Pressemitteilung Aktuell Myanmar 11. Februar 2021

Myanmar: Polizei setzt Maschinenpistole gegen Demonstrierende ein

Ein einzelner Demonstrant steht einer Gruppe Polizisten gegenüber, von dener einer ein Sturmgewehr in der Hand hält, andere tragen Schutzschilder. Ein Polizist in der Mitte der Gruppe schubst mit wütendem Gesicht den Demonstranten.

Polizisten nehmen in der Stadt Mawlamyine einen Demonstranten fest, der gegen den Militärputsch in Myanmar protestierte (12. Februar 2021).

Amnesty International hat Belege dafür gefunden, dass Sicherheitskräfte in Myanmar einer jungen Frau während der Proteste gegen den Militärputsch in den Kopf geschossen haben.

Das Crisis Evidence Lab von Amnesty International verifizierte Bild- und Videomaterial, das den Moment zeigt, in dem eine Demonstrantin in der Hauptstadt Naypyidaw von einer Kugel am Kopf getroffen wird, als sich die junge Frau von den Sicherheitskräften abwendet. Medienberichten zufolge ist sie schwer verletzt und hat nur eine geringe Überlebenschance.

Die "True News Information Unit" des Militärs von Myanmar erklärte, dass die Sicherheitskräfte nur nicht-tödliche Waffen eingesetzt hätten. Bilder zeigen jedoch ein Mitglied der Polizei, das eine in Myanmar hergestellte Variante einer Maschinenpistole, einen BA-94 oder BA-93 Uzi-Klon, trägt. In den verifizierten Koordinaten des Bildes steht der mutmaßliche Schütze auf der Straßenseite, auf der sich die Frau befand.  

Theresa Bergmann, Asien-Expertin bei Amnesty-International in Deutschland: "Das Ausmaß der Gewalt, der sich die Sicherheitskräfte in Myanmar bedienten, ist abscheulich. Es braucht sofort eine unabhängige Untersuchung. Die Menschen in Myanmar müssen in Sicherheit Gebrauch von ihren Rechten auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit machen können."

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