Tunesien: Sonia Dahmani – Angeklagt, weil sie ihre Meinung sagt
Die tunesische Anwältin Sonia Dahmani (undatiertes Foto)
© Amnesty International / privat
+++ Update vom 2. Dezember 2025 um 10:25 Uhr: Gute Nachrichten! Sonia Dahmani ist unter Auflagen freigelassen worden. Unser gemeinsamer Einsatz hat etwas bewegt. Jetzt kommt es darauf an, dranzubleiben – denn die tunesischen Behörden halten weiterhin an den Anklagen gegen sie fest und üben Druck auf sie aus. Setzt euch weiter für Sonia ein! +++
Sonia Dahmani ist Anwältin sowie TV- und Radio-Kommentatorin in Tunesien. Sie setzt sich seit vielen Jahren offen für Menschenrechte ein und spricht klar über Rassismus und die Zustände in tunesischen Gefängnissen. Genau deshalb geriet sie ins Visier der Behörden.
Über mehr als eineinhalb Jahre war Sonia unter unmenschlichen Bedingungen inhaftiert – mit Ratten in der Zelle, ohne angemessenen Zugang zu Medikamenten und medizinischer Versorgung.
Jetzt wurde sie zwar unter Auflagen freigelassen, doch die Gefahr ist nicht vorbei: Gegen sie laufen weiterhin Verfahren, nur weil sie ihre Meinung gesagt hat. Die Behörden wollen sie einschüchtern.
Sonia Dahmani soll zum Schweigen gebracht werden
Am 11. Mai 2024 wurde Sonia gewaltsam im Gebäude der tunesischen Anwaltskammer in der Hauptstadt Tunis festgenommen. Sie wurde wegen "Verbreitung falscher Nachrichten" verurteilt; weitere politisch motivierte Verfahren folgten. Insgesamt drohten ihr jahrzehntelange Haftstrafen.
Trotz Haft und massiven Drohungen hat Sonia ihre Stimme nie aufgegeben. Sonias Geschichte zeigt, wie rücksichtslos die tunesischen Behörden gegen Menschen vorgehen, die Missstände benennen oder sich für Menschenrechte einsetzen. Niemand darf strafrechtlich verfolgt werden, nur weil er*sie für Gerechtigkeit und Würde eintritt.
Dank des Drucks von Menschen in Tunesien und weltweit – auch im Rahmen des Briefmarathons 2025 – ist Sonia inzwischen unter Auflagen freigelassen worden. Doch solange Anklagen gegen sie bestehen und sie weiter bedroht wird, ist ihre Lage unsicher.
Die tunesischen Behörden müssen unverzüglich alle Anklagen gegen Sonia Dahmani fallen lassen und die Schikanen und Einschüchterungen gegen sie beenden.
Fordere von den tunesischen Behörden:
- unverzüglich alle Anklagen gegen Sonia Dahmani fallen zu lassen
- jede Form von Schikane und Einschüchterung gegen sie zu beenden
- die Meinungsfreiheit in Tunesien zu schützen und Menschen nicht länger für ihre Kritik zu bestrafen