Kultur Deutschland 16. November 2022

Die Gewinnerfilme des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises 2022 stehen fest

Das Bild zeigt eine Szene vor einer Kirche, viele Menschen stehe davor, sie tragen ein Kreuz

Filmszene aus "Black Jesus"

Der Film "Black Jesus" des Regisseurs Luca Lucchesi stellt gekonnt politische und kulturelle Grenzen infrage. Er gewinnt den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis 2022 in der Kategorie "Langfilm".

von Jürgen Kiontke

Der 19-jährige Edward aus Ghana lebt im Flüchtlingslager nahe des italienischen Dorfes Siculiana. Anfang Mai wird dort Kirchentag gefeiert: Es gibt eine Prozession, bei der ein schwarzer Jesus getragen wird. Die jahrhundertealte Tradition spricht Edward an. Wer sollte den Brauch besser verkörpern als er – ein junger Schwarzer Mann?

"Black Jesus" heißt der Film (Amnesty Journal 3/2021), in dem Regisseur Luca Lucchesi diese Geschichte erzählt, der selbst aus dem Ort stammt. Siculianas Einwohner*innen müssen sich im Laufe der Dreharbeiten ihrer besonderen Geschichte stellen – und ihren eigenen Einstellungen. Nicht alle kommen damit klar, dass der wahre Jesus nun vor ihnen steht. Aber bald ist er ihnen lieber als die Holzausgabe.

"Black Jesus" stellt gekonnt politische und kulturelle Grenzen infrage. Die Langfilm-Jury des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises um die Filmkritiker*innen Anke Leweke und Simon Hauck hat er überzeugt und gewinnt dieses Jahr den ersten Preis.

Trailer "Black Jesus":

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Von 385 eingereichten Produktionen bewerteten vier Gremien insgesamt 39 nominierte Arbeiten unter anderem nach thematischer Relevanz. So gewann in der Sparte Kurzfilm "Der lange Weg der Sinti und Roma" von Adrian Oeser, in der Kategorie Magazin der TV-Beitrag "Europas Schattenarmee: Pushbacks an der kroatisch-bosnischen Grenze".

Der Medienwettbewerb wird alle zwei Jahre vergeben und von Amnesty International und anderen Organisationen der Zivilgesellschaft durchgeführt und unterstützt, deren Ziel die Achtung und Wahrung der Menschenrechte ist. Jede Ausgabe des Filmpreises belege, "dass das Eintreten für und der Schutz von Menschenrechten im wahrsten Sinne lebenswichtig ist", sagt Klaus Ploth vom Veranstalter*innenkreis. Die Filmemacher*innen zeigten Mut und Beharrlichkeit in ihren Recherchen und den unbedingten Willen, Zeitzeugen des Weltgeschehens zu sein.

Die 13. Verleihung des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises findet am 10. Dezember 2022 wieder als Live-Event in der Nürnberger Tafelhalle statt. Der Kabarettist und Fernsehmoderator Christoph Süß wird die Veranstaltung moderieren – als Schirmherrin konnte Ferdos Forudastan (CIVIS Medienstiftung) gewonnen werden. Eintrittskarten können ab sofort kostenlos bestellt werden.

https://www.menschenrechts-filmpreis.de/karten-buchen/

Wie jedes Mal gehen die Filme auf Tour, sie sind zu sehen in der "Langen Nacht des Menschenrechtsfilms".

Infos zu weiteren Preisen und Terminen: www.menschenrechts-filmpreis.de 

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