Pressemitteilung Deutschland 05. Februar 2010

Deutschland muss unschuldige Guantánamo-Häftlinge aufnehmen! PK mit Moazzam Begg - Berlin 12.2.2010

BERLIN, 05.02.2010 - Im US-Gefangenenlager Guantánamo halten die USA immer noch knapp 200 Häftlinge menschenrechtswidrig fest. Darunter sind 45-50 Häftlinge, gegen die strafrechtlich nichts vorliegt, die aber aufgrund drohender Folter und Verfolgung nicht in ihre Heimatländer zurückkehren können. Die Länder der EU sollten diese Gefangenen endlich aufnehmen. Sie können wirksam die Sicherheit der westlichen Welt erhöhen, wenn sie helfen, Guantánamo zu schließen. Dazu muss die EU deutlich mehr Gefangene als bisher aufnehmen. Deutschland, das größte Land der EU, hat bisher noch keinen einzigen Gefangenen aufgenommen.

Moazzam Begg ist einer der etwa 800 Menschen, die seit Eröffnung des Lagers dort inhaftiert waren. Drei Jahre lang wurde er unschuldig in den US-Haftzentren Kandahar und Bagram (Afghanistan) und in Guantánamo festgehalten und gefoltert ohne jemals einer Straftat angeklagt zu werden. Heute setzt er sich mit der Menschenrechtsorganisation Cageprisoners für die Rechte von Guantánamo-Häftlingen ein. Begg kommt nach Deutschland, um dem Anliegen Nachdruck zu verleihen, dass Deutschland endlich Guantánamo-Gefangene aufnimmt.

Zur Pressekonferenz mit Moazzam Begg und zwei Anwälten aus den USA und Großbritannien, die zahlreiche Guantánamo-Gefangene vertreten, laden wir Sie herzlich ein. Telefonische Interviews vorab sind grundsätzlich möglich.

Mit den ausländischen Teilnehmern sowie der Amerika-Referentin von Amnesty International Maja Liebing findet am Abend des 12. Februar eine öffentliche Veranstaltung statt zum Thema "Guantánamo schließen – Gefangene aufnehmen": TU Berlin, Straße des 17. Juni 135, Hauptgebäude, Raum H 1028. Sie sind herzlich eingeladen.

WANN: Freitag, 12. Februar 2010 11:00 Uhr

WO: Berliner Pressekonferenz Presse- und Besucherzentrum des Bundespresseamtes Reichstagsufer 14, 10117 Berlin, Raum 4

WER: Moazzam Begg, Ex-Häftling Guantánamo, Leiter Cageprisoners, Birmingham Julia Duchrow, Referentin für Terrorismusbekämpfung und Menschenrechte, Amnesty International, Berlin Sophie Weller, Rechtsanwältin, Center for Constitutional Rights, London Zachary Katznelson, Rechtsanwalt, Reprieve, London

Kontakt:

AMNESTY INTERNATIONAL Sektion der Bundesrepublik Deutschland e.V. Pressestelle . Postfach 28 01 08 . 10411 Berlin T: +49 30 420248-306 . F: +49 30 420248-330

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