Amnesty 13. Mai 2024

Menschenrechtsverletzungen im Blick

Das Bild zeigt eine Person mit gelben Schildern, die vor einem Gebäude stehen.

Amnesty-Protestaktion gegen den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine vor der russischen Botschaft in Berlin am Jahrestag des Kriegsbeginns (24. Februar 2023)

Jedes Jahr legt Amnesty mit Kampagnen einen Schwerpunkt auf bestimmte Länder oder Themen. 2023 war dies der Schutz von Protestierenden im Iran. Auch die Klimagerechtigkeit und der Krieg in der Ukraine spielten eine zentrale Rolle.

Wenn Krisen und Konflikte beginnen, ist die mediale und politische Aufmerksamkeit groß, doch leider ist sie oft nur von kurzer Dauer. Die Kriege, die Proteste und die Umweltkatastrophen setzen sich jedoch fort, auch wenn sich die Schlagzeilen und Tweets längst anderen Themen zugewandt haben. Amnesty International behält Menschenrechtsverletzungen dennoch im Blick und engagiert sich langfristig: zum Beispiel für Menschen im Iran, wo seit Herbst 2022 Tausende für Frauenrechte und gegen Polizeigewalt und Korruption auf die Straße gehen. "Wenn die Welt nicht mehr hinschaut, werden sie uns alle töten", befürchtete eine Aktivistin vor Ort bereits zu Beginn der Proteste.

Amnesty forderte 2023 in einer Kampagne, die Gewalt gegen Protestierende im Iran umgehend zu stoppen, und setzte sich für Personen ein, die inhaftiert, bedroht oder zum Tode verurteilt wurden. In mehreren Fällen wurden verfolgte Personen nach internationalem Druck von Amnesty und anderen Organisationen freigelassen, einige Todesurteile wurden aufgehoben.

Amnesty-Posting auf Instagram:

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Ein Highlight der Kampagnenarbeit war die Kooperation mit dem 1. FC Köln unter dem Motto "Zesamme für Menschen". Im Fokus stand dabei die deutsch-iranische Frauenrechtlerin Nahid Taghavi, die seit 40 Jahren in Köln lebt und bei einem Besuch im Iran 2020 inhaftiert wurde. Ihre Tochter Mariam Claren setzt sich seitdem unermüdlich für die Freilassung ihrer Mutter ein. Nun wurde sie von den Spieler*innen des 1.  FC Köln unterstützt, die mit zahlreichen Aktionen während verschiedener Spiele auf die Lage Taghavis aufmerksam machten. So trugen FC-Spieler*innen am 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, Sondertrikots und nutzten ihre Kommunikationskanäle, um die Einhaltung der Menschenrechte und auch konkret die Freilassung der Kölner Frauenrechtlerin Nahid Taghavi zu fordern. Amnesty war mit Mitgliedern, Infoboxen und dem Amnesty-Truck bei Spielen vor Ort, verteilte Banner und Postkarten und zeigte Filmclips zur Menschenrechtsarbeit und zum Fall Taghavi.

Im Jahr 2024 wird Amnesty den Einsatz für mutige Menschen im Iran fortsetzen, auch im Zuge der neuen Kampagne "Protect the Protest", die sich für den Schutz friedlicher Demonstrationen und das Recht auf Protest weltweit stark macht.

Ein weiterer Kampagnenschwerpunkt war 2023 die Lage in der Ukraine, wo Russland seit dem 24. Februar 2022 einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg führt. Amnesty dokumentierte weiterhin Kriegsverbrechen und Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht. Die Organisation forderte ein Ende des Krieges und machte auf die besondere Bedrohung von Kindern, alten Menschen wie auch Menschen mit Behinderung aufmerksam.

Das Bild zeigt viele Menschen mit Protestplakaten

Aktivist*innen demonstrieren bei der Klimakonferenz (COP28) in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten für eine Abkehr von fossilen Energieträgern (12. Dezember 2023).

Außerdem fanden im Lauf des Jahres Kampagnen zu besonderen Anlässen statt, so zum Beispiel zur Berlinale im März, wo Amnesty wie jedes Jahr einen Film mit besonderer menschenrechtlicher Relevanz auszeichnete. 2023 ging der Preis an den Spielfilm "Al Murhaqoon" aus dem Jemen, der nach Ansicht der Amnesty-Jury "unaufgeregt und auf natürliche Weise von kontroversen Themen wie Religion, Abtreibungsverbot, Armut" erzählt, "von einem vergessenen Krieg, dem Druck des Patriarchats, den auch die Männer spüren". 

Nicht zuletzt war Amnesty bei der Weltklimakonferenz aktiv, die im Dezember 2023 in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfand. Im heißesten Jahr aller Zeiten rief Amnesty die teilnehmenden Staats- und Regierungschef*innen auf, sich endlich auf einen schnellen Ausstieg aus der Nutzung von fossilen Brennstoffen zu einigen. "Untätigkeit ist keine Option, wenn sich unser Klima in einem noch nie dagewesenen Tempo erwärmt und die Rechte von Milliarden Menschen auf dem Spiel stehen", sagte Agnès Callamard, die Internationale Generalsekretärin von Amnesty International. Außerdem forderte Amnesty die uneingeschränkte und freie Teilnahme der Zivilgesellschaft an dem Gipfeltreffen und die Freilassung politischer Gefangener in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Amnesty-Posting auf X (ehemals Twitter):

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