Kultur Afghanistan 01. November 2017

Dokumentarfilm TRUE WARRIORS ab 9. November in den Kinos

Frau steht zwischen am Boden liegenden Menschen

Szene aus dem Film "True Warriors"

Der Dokumentarfilm TRUE WARRIORS von Ronja von Wurmb-Seibel und Niklas Schenck portraitiert eine Künstlergruppe in Kabul, deren Theaterstück über Selbstmordanschläge selbst zum Ziel eines Selbstmordanschlags wird.

Am 11. Dezember 2014 sprengt sich während einer Theater-Premiere im französischen Kulturzentrum in Kabul ein 17 Jahre alter Selbstmordattentäter in die Luft. Manche Zuschauer klatschen - sie halten die Explosion für eine besonders realistische Inszenierung. Erst als Panik ausbricht, verstehen sie, was passiert ist. Der Attentäter und zwei Besucher sterben, 40 Menschen werden verletzt.

Der Film TRUE WARRIORS erzählt die Geschichte der Schauspieler und Musiker, die an diesem Tag auf der Bühne standen. Sie wollten mit ihrem Stück über Selbstmordanschläge ein Zeichen setzen gegen den Terror, der ihre Gesellschaft zerfrisst. Jetzt sind sie selbst vor Angst gelähmt. In ausführlichen Interviews berichten sie davon, wie sie den Anschlag erlebt haben und wie sie in der Folge damit umgehen. TRUE WARRIORS zeigt die Folgen der zerstörerischen Kraft von Terror und Gewalt: Traumatisierte Menschen, die ihr Leben lang mit dem Erlebten zu kämpfen haben.

Einige der Künstler fliehen nach Europa. Die meisten aber bleiben in Kabul und formieren sich neu – sie kehren gemeinsam zurück auf die Bühne und verlagern ihr Wirken auf die Straße, wo sie riskante Produktionen organisieren. Zum ersten Mal treten sie wieder gemeinsam auf, als der Lynchmord an der jungen Studentin Farkhunda Malikzada weltweit Schlagzeilen macht – mit der Re-Inszenierung ihres Mordes setzen sie sich an die Spitze einer wütenden Protestbewegung, ungeschützt, vor tausenden Passanten.

TRUE WARRIORS ist eine Geschichte über die Kraft der Kunst, die Stärke der Freundschaft und den unbedingten Willen, sein Land zu verändern. Zugleich aber auch eine Erzählung über die Gründe, aus denen sich so viele Afghanen seit 2014 für die Flucht nach Europa entscheiden – und über ihr Ankommen in Deutschland.

Mehr zum Film auf findet ihr hier

Die afghanischen Schauspieler von AZDAR arbeiten derzeit für acht Monate am  Nationaltheater Weimar.

Film-Screenings in Anwesenheit der Protagonisten und/oder Regie

Hamburg // Abaton
06.11.2017
20.00 Uhr
Premiere + Filmgespräch mit Protagonisten und Regie

Hamburg // Abaton
12.11.2017
13.00 Uhr
Vorführung + Filmgespräch mit Protagonisten und Regie

Freiburg // Friedrichsbau-Lichtspiele
13.11.2017
18.30 Uhr
Vorführung + Filmgespräch mit Regie

Hirschberg // Olympia-Kino
14.11.2017
20.15 Uhr
Vorführung + Filmgespräch mit Regie

Weimar // Lichthaus
16.12.2017
17.30 Uhr
Vorführung + Filmgespräch mit Protagonisten und Regie

Berlin
20.01.2018
Vorführung + Filmgespräch mit Protagonisten und Regie

 

 

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