Aktuell Frankreich 11. Januar 2011

Frankreich muss Ausgrenzung von Roma stoppen

Roma-Siedlung in einem Waldgebiet bei Villeneuve-le-Roi, Paris.

Roma-Siedlung in einem Waldgebiet bei Villeneuve-le-Roi, Paris.

13. Januar 2011 - In Frankreich sind Hunderte rumänische und bulgarische Roma-Familien in Gefahr, aus ihren Siedlungen vertrieben zu werden. Mit dem Wintereinbruch haben sich zudem die Lebensumstände in den Siedlungen verschlechtert.

Die Diskriminierung von Roma durch die Behörden in Frankreich ist weit verbreitet und hat sich im Jahr 2010 noch verstärkt.

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy sieht in den Roma-Siedlungen „Quellen des illegalen Handels“ und „Orte der Ausbeutung von Kindern zum Zwecke der Bettelei, Prostitution und Kriminalität“. Im Juli ordnete er die umgehende Räumung der irregulären Siedlungen an und forderte Gesetzesreformen, um die Ausweisung von Roma aus Frankreich zu beschleunigen.

Seit dem 5. August 2010 existiert ein offizieller Auftrag, alle illegalen Roma-Siedlungen auf französischem Gebiet aufzulösen. Amnesty International hatte diesen Erlass als diskriminierend kritisiert, weil er sich ausschließlich gegen Roma richtete. Die französische Regierung änderte diese Vorgabe zwar am 13. September 2010. In der Praxis jedoch sind es weiterhin rumänische und bulgarische Roma, die von solchen Zwangsräumungen unverhältnismäßig betroffen sind.

Viele dieser von der Regierung durchgeführten Zwangsräumungen verletzen internationale Menschenrechtsstandards. Betroffene Siedlungsbewohner und lokale Nichtregierungsorganisationen berichteten Amnesty International, dass die Roma von den Behörden im Vorfeld nicht über die bevorstehende Zwangsräumung informiert wurden. Außerdem wurden ihnen keine alternativen Unterkünfte angeboten.

"Erst zwei Tage bevor sie unser Haus abrissen sagte man uns, dass wir umziehen müssen. Morgens sahen wir dann die Bulldozer. Leute kamen in unser Haus und warfen alles, was sich darin befand durch die Fenster nach draußen. Dann fingen sie an, die Sachen zu zerstören“, schildert ein vierfacher Vater, der zurzeit mit seiner Familie in einem besetzten Haus in Marseille wohnen muss.

Roma in Frankreich leben meist in sehr ärmlichen Verhältnissen. In den Siedlungen fehlt es oft an Strom- und Wasserversorgung sowie einer Abwasserentsorgung. Ständig müssen sie um den Zugang zu Arbeit, Bildung und Gesundheitsfürsorge kämpfen. Die Aussagen und Maßnahmen der französischen Regierung haben zu einer weiteren Stigmatisierung und Ausgrenzung der Roma geführt. Isoliert vom Rest der Gesellschaft leben sie in Siedlungen, die neben Autobahnen gebaut wurden oder in Wäldern weit weg von Ortschaften. Viele leben im Verborgenen, aus Angst, wieder vertrieben, oder sogar aus Frankreich abgeschoben zu werden.

Unterschreiben Sie die Petition!

Werden sie jetzt aktiv! Unterschreiben Sie die Petition an den französischen Innenminister Claude Gueant und fordern Sie von den französischen Behörden eine Politik, die Roma nicht weiter diskriminiert.

Zur Online-Aktion auf www.amnesty.org

Fotogalerie: Roma-Siedlungen in Frankreich

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