Pressemitteilung Syrien 24. August 2017

Zwischen allen Fronten: Tausende Zivilisten im syrischen Rakka in Lebensgefahr

BERLIN, 24.08.2017 – „Tausende Zivilisten sind in der nordsyrischen Stadt Rakka gefangen und leiden unter massiven Menschenrechtsverletzungen des sogenannten Islamischen Staates sowie den militärischen Angriffen der vorrückenden internationalen Truppen“, sagt René Wildangel, Syrien-Experte bei Amnesty International in Deutschland. Dies dokumentiert der neue Amnesty-Bericht „‘I won’t forget this carnage‘ – Civilians trapped in battle for Raqqa“.

„Männer, Frauen und Kinder werden vom sogenannten Islamischen Staat als menschliche Schutzschilde missbraucht und an der Flucht gehindert. Wer entkommen kann, gerät zwischen die Fronten der US-geführten Koalition und der russisch-syrischen Einheiten und muss angesichts von massiven Luftangriffen und Artilleriefeuer um sein Leben fürchten. Hunderte Zivilisten wurden seit Beginn der letzten Offensive gegen den sogenannten Islamischen Staat im Juni 2017 verletzt und getötet,“ so Wildangel weiter. „Amnesty fordert alle Konfliktparteien dazu auf, ihrer völkerrechtlichen Verpflichtung nachzukommen und alles zu tun, um das Leben von Zivilisten zu schützen und sichere Fluchtwege aus der umkämpften Stadt zu schaffen.“

Den knapp 40-seitigen Bericht in englischer Sprache, die übersetzte internationale Pressemitteilung sowie Satellitenbilder, Fotos und weiteres Material finden Sie hier: bit.ly/AmnestySyrien

Researcherin und Hauptautorin des Berichts Donatella Rovera steht von London aus für Interviews auf Englisch zur Verfügung. René Wildangel, Syrien-Experte bei Amnesty International in Deutschland, steht für Interviews auf Deutsch zur Verfügung.

Für Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle

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