Aktuell Irak 08. April 2010

Amnesty fordert unabhängige Untersuchung des US-Hubschrauberangriffs

7. April 2010 – Amnesty International fordert eine unabhängige, umfassende und unparteiische Untersuchung des US-Hubschrauberangriffs im Irak vom 12. Juli 2007. Ein im Internet veröffentlichtes geheimes Video des US-Militärs dokumentiert die Tötung mehrerer Menschen. Unter den Opfern waren der Reuters-Journalist Namir Noor-Eldeen und sein Assistent.

Die Internetseite Wikileaks hatte das 39-minütige Video am Montag veröffentlicht. Die durch das Zielfernrohr des Hubschraubers aufgenommenen Bilder dokumentieren den Angriff auf einem Platz im Osten Bagdads: Eine Gruppe von Männern, von denen einige bewaffnet zu sein scheinen, werden aus dem Hubschrauber heraus unter Beschuss genommen.

Auch ein Kleinbus, der sich dem Geschehen nähert - offenbar, um die Toten und Verletzten zu bergen - wird beschossen. Begleitet werden die Bilder von den Funkgesprächen der Soldaten.

„Dieses äußerst erschreckende Video scheint zu zeigen, wie die US-Truppen nach einem ersten Angriff das Feuer erneut eröffnen. Sie beschießen Menschen, die den Verwundeten helfen wollen, verletzen zwei Kinder und töten weitere Menschen,“ sagt Malcolm Smart, Leiter von Amnesty Internationals Programm für den Mittleren und Nahen Osten und Nordafrika.

„Diese Besorgnis erregenden Bilder dürfen nicht aus dem Zusammenhang gerissen und beurteilt werden, sondern müssen in den Gesamtkontext der Ereignisse gestellt werden. Die US-Behörden müssen sämtliche Informationen und alles Bildmaterial offen legen, das über den Vorfall Aufschluss geben könnte. Die USA müssen untersuchen, ob sich die US-Truppen an das humanitäre Völkerrecht gehalten haben und nötige Vorkehrungen getroffen wurden, um das Leben von Zivilisten zu verschonen.“

Amnesty International fordert eine unabhängige Untersuchung des Vorfalls sowie Wiedergutmachung und Entschädigungen für die Opfer von Verletzungen des humanitären Völkerrechts.

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