Aktuell Deutschland 02. August 2017

Zehntausende Unterschriften für Gerechtigkeit in Mexiko

Zwei Männer im Anzug vor zwei großen Kisten mit Petitionen

Der mexikanische Botschafter Rogelio Granguillhome Morfín und der Generalsekretär der deutschen Amnesty-Sektion Markus N. Beeko in Berlin im Juli 2017

Amnesty hat zahlreiche Unterschriften für Yecenia Armenta und die verschwundenen Studenten von Ayotzinapa gesammelt. Diese wurden nun dem mexikanischen Botschafter überreicht.

Zehntausende Unterschriften hat eine Amnesty-Delegation vergangene Woche dem mexikanischen Botschafter Rogelio Granguillhome Morfín in Berlin übergeben. Gleich mehrere Kisten mit Appellen brachte Amnesty-Generalsekretär Markus N. Beeko in die mexikanische Botschaft. In einer befanden sich 30.317 Unterschriften. So viele Menschen forderten Gerechtigkeit für Yecenia Armenta. 2012 war sie von der Polizei brutal gefoltert und vergewaltigt worden. Außerdem drohte man ihr damit, ihre Kinder umzubringen. So wurde sie gezwungen, ein "Geständnis" zu unterschreiben. Zwar kam Armenta vier Jahre später frei, ihre Folterer sind jedoch noch immer nicht zur Rechenschaft gezogen worden. Zudem fordert Amnesty International, dass sie für das entstandene Leid entschädigt wird.

Weitere 37.743 Personen forderten mit ihrer Unterschrift die mexikanische Regierung dazu auf, endlich das Verschwindenlassen der 43 Studenten einer Hochschule in Ayotzinapa aufzuklären sowie Überlebende und Angehörige zu entschädigen. Die angehenden Lehrer waren am 26. September 2014 im Bundesstaat Guerrero von lokalen Polizisten verhaftet und an eine kriminelle Bande übergeben worden. Dabei wurden sechs Personen getötet und einige Studenten schwer verletzt. Von einem der verschwundenen Studenten wurden inzwischen die sterblichen Überreste identifiziert, aber von 42 Studenten fehlt  nach wie vor jede Spur. Die Ermittlungen in dem Fall werden von den mexikanischen Behörden behindert und verschleppt.

Die insgesamt 68.060 Unterschriften wurden im Rahmen der Stop Folter Kampagne gesammelt, die 2016 endete. Bei der Übergabe der Unterschriften nutzten Generalsekretär Beeko und Amerikas-Expertin Maja Liebing die Gelegenheit, mit dem mexikanischen Botschafter über Folter und Verschwindenlassen zu sprechen, sowie über die Lage von Menschenrechtsverteidigerinnen und –verteidigern, Journalistinnen und Journalisten in Mexiko.

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