Vergeltungshinrichtungen können nie die Antwort sein!
Aktivisten halten Porträts des ermordeten jordanischen Piloten Muath al-Kasasbeh
05. Februar 2015 - Amnesty International verurteilt die kaltblütige Tötung des jordanischen Piloten Muath al-Kasasbeh durch die bewaffnete Gruppe "Islamischer Staat" (IS) als abscheulichen Angriff gegen die Menschlichkeit. Die Hinrichtung zweier irakischer Staatsangehöriger durch die jordanischen Behörden, die daraufhin offenbar als Vergeltungsmaßnahme erfolgte, ist jedoch keine angemessene Antwort darauf.
Vor wenigen Tagen im Internet veröffentlichte Videoaufnahmen zeigen, wie Muath al-Kasasbeh bei lebendigem Leib in einem Käfig verbrannt wird. Die brutale Tötung hat weltweit einen Sturm des Entsetzens ausgelöst. In den frühen Morgenstunden des 4. Februar ließen die jordanischen Behörden dann zwei irakische Staatsangehörige in ihrem Gewahrsam hinrichten. Sajida al-Rishawi und Ziad al-Karbouli waren wegen Verbindungen zu al-Qaida sowie der Beteiligung an Anschlägen mit Todesopfern bereits vor einigen Jahren zum Tode verurteilt worden. Alles deutet auf eine Racheaktion der jordanischen Behörden hin.
Philip Luther, Direktor der Abteilung Mittlerer Osten und Nordafrika bei Amnesty International, verurteilt die Vorfälle: "Die Verbrennung von Muath al-Kasasbeh in einem Käfig ist ein brutaler und kalkulierter Akt der Grausamkeit, der deutlich macht, wozu der IS fähig ist. Diese haarsträubende Tat ist ein Kriegsverbrechen und als unverhohlener Angriff auf die Grundprinzipien der Menschlichkeit zu werten. Es ist verständlich, dass die jordanischen Behörden entsetzt sind. Die erfolgten Hinrichtungen dürfen jedoch keinesfalls als angemessene Reaktion betrachtet werden. Niemals sollten Menschen aus Rachemotiven hingerichtet werden. Wir dürfen nicht zulassen, dass die grauenvollen Praktiken des IS einen blutigen Teufelskreis von Vergeltungshinrichtungen in Gang setzen."