Aktuell China 28. Februar 2013

Hunderttausende fordern die Freilassung von Liu Xiaobo

Auch in Berlin wurden hunderttausende Unterschriften für die Freilassung von Liu Xiaobo und Liu Xia symbolisch übergeben.

Auch in Berlin wurden hunderttausende Unterschriften für die Freilassung von Liu Xiaobo und Liu Xia symbolisch übergeben.

28. Februar 2013 – Mehr als 450.000 Menschen aus 130 Ländern haben in einer Petition Chinas neue Führung aufgefordert, den inhaftierten Nobelpreisträger Liu Xiaobo und seine Frau Liu Xia freizulassen.

Hunderttausende Menschen auf der ganzen Welt haben sich am Mittwoch zusammen getan, um den neuen Vorsitzenden der Kommunistischen Partei in China, Xi Jinping, aufzufordern, den inhaftierten Nobelpreisträger Liu Xiaobo und seine Frau Liu Xia freizulassen.

Mehr als 450.000 Menschen aus 130 Ländern haben die von Erzbischof Desmond Tutu initiierte Petition, die die sofortige Freilassung des Paares verlangt, unterzeichnet.
Die Petition wurde den chinesischen Botschaften in Berlin, Hong Kong, London, Paris, New York, Taipeh und Washington übergeben.

Die von Erzbischof Desmond Tutu und dem "Internationalen Komitee für Liu Xiaobo" geführte Kampagne wurde - mit der Unterstützung von Amnesty International - mit einem Brief gestartet. 134 Nobelpreisträger hatten den Brief unterzeichnet und darin die Freilassung Liu Xiaobos gefordert.

"Diese Petitionen geben die Meinungen der Menschen rund um den Globus wieder, die die neue chinesische Regierung auffordern, Liu Xiaobo und seine Frau Liu Xia freizulassen. Wir hoffen, dass dies China zeigt, dass die Welt ihre Bereitschaft unterstützt, auf die Stimmen ihres Volkes zu hören" sagte Erzbischof Tutu.

Liu Xiaobo ist seit Dezember 2008 inhaftiert, seine Frau steht seit Oktober 2010 unter Hausarrest. Der Nobelpreisträger verbüßt wegen der "Anstiftung zur Untergrabung der Staatsgewalt" eine elfjährige Haftstrafe. Er war Mitautor der "Charta '08", einem Manifest, das die Anerkennung fundamentaler Menschenrechte in China fordert.

Von Hong Kong bis Washington machten Unterstützerinnen und Unterstützer vor der Übergabe der Petitionen symbolische Fotos von sich selbst vor den Wahrzeichen der jeweiligen Stadt, neben ihnen ein leerer Stuhl mit einem Foto von Liu Xiaobo, um auf seine Inhaftierung aufmerksam zu machen. Da Liu Xiaobo 2010 nicht an der Preisverleihung teilnehmen konnte, stand während der gesamten Zeremonie ein leerer Stuhl auf der Bühne.

"Liu Xiaobo und Liu Xia stehen für die Hoffnungen und Sehnsüchte von Millionen Chinesinnen und Chinesen, die gegenwärtig zum Schweigen gebracht worden sind. Diese Solidaritätsbekundungen von Menschen aus der ganzen Welt sind eine starke Botschaft an die chinesische Regierung, dieses mutige Paar und alle anderen gewaltlosen politischen Gefangenen freizulassen."

Seit dem Beginn der Kampagne im Dezember vergangenen Jahres hat jede neue Unterschrift unter die Petition auf change.org dazu geführt, dass eine Email an chinesische Konsulate und Botschaften auf der ganzen Welt gesendet wurde.

"Es ist großartig, diese überwältigende Unterstützung für Liu Xiaobo und Liu Xia zu erleben," sagte Jared Genser. Er berät Liu Xiaobo und Liu Xia in rechtlichen Fragen auf internationaler Ebene und ist Gründer der Organisation "Freedom Now", die Mitglied im "Internationalen Komitee für Liu Xiaobo" ist.

"Ohne Frage: Die von Erzbischof Tutu angeführte Bürgerbewegung spricht mit einer Stimme, wenn sie zur sofortigen Freilassung von Liu Xiaobo und Liu Xia aufruft. Wir verlangen von der chinesischen Regierung, dass sie dieser moralischen Aufforderung nachkommt".

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