Aktuell Russische Föderation 26. August 2015

Ukraine-Russland-Konflikt

Russland: Ukrainischer Filmemacher zu 20 Jahren Haft verurteilt

Oleg Sentsov (links), ein bekannter ukrainischer Regisseur, und Ökologe Aleksandr Kolchenko vor Gericht in Russland

25. August 2015 - Ein russisches Militärgericht hat am 25. August zwei ukrainische Aktivisten in einem offenkundig unfairen Verfahren zu langen Haftstrafen verurteilt: Den Filmemacher Oleg Sentsov sowie den Umweltschützer und Antifaschismusaktivisten Aleksandr Kolchenko. Amnesty International bezeichnet das Urteil, das sich nach glaubwürdigen Vorwürfen offenbar auch auf durch Folter erpresste Aussagen stützt, als eklatantes Unrecht.

Das Militärgericht in Rostow am Don im Süden Russlands hat Oleg Sentsov zu 20 Jahren und Aleksandr Kolchenko zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Den beiden Männern wird vorgeworfen, nach der Besetzung der Krim durch russische Truppen Brandanschläge auf pro-russische Gruppen begangen zu haben. Die Männer wurden "terroristischer Straftaten" für schuldig befunden. Beide bestreiten die Terrorismus-Vorwürfe und bezeichneten das Verfahren als politisch motiviert.

“Mit dem Verfahren sollte ganz klar eine Botschaft vermittelt werden. Das Ganze ist Teil der russischen Kriegspropaganda gegen die Ukraine und erinnert an die Schauprozesse gegen Dissidenten unter Stalin“, sagt Heather McGill, Expertin für die Region Europa und Zentralasien bei Amnesty International.

"Das Gerichtsverfahren war in höchstem Maße fehlerhaft, und glaubwürdige Folter- und Misshandlungsvorwürfe wurden vom Gericht ignoriert. Sowohl Oleg Sentsov selbst als auch einer der Hauptzeugen der Staatsanwaltschaft haben angegeben, gefoltert worden zu sein," so McGill.

"Aussagen, die unter Folter oder Misshandlungen zustande gekommen sind, dürfen in Gerichtsverfahren nicht verwendet werden. Die 'Terrorismus'-Vorwürfe müssen zurückgezogen werden und Oleg Sentsov und Aleksandr Kolchenko müssen entweder umgehend freigelassen werden oder ein faires Verfahren vor einem Zivilgericht erhalten“, fordert McGill.

Hier geht es zu einem ausführlichen Augenzeugenbericht vom Prozess

Werden Sie aktiv! Beteiligen sich an unserer Urgent Action und fordern Sie die Aufhebung der Urteile gegen Oleg Sentsov und Aleksandr Kolchenko!

Hier geht es zur Urgent Action - jetzt mitmachen!

Weitere Artikel