Kampagnen Deutschland 28. Januar 2021

#saytheirnames: Ein Jahr nach dem rassistischen Attentat in Hanau

Demonstranten halten Schilder mit der Aufschrift "Say their names"

Bei einer Demonstration im Februar 2020 wird in Hanau der Ermordeten des Anschlags gedacht.

Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov –  so hießen die Menschen, die bei dem rassistischen Anschlag von Hanau am 19. Februar 2020 ermordet wurden. Am ersten Jahrestag wollen wir sichtbar an sie erinnern und ihren Familien und Freund_innen unsere Solidarität aussprechen. 

Auf dieser Seite kannst du dir Plakate herunterladen und zuhause in DINA4 ausdrucken. Bitte klebe sie vor dem 19.2. an gut sichtbare Plätze - in Fenster, Treppenhäuser oder an deinen Briefkasten. Du findest weiter unten im Download-Bereich auch Grafiken für Social Media. Bitte teile diese am 19.2. auf Facebook, Twitter, Instagram oder auch mit deinen Kontakten per privaten Messenger.

Foto von zwei Plakaten, die in einem Fenster hängen. Im Hintergrund sieht man eine beschneite Straße. Auf einem Plakat sind die Gesichter der neun Menschen abgebildet, die bei dem rassistische Attentat in Hanau am 19.02.2020 ermordet wurden. Auf dem anderen Plakat sind ihre Namen aufgelistet.

Lass uns gemeinsam dafür sorgen, dass die Namen der Ermordeten nicht in Vergessenheit geraten und uns stattdessen stets zu notwendigen Veränderungen ermahnen. Setz dich mit uns für eine lückenlose Aufklärung der unfassbaren Tat ein. In der Amnesty Journal Reportage über Hanau sechs Monate nach der Tat sagt Seda Ardal von der Initiative 19. Februar: "Es war ein Kampf, bis die Morde überhaupt als rassistische Taten anerkannt wurden." Angemessene Erinnerung, soziale Gerechtigkeit, lückenlose Aufklärung und politische Konsequenzen - das sind die Forderungen der Initiative. Auch ein Jahr später sind diese Forderungen noch aktuell. 

YouTube-Video: Hanau-Kesselstadt 6 Monate danach

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Die Tat von Hanau ist leider nur die Spitze eines großen Eisbergs. Täglich werden in Deutschland rassistische Straftaten verübt. Menschen müssen Angst haben, nur wegen ihrer angenommen Herkunft oder ihres Aussehens angegriffen werden. "Hanau, Halle, die Opfer des NSU, der Mord an Walter Lübcke, die vielen Opfer rassistischer Gewalt der letzten Jahre – sie nehmen uns alle in die Pflicht", sagte Markus N. Beeko, Generalsekretär von Amnesty International, angesichts der Enthüllung einer Skulptur der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in Hanau am 30.Oktober 2020.

Eine große Version der Menschenrechtserklärung steht auf einem öffentliche Platz, links und rechts davon zwei Personen, sie haben ein gelbes Tuch in der Hand,

Amnesty-Generalsekretär Markus N. Beeko (links) und der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky enthüllten am 30. Oktober 2020 zusammen mit Mitgliedern der Hanauer Amnesty-Gruppe eine übergroße Ausgabe der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.    

Der Schutz vor rassistischer Gewalt ist ein Menschenrecht und eine Aufgabe der inneren Sicherheit. Die Polizei muss ihrer Verantwortung als Schutzinstanz gegen Rassismus gerecht werden und dafür auch entsprechend geschult werden. Dafür müssen die Innenbehörden endlich verpflichtende, regelmäßige Antirassismus-Trainings für alle Polizist_innen einführen. Rassismus in den eigenen Reihen muss schonungslos aufgedeckt und sanktioniert werden. 

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