Artikel 6: Anerkennung als Rechtsperson

Zwei Männer in gelben Warnwesten und mit gelben Schutzhelmen gehen neben einer Baustelle entlang

Arbeitsmigranten neben einer Baustelle in Doha, Katar, im Dezember 2016

Jeder hat das Recht, überall als rechtsfähig anerkannt zu werden.

Das Recht auf Anerkennung als Rechtsperson bedeutet, dass jeder Mensch Träger von Rechten und Ansprüchen sein kann. Mit diesem Recht soll verhindert werden, dass Menschen nur als Objekte behandelt werden, die keine eigenen Rechte haben. Alle Staaten müssen sicherstellen, dass jeder Mensch das Recht hat, Verträge abzuschließen und vor Gericht zu gehen.

Maria
Scharlau
Völkerrechtsexpertin bei Amnesty International in Deutschland

 

 

Katar: Schluss mit der Ausbeutung von Arbeitsmigranten!

Amnesty hat rund 10.000 Unterschriften an den DFB übergeben mit der Forderung, gegen die Ausbeutung auf den WM-Baustellen in Katar aktiv zu werden.

Mit der Blockadepolitik verschiedener Golfstaaten gegen Katar und der nachträglichen Veröffentlichung des so genannten Garcia-Berichts zu Korruptionsvorwürfen bleibt die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in den negativen Schlagzeilen. Amnesty International dokumentiert bereits seit Jahren die schweren Menschenrechtsverletzungen gegen Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten, die an der Vorbereitung der WM in Katar beteiligt sind.

 

Amnesty-Generalsekretär Markus N. Beeko und Amnesty-Mitglied Regina Spöttl bei der Übergabe einer Petition gegen Menschenrechtsverletzungen in Katar an DFB-Präsident Reinhard Grindel

Amnesty-Generalsekretär Markus N. Beeko und Amnesty-Mitglied Regina Spöttl bei der Übergabe einer Petition gegen Menschenrechtsverletzungen in Katar an DFB-Präsident Reinhard Grindel.

Am 29. Mai 2017 hat Amnesty-Generalsekretär Markus N. Beeko an Reinhard Grindel, den Präsidenten des Deutschen Fußballbunds (DFB), eine Petition mit dem Titel "Katar: Schluss mit der Ausbeutung von Arbeitsmigranten übergeben. Zahlreiche ehrenamtliche Mitglieder von Amnesty International, darunter Kogruppensprecherin Regina Spöttl, hatten Unterschriften von rund 10.000 Unterstützerinnen und Unterstützern für das Anliegen gesammelt.

Die Petition fordert den DFB auf, gemeinsam mit dem Weltfußballverband FIFA die Menschenrechtsverstöße gegen Arbeitsmigrantinnen und -migranten in Katar zu thematisieren und zu einer Beendigung beizutragen.

Amnesty hat gegenüber dem DFB nochmals deutlich gemacht, dass sich auch sechs Jahre nach der Vergabe der FIFA-Fußball-WM 2022 an Katar wenig an den katastrophalen Lebens- und Arbeitsbedingungen der meist aus Süd- und Südostasien stammenden Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten geändert hat.

Noch immer leben und arbeiten diese Arbeitskräfte unter menschenunwürdigen Bedingungen. Ihre Pässe werden einbehalten, sie bekommen ihr Gehalt verspätet oder gar nicht ausgezahlt, dürfen ohne Genehmigung weder ihren Arbeitgeber wechseln noch das Land verlassen. Wenn sie sich wehren, werden sie bedroht und eingeschüchtert.

In mehreren Berichten hat Amnesty International immer wieder darauf hingewiesen, dass das sportliche Großereignis nicht auf dem Rücken Tausender ausgebeuteter Arbeiterinnen und Arbeiter ausgetragen werden darf. Die FIFA als Mitveranstalter und die nationalen Fußballverbände stehen in der Pflicht darauf zu drängen, dass die Regierung von Katar die Missstände beendet.

Dieser Text wurde zunächst am 4. Juli 2017 auf www.amnesty.de veröffentlicht.

 

YouTube-Video: Fair Play Qatar (Englisch)

Amnesty-Researcher Mustafa Qadri untersuchte 2015 Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeitsmigrantinnen und -migranten in Katar (Englisch).

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