Aktuell Russische Föderation 06. Juli 2018

Zustand von inhaftiertem Regisseur Sentsov verschlechtert sich

Oleg Sentsov hinter Metallstäben

Oleg Sentsov vor dem Militärgericht in Rostow am Don, Russland, im Juli 2015

Der Gesundheitszustand des ukrainischen Filmemachers Oleg Sentsov verschlechtert sich dramatisch. Der 41-Jährige befindet sich seit dem 14. Mai in einem Hungerstreik, mit dem er auf die Lage von mehr als 60 ukrainischen Gefangenen in russischer Haft aufmerksam machen will. Amnesty ruft für den 10. Juli zu einer Mahnwache für ihn auf.

Sentsov selbst verbüßt eine 20-jährige Haftstrafe in einem Lager im westsibirischen Labytnangi wegen angeblicher "terroristischer Aktivitäten". Seit Beginn seines Hungerstreiks hat er, Medienberichten zufolge, 20 Kilo Körpergewicht verloren, inzwischen leidet er an Herzproblemen.

Sentsov hatte in der Ukraine die Bewegung des Maidan unterstützt und war am 10. Mai 2014 in seinem Haus in Simferopol auf der Krim verhaftet worden. Anschließend wurde er nach Russland gebracht und dort von einem Militärgericht zu einer Freiheitsstrafe von 20 Jahren verurteilt. Amnesty International hatte das Verfahren in mehrerer Hinsicht als unfair eingestuft. So stützte sich das Urteil auf die Aussage eines Zeugen, der seine Aussage widerrufen und angegeben hatte, seine ursprüngliche belastende Aussage sei unter Folter erfolgt. Den Foltervorwürfen ist nie auszureichend nachgegangen worden. Amnesty International setzt sich für die Freilassung von Oleg Sentsov ein, solange ihm nicht plausibel Straftaten zur Last gelegt werden können.

Um auf seine Lage aufmerksam zu machen, ruft Amnesty zu einer Mahnwache in Berlin auf. Kommt am Dienstag, 10. Juli, 17:00 Uhr zur Straße Unter den Linden, Treffpunkt auf dem Mittelstreifen gegenüber der Botschaft der Russischen Föderation.

Um Anmeldung wird gebeten: press@europeanfilmacademy.org

Weitere Informationen zur Mahnwache findest du hier.

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