Aktuell Indien 10. Februar 2010

Orissa: "Grabt uns nicht die Existenz ab"

Online-Aktion
Vedanta Aluminium-Raffinerie in Orissa, Indien.

Vedanta Aluminium-Raffinerie in Orissa, Indien.

Pläne zum Abbau von Bauxit in den Niyamgiri-Hills bedrohen die Existenz der Dongria Kondh - einer indigenen Gemeinschaft, die seit Jahrhunderten in diesem Gebiet lebt. Die Dongria Kondh sind voll und ganz auf die Hügel angewiesen, von ihnen beziehen sie ihre Nahrung, ihr Wasser, den Lebensunterhalt und ihre kulturelle Identität. Sie betrachten die Niyamgiri-Hills als heilig. Die geplante Mine kann ihre Menschenrechte auf Wasser, Nahrung, Gesundheit, Arbeit und andere Rechte, die sie als indigene Gemeinschaft in Bezug auf ihr traditionelles Land haben, schwer beeinträchtigen. Das internationale Recht schreibt vor, dass die Regierungen vor dem Beginn solcher Projekte die freie, auf vorheriger Information begründete Zustimmung der Betroffenen einholen.

In Lanjigarh, am Fuße der Niyamgiri-Hills, bedroht die Luft- und Wasserverschmutzung durch eine von der Firma Vedanta Aluminium betriebene Aluminium-Raffinerie die Gesundheit und das Wohlergehen der lokalen Bevölkerung. Obwohl die staatliche Aufsichtsbehörde (Orissa State Pollution Control Board) ernste Bedenken hinsichtlich Luft- und Wasserverschmutzung geäußert und zahlreiche Unzulänglichkeiten auf Seiten des Unternehmens im Umgang mit der Entsorgung des Abfalls aus der Raffinerie dokumentiert hat, ist die lokale Bevölkerung hierüber niemals informiert worden. Die gesundheitliche Situation ist nie untersucht worden. Trotz bestehender Probleme und zunehmender Besorgnis in der Gemeinschaft hat Vedanta Aluminium die Genehmigung für eine Versechsfachung der Raffinerie-Kapazität beantragt.

Vedanta Resources und ihre Tochtergesellschaften haben es versäumt, ausreichende Maßnahmen zu ergreifen, um die oben genannten Probleme zu beseitigen. Die beteiligten Unternehmen haben es auch versäumt, sich an die international anerkannten Normen bezüglich der Auswirkungen der wirtschaftlicher Unternehmungen auf die Menschenrechte zu halten, d.h. Informationen bereitzustellen, die Menschen zu konsultieren und die Pläne so zu verbessern, dass die Rechte nicht verletzt werden.

Sowohl der Bundesstaat Orissa als auch die indischen Behörden auf nationaler Ebene haben es versäumt, die Menschenrechte der Gemeinschaften zu schützen. Regierungsbeamte haben den Gemeinschaften irreführende und unvollständige Informationen über die Vorteile und Risiken des Raffinerie-Projekts gegeben. Sie haben die möglichen Auswirkungen der beiden Projekte auf die Menschenrechte nicht richtig eingeschätzt und keinen wirklichen Konsultationsprozess mit den Menschen vor Ort durchgeführt. Die Umsetzung der Vorschriften ist unzureichend und widersprüchlich, so dass die Menschen weiteren Schäden ausgesetzt sind.

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Werden Sie aktiv: Schreiben Sie jetzt an den indischen Umweltminister!

Schreiben Sie an den Umweltminister (Minister of Environment and Forests)

Mr. Jairam Ramesh – Minister of State for Environment and Forests
Paryavaran Bhavan, CGO Complex
Lodhi Road,
New Delhi 110 003, INDIA
Fax: + 91 11 2436 2222
Email: mosef@nic.in

Oder hinterlassen Sie eine Botschaft auf der Webseite des Ministeriums:
http://moef.nic.in/modules/contact-ministry/contact-ministry/

Musterbrief

Sehr geehrter Herr Minister,

ich bin zutiefst besorgt über die negativen Auswirkungen einer geplanten Bauxit-Mine in den Niyamgiri-Hills auf das Leben der Dongria Kondh, einer Advisai-Gemeinschaft, die seit Jahrhunderten auf und an den Niyamgiri-Hills lebt. Die Dongria Kondh hängen von diesen Hills für ihre Nahrung, Wasser, den Lebensunterhalt und die kulturelle Identität. Wenn Bergbau geht vor ihrem gesamten Weg des Lebens und ihr Überleben als eigenständige Menschen ist in Gefahr.

Ich bin auch über die Auswirkungen der Raffinerie von Vendanta Aluminium in Lanjigarh besorgt. Der laufende Raffinerie-Betrieb hat Luft- und Wasserverschmutzung verursacht und untergräbt die Menschenrechte der lokalen Bevölkerung. Trotzdem hat Vedanta Aluminium - der Betreiber - die Erlaubnis für eine sechsfache Ausweitung der Raffinerie-Kapazität beantragt.

Keine Einschätzung der Auswirkungen der Mine oder der Raffinerie auf die Menschenrechte wurde jemals unternommen - trotz der klaren Risiken. Die Menschen vor Ort haben fast keine genauen Informationen über die beiden Projekte erhalten, und die Konsultationsprozesse sind völlig unzureichend.

Die beteiligten Unternehmen der Bergbau- und Raffinerie-Projekte, beides Tochterunternehmen von Vedanta Resources, haben wiederholt die Besorgnisse in der Gemeinschaft ignoriert, rechtliche Rahmenbedingungen auf bundesstaatlicher und nationaler Ebene verletzt und sich nicht an die anerkannten internationalen Normen und Grundsätze bezüglich der Auswirkungen wirtschaftlicher Unternehmungen auf die Menschenrechte gehalten. Die indische Regierung hat die nationalen rechtlichen und regulatorischen Bestimmungen und den Schutz der Menschenrechte nicht durchgesetzt.

Ich fordere Sie auf:

  • die Genehmigung für die Raffinerie-Ausweitung und die Bergbaupläne zu verweigern, bis eine vollständige Folgenabschätzung für die Menschenrechte durchgeführt worden ist und die Menschenrechte respektiert werden. Dazu gehören die Achtung der Rechte der Dongria Kondh auf ihr traditionelles Land und das Bemühen um ihre freie, nach vorheriger Aufklärung über das Projekt erfolgte Zustimmung.

  • Kümmern Sie sich um die bestehende Verschmutzung durch die Raffinerie in Lanjigarh und setzen Sie die Gesetze und Vorschriften zur Verhinderung weiterer Verschmutzung durch.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

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