Aktuell Italien 11. Februar 2015

Hunderte Tote bei Bootsunglück vor Lampedusa

Hunderte Tote bei Bootsunglück vor Lampedusa

Die Operation Triton ist kein Ersatz für Mare Nostrum

11. Februar 2015 - Bei einem erneuten Bootsunglück vor Lampedusa sind offenbar 300 Flüchtlinge und Migrant_innen ertrunken. Damit bestätigen sich die schlimmsten Befürchtungen nach dem Ende der Operation Mare Nostrum.

John Dalhuisen, Direktor für Europa und Zentralasien bei Amnesty International, ist erschüttert: Die schlimmsten Prophezeiungen im Zusammenhang mit dem Ende der Operation "Mare Nostrum" und der fehlenden Bereitschaft Europas, für einen adäquaten Ersatz zu sorgen, seien mit dieser jüngsten Tragödie in Erfüllung gegangen.

"Die humanitäre Krise, auf die Italien mit Mare Nostrum antwortete, ist nicht vorbei. Die Menschen fliehen weiterhin vor Krieg und Verfolgung. Die europäischen Länder dürfen nicht länger den Kopf in den Sand stecken und zuschauen, wie Hunderte Menschen im Meer sterben."

Die Konsequenzen nach dem Ende von Mare Nostrum waren voraussehbar, kritisiert Amnesty International. Die als deren Ersatz verkündete Operation Triton ist nicht auf Suche und Rettung ausgerichtet, ist nicht routinemässig auf internationalen Gewässern unterwegs, und hat deutlich geringere Ausmasse.

"Es ist eine simple Gleichung", sagt John Dalhuisen: "Wenn immer mehr Leute die gefährliche Mittelmeerroute wählen, während gleichzeitig weniger Ressourcen für die Such- und Rettungsaktionen aufgewendet werden, steigt die Zahl der Toten und wird weiter steigen."

Amnesty International fordert von den europäischen Staaten seit langem, sich an wirkungsvollen Massnahmen für die Rettung von Menschen, die auf dem Mittelmeer in Seenot geraten, zu beteiligen. Auch müssen endlich sichere und legale Zugangswege nach Europa geschaffen werden, damit Flüchtlinge und Migrant_innen nicht gezwungen werden, auf gefährlichen Routen zu reisen.

Unterzeichnen Sie unsere Online-Petition und fordern Sie mehr Rechte und einen besseren Schutz für Flüchtlinge!

Weitere Informationen finden Sie auf Amnesty.org

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