Schreib für Freiheit: Der Amnesty-Briefmarathon

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Drei Mächen stehen an einem Tisch und schreiben und falten Briefe, im Vordergund steht ein Briefkasten mit der Aufschrift "Schreib für Freiheit", in dessen Schlitz ein Brief gesteckt wird von einer Hand, die von links ins Bild ragt

Briefmarathon-Workshop an der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule in Potsdam am 27. November 2017

Dein Brief kann Leben retten

Jedes Jahr fordern Hunderttausende Menschen weltweit anlässlich des Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember Regierungen auf, gewaltlose politische Gefangene freizulassen und Unrecht zu beenden. Außerdem schicken sie Solidaritätsnachrichten an Menschen, deren Rechte verletzt werden.

2017 fand der Briefmarathon vom 29. November bis 10. Dezember statt. Weltweit haben sich Menschen mit 5,5 Millionen Briefen, E-Mails, Online-Aktionen und Unterschriften für Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten eingesetzt – ein neuer Rekord. Allein in Deutschland schrieben alle Teilnehmenden mehr als 250.000 Appelle. Auf dieser Seite informieren wir über aktuelle Entwicklungen und Erfolge.

Der gemeinsame Einsatz ist häufig erfolgreich: Zu Unrecht inhaftierte Menschen werden freigelassen, diskriminierende Gesetzestexte geändert und politische Aktivistinnen und Aktivisten in ihrer Arbeit unterstützt und gestärkt.

So funktioniert der Briefmarathon

Das gemeinsame Briefeschreiben zeigt die Kraft der Amnesty-Bewegung: An wenigen Tagen konzentrieren sich Menschen auf der ganzen Welt auf das Schicksal Einzelner. Die unzähligen Briefe zeigen den Betroffenen und ihren Familien, dass sie nicht allein sind. Und sie machen Regierungen Druck: Einen einzelnen Brief können die Behörden ungelesen wegwerfen, aber Tausende von Schreiben, die auf die Einhaltung der Menschenrechte pochen, lassen sich nicht ignorieren!

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Viele Briefe mit großer Wirkung – auch 2017!

Der Blogger Mahadine im Tschad kam frei, die Aktivistin Hanan Badr el-Din in Ägypten wird medizinisch versorgt und die Anwältin Ni Yulan in China lebt jetzt sicherer. Und noch mehr hat sich getan…

Schülerinnen und Schüler in weißen Hemden schreiben Briefe

Schülerinnen und Schüler beteiligen sich an einer Briefmarathon-Aktion von Amnesty in Togos Hauptstadt Lome im Dezember 2017

Briefmarathon-Erfolge aus den zurückliegenden Jahren

Ein Mann kniet auf einem Teppich auf dem sich Briefe stapeln und hält auch zwei Briefe demonstrativ in der Hand

Für den tschadischen Blogger Mahadine haben mehr als eine halbe Million Menschen auf der ganzen Welt Briefe geschrieben und Petitionen unterzeichnet – vor allem während des Briefmarathons 2017: Im April 2018 ordnete ein Gericht seine Freilassung an.

Saman Naseem wurde im Iran im April 2013 zum Tode verurteilt

Saman Naseem kam als 17-Jähriger wegen "Feindschaft zu Gott" im Iran in Haft. Sein Todesurteil wurde 2018 in fünf Jahre Haft umgewandelt. Beim Briefmarathon 2015 waren rund 200.000 Menschen für ihn aktiv.

Saman
Naseem
Iran
Porträt von Phyoe Phyoe Aung

Mehr als 394.000 Briefmarathon-Nachrichten gingen 2015 an die Studentin Phyoe Phyoe Aung: Nach einem friedlichen Protest saß sie mehr als ein Jahr in Myanmar in Haft. Als sie 2016 freikam, sagte sie: "Wir sind nicht allein."

Phyoe Phyoe
Aung
Myanmar
Zwei Frauen stehen vor einer Wand und hängen Briefe und Bilder vom Briefmarathon auf

Mehr als eine halbe Million Menschen forderte beim Briefmarathon 2015 den Schutz von Mädchen vor Zwangsverheiratungen in Burkina Faso, zu dem sich die Regierung verpflichtete, nachdem sie "Nachrichten von Menschen aus der ganzen Welt" erhielt.

Mädchen
und junge Frauen
Burkina Faso
Porträtfoto von Fred Bauma

"Jeder Brief hat uns gestärkt", sagte der Jugendaktivist Yves Makwamba aus der Demokratischen Republik Kongo, als er im August 2016 freikam. Für ihn und Fred Bauma hatten sich beim Briefmarathon 2015 Menschen aus der ganzen Welt eingesetzt.

Fred Bauma und
Yves Makwambala
Demokratische Republik Kongo
Porträt von Albert Woodfox mit hochgehaltener Faust als Geste des Erfolgs

"Die Nachrichten, die mich von Menschen außerhalb der Gefängnismauern erreicht haben, sind zu einer enormen Quelle der Stärke für mich geworden", sagte Albert Woodfox. Er kam 2016 nach 44 Jahren Einzelhaft frei.

Albert
Woodfox
USA
Porträtfoto von Moses Akatugba

Moses Akatugba aus Nigeria wurde im Alter von 16 Jahren zu Tode verurteilt. 2015 wurde er begnadigt und freigelassen. "Ich bin überwältigt. Die Aktivistinnen und Aktivisten von Amnesty sind Heldinnen und Helden."

Moses
Akatugba
Nigeria
Porträtfoto von Liu Ping

Im Dezember 2014 durfte die inhaftierte chinesische Bürgerrechtlerin Liu Ping erstmals Besuch von ihrer Tochter erhalten. Von den Tausenden Briefen sei ihr keiner ausgehändigt worden, aber es bewege sie sehr, dass sie nicht vergessen sei.

Liu
Ping
China
Porträtfoto von Paraskevi Kokoni

Die Romni Paraskevi Kokoni überreichte mehr als 82.000 Briefmarathon-Appelle für neue, antirassistische Gesetze an den griechischen Justizminister. Auch die Männer, die sie rassistisch angegriffen hatten, wurden bestraft.

Paraskevi
Kokoni
Griechenland
Porträt von Raif Badawi

Die Mobilisierung für den zu 1.000 Stockhieben verurteilten saudi-arabischen Blogger Raif Badawi zeigte indirekt Wirkung: Das EU-Parlament forderte seine Freilassung – mit der ersten EU-Resolution für Menschenrechte in Saudi-Arabien.

Raif
Badawi
Saudi-Arabien
Porträt von Chelsea Manning

Die US-amerikanische Whistleblowerin Chelsea Manning sagt, sie habe jede der 17.000 Solidaritätsbotschaften, die sie im Gefängnis erhielt, gelesen. Im Mai 2017 kam sie vorzeitig frei, wie es Ex-US-Präsident Barack Obama noch angeordnet hatte.

Chelsea
Manning
USA