Blog Mexiko 18. Februar 2019

Fordere Gerechtigkeit für Julián Carrillo!

In Mexiko kämpfen Indigene um ihre Existenz
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Es muss eine regelrechte Hetzjagd gewesen sein. Als Julián Carrillo am 24. Oktober 2018 erschossen wurde, war er bereits seit einem Tag auf der Flucht. Nachdem er mehrfach Morddrohungen erhalten hatte, war er in die unwegsame Bergregion der Sierra Tarahumara im mexikanischen Bundesstaat Chihuahua geflohen. Doch auch die Berge boten ihm keinen Schutz.

Als ich mich von Julián verabschiedete, dachte ich, dass ich ihn in Coloradas de la Virgen bald wiedersehen würde. Aber zwei Wochen später erhielt ich die Nachricht von seinem Tod. Ich fühlte mich frustriert und hilflos. Sein Tod war lange schon vorausgesagt worden...

Rodrigo
Sales
Researcher für Menschenrechtsverteidiger_innen in der Region Amerikas bei Amnesty

Julián Carrillo gehörte der indigenen Gemeinde der Rarámuri an. Seit Jahren wehren sie sich gegen Bergbau, Rodungen und Drogenanbau auf ihrem angestammten Territorium. Sie stellen sich gegen die wirtschaftlichen Interessen des Staates und illegaler bewaffneter Gruppen – ein solches Engagement ist in Mexiko lebensgefährlich.

Ein weißer Pick-Up mit Einschusslöchern

Zeichen von Gewalt in Coloradas de la Virgen, dem Heimatort von Julian Carrillo

Trotz der Morde an seinen Angehörigen und der massiven Drohungen gegen ihn hat der Staat Julián Carrillo nicht geschützt. Zwar wurde er in den staatlichen Schutzmechanismus für Menschenrechtsverteidger_innen und Journalist_innen aufgenommen – doch die Maßnahmen waren nicht ausreichend. Der mexikanische Staat muss endlich handeln! Er muss umgehend eine umfassende Untersuchung durchführen, um den Mord an Julián Carrillo und die Ursachen für die Gewalt aufzuklären.

Berglandschaft

Bergregion Sierra Tarahumara im mexikanischen Bundesstaat Chihuahua

Seine Angehörigen und diejenigen, die sich in Mexiko für seinen Fall einsetzen, müssen Schutz erhalten. Und nicht zuletzt muss den Rarámuri das Recht auf ihr Territorium garantiert werden. Sie müssen ohne Angst in ihrer Heimat leben können.

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