Der Briefmarathon

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Neues Rekordergebnis beim Briefmarathon!

Aktion der niederländischen Amnesty-Sektion im Rahmen des Briefmarathons im Dezember 2015 in Amsterdam

Dein Brief kann Leben retten

So funktioniert der Briefmarathon

Das gemeinsame Briefeschreiben zeigt die Kraft der Amnesty-Bewegung: An wenigen Tagen konzentrieren sich Menschen auf der ganzen Welt auf das Schicksal Einzelner. Die unzähligen Briefe zeigen den Betroffenen und ihren Familien, dass sie nicht allein sind. Und sie machen Regierungen Druck: Einen einzelnen Brief können die Behörden ungelesen wegwerfen, aber Tausende von Schreiben, die auf die Einhaltung der Menschenrechte pochen, lassen sich nicht ignorieren!

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Erfolge des Briefmarathons

Porträt von Phyoe Phyoe Aung

Die junge Aktivistin Phyoe Phyoe Aung war in Myanmar mehr als ein Jahr lang inhaftiert, und das nur, weil sie sich friedlich für die Meinungsfreiheit eingesetzt hatte. Im März 2015 war sie an der Organisation eines Protestmarsches von Studierenden beteiligt. Die Polizei ging mit Schlagstöcken auf die Demonstrierenden los. Mehr als 100 Personen wurden später inhaftiert und angeklagt, darunter auch Phyoe Phyoe Aung. Im April 2016 wurde sie wieder freigelassen, nachdem Amnesty-Unterstützerinnen und -Unterstützer beim Briefmarathon mehr als 394.000 Appelle für sie verschickt hatten.

Die handgeschriebenen Postkarten, Briefe und Solidaritätsbekundungen waren ein großer Trost für Phyoe Phyoe Aung: "All diese Briefe zu bekommen bestärkt mich in dem, was wir tun. Ich habe angefangen zu begreifen, dass die Welt zusieht und uns anfeuert - wir sind nicht allein."

Phyoe Phyoe
Aung
Myanmar
Zwei Frauen stehen vor einer Wand und hängen Briefe und Bilder vom Briefmarathon auf

Darüber hinaus hatten sich beim Briefmarathon 2015 mehr als eine halbe Million Menschen für den Schutz von Mädchen und jungen Frauen vor Zwangsverheiratungen in Burkina Faso eingesetzt. Dieser internationale Druck zeigte schnell Wirkung: Das Justizministerium bestätigte, dass die Regierung sich dazu verpflichtet, Früh- und Zwangsverheiratungen abzuschaffen. Das Ministerium erklärte, dass man sich zu diesem Schritt gezwungen gesehen habe, nachdem "Briefe, E-Mails und Nachrichten von Menschen aus der ganzen Welt eingegangen waren".

Mädchen
und junge Frauen
Burkina Faso
Porträtfoto von Fred Bauma

Zahlreiche Briefe und Postkarten erreichten auch die beiden Jugendaktivisten Fred Bauma und Yves Makwamba in der Demokratischen Republik Kongo. Zusammen mit 26 weiteren Aktivistinnen und Aktivisten waren sie im März 2015 festgenommen. Am 29. August 2016 konnte sich Amnesty über ihre Freilassung freuen. Yves bedankte sich für die Unterstützung: "Jeder Brief, jeder Besuch und jedes Wort hat uns gestärkt und unsere Entschlossenheit in diesem langwierigen, aber wichtigen Kampf für Freiheit und Demokratie bekräftigt."

Fred Bauma und
Yves Makwambala
Demokratische Republik Kongo
Porträt von Albert Woodfox mit hochgehaltener Faust als Geste des Erfolgs

In den USA wurde Albert Woodfox im Februar 2016 nach 44 Jahren in Einzelhaft endlich aus der Haft entlassen. Mehr als 240.000 Amnesty-Unterstützerinnen und -Unterstützer hatten im Rahmen des Briefmarathons seine Freilassung gefordert. Albert Woodfox sagte gegenüber Amnesty: "Die Nachrichten, die mich von Menschen außerhalb der Gefängnismauern erreicht haben, sind zu einer enormen Quelle der Stärke für mich geworden. Ich möchte mich bei allen Mitgliedern und Unterstützerinnen und Unterstützern von Amnesty für die wundervolle Arbeit, mit der sie sich für uns eingesetzt haben, bedanken."

Albert
Woodfox
USA
Porträtfoto von Moses Akatugba

Einer der größten Erfolge war die Begnadigung und Freilassung von Moses Akatugba aus Nigeria, der zum Tode verurteilt war. Der Gouverneur des Bundesstaates Delta, Dr. Emmanuel Uduaghan, begnadigte ihn Ende Mai 2015 angesichts des öffentlichen Drucks, den unter anderem Amnesty International aufgebaut hatte: "Ich habe Herrn Moses Akatugba begnadigt und die Anordnung für seine Entlassung aus der Haft unterzeichnet. Sein Fall hat in den sozialen Medien große Beachtung gefunden und Amnesty International ist auch eingeschritten."

Moses
Akatugba
Nigeria
Porträtfoto von Liu Ping

Im Fall von Liu Ping aus China gab es einen Fortschritt zu verzeichnen: Im Dezember 2014 durfte die inhaftierte Bürgerrechtlerin erstmals Besuch von ihrer Tochter Liao Minyue erhalten. Amnesty geht davon aus, dass die Besuchserlaubnis ein Ergebnis des Briefmarathons war. Im Februar 2015 konnte Liao Minyue ihre Mutter erneut besuchen. Sie berichtete, Liu Ping habe dünner und älter gewirkt als im Dezember und leide unter gesundheitlichen Problemen, sie sei jedoch guten Mutes. Von den Tausenden Briefen ins Gefängnis sei ihr zwar keiner ausgehändigt worden, es bewege sie jedoch sehr, dass sie nicht vergessen sei.

Liu
Ping
China
Porträtfoto von Paraskevi Kokoni

Für Paraskevi Kokoni aus Griechenland hatte der Briefmarathon ebenfalls positive Auswirkungen. Drei Männer wurden wegen des rassistischen Angriffs auf sie und zwei weitere Familienmitglieder verurteilt. Als große Unterstützung empfand Paraskevi Kokoni die Solidaritätsbriefe und Postkarten, die sie erhielt. Im März 2015 überreichte sie persönlich mehr als 82.000 Unterschriften aus 111 Ländern, die während des Briefmarathons zur Unterstützung der Roma in Griechenland gesammelt wurden, an den Justizminister des Landes. Der Minister räumte ein, dass die geltende antirassistische Gesetzgebung in Griechenland unzureichend sei und versprach eine Reform des Strafgesetzbuches.

Paraskevi
Kokoni
Griechenland
Porträt von Raif Badawi

Der mittlerweile bekannteste Fall des Briefmarathons 2014 ist der saudi-arabische Blogger Raif Badawi, der unter anderem zu zehn Jahren Gefängnis, einer hohen Geldstrafe und 1.000 Stockhieben verurteilt worden war. Auch wenn sich an seinem Urteil direkt nichts geändert hat, zeigte die weltweite Mobilisierung dennoch Wirkung: So verabschiedete zum Beispiel das EU-Parlament eine Resolution, in der die bedingungslose Freilassung des Bloggers gefordert wird. Es war das erste Mal, dass eine EU-Resolution die Menschenrechtssituation in Saudi-Arabien kritisierte.

Raif
Badawi
Saudi-Arabien
Porträt von Chelsea Manning

Auch für die US-amerikanische Whistleblowerin Chelsea Manning waren die Brief aus aller Welt überaus wichtig. Ihre Anwältin Nancy Hollander schrieb Amnesty: "Chelsea ist überwältigt von der unglaublichen Unterstützung, die sie von Amnesty International und ihren Unterstützerinnen und Unterstützern erhält. Es ist ermutigend für sie, zu wissen, dass ihr so viele Menschen weltweit zur Seite stehen und ihr helfen wollen, freizukommen. Ich möchte Amnesty International und all den guten Menschen im Namen von Chelsea und mir (…) danken." Chelsea Manning selbst teilte mit, sie habe jede einzelne der mehr als 17.000 Solidaritätsbotschaften, die sie im Gefängnis erhielt, gelesen, könne aber leider nicht alle beantworten. Am 17. Mai 2017 kam sie schließlich frei. Unmittelbar vor dem Ende seiner Amtszeit hatte der damalige US-Präsident Barack Obama Mannings Haftstrafe verkürzt und damit den Weg frei gemacht für ihre Freilassung.

Chelsea
Manning
USA