Welt verändert haben. In Ägypten haben wir mit fünf Millionen Bürgern eine Revolution gemacht – von 80 Millionen. Dann haben wir mit tausend Leuten gegen die Militärtribunale protestiert und hatten Erfolg.«

Dabei ist Kirollos Anfeindungen von allen Seiten ausgesetzt. Denn ihr Aktivismus ist in dieser Gesellschaft anstößig: Sie haut bei Demonstrationen auf eine Pauke. »Ich habe keine Ahnung, warum eine Frau sich keine Pauke vor den Bauch binden soll«, sagt sie. »Aber die Leute sagen: Sie ist wahrscheinlich eine Ausländerin, eine Zionistin.« Auch pro-westliche Ägypterinnen ­kritisieren sie. »Sie sagen, es sei nicht elegant, ich sei gegen Schönheit und Feminität«, sagt Kirollos. »Ich nenne diese Frauen Zamalek Madames.« – Zamalek ist eine Insel im Nil, mitten zwischen Kairos Innenstadtbezirken. Dort sind die Mieten am höchsten.

Für sie ist das Schlagen der Pauke ein feministisches Statement. »Wie Frauen in diesem Land behandelt werden, ist irrwitzig!«, sagt sie und zählt ein Beispiel nach dem anderen auf. Eine Frau wollte für die Präsidentschaftswahlen kandidieren: »Buthaina Kamel konnte die 30.000 Stimmen für ihre Kandidatur nicht zusammenbekommen. In einem Land von 80 Millionen gibt es nicht einmal 30.000 Menschen, die einer Frau ihre Stimme geben würden!« Ein weiteres Beispiel sind die Fußballfans: In der Revolution gegen Mubarak standen sie an vorderster Front. »Jetzt protestieren sie gegen das Militärregime und stellen irrwitzige Regeln auf. Frauen dürfen auf ihren Sitzstreiks nicht rauchen und werden um Mitternacht nach Hause geschickt!«

Aber gerade als Christin will sie sich auch gegen manche Art des Feminismus abgrenzen. »Es gibt Frauen, die haben wirklich Angst, dass die Scharia eingeführt wird und dass sie bald ein Kopftuch tragen müssen. Aber es gibt auch Feminismus, der aus Islamophobie entsteht.« Das Bild im Westen sei falsch. »Es waren Frauen mit Kopftuch, die die Demonstration am internationalen Frauentag angeführt haben. Frauen aus einfachen Verhältnissen haben Gleichheit gefordert und ein Verbot der Genitalverstümmelung.«

Kirollos selbst wohnt in einem schicken Villenvorort und besucht die Amerikanische Universität in Kairo. Ihre Eltern wollten nicht, dass sie an den Demonstrationen teilnimmt. »Während des Generalstreiks am 6. April 2008 haben sie mich eingesperrt. Auch als die Revolution ausbrach, haben sie das versucht.« Doch sie schlich sich immer wieder aus dem Haus. »Aber an dem Tag, als Mubarak zurückgetreten ist, hat mich meine Mutter geweckt und gesagt: Komm, wir gehen zusammen zum Tahrir.«

Die Autorin ist freie Journalistin und berichtet regelmäßig über die ­arabische Welt. Sie lebt in Berlin.

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