Aktuell China 28. April 2014

"Ai Weiwei - The Fake Case" läuft seit dem 8. Mai 2014 in deutschen Kinos

Szene aus dem Film "Ai Weiwei - The Fake Case"

Szene aus dem Film "Ai Weiwei - The Fake Case"

28. April 2014 - Der Film "Ai Weiwei - The Fake Case" des dänischen Filmemachers Andreas Johnsen begleitet den chinesischen Konzeptkünstler und Regierungskritiker Ai Weiwei nach seiner Haft und liefert nicht nur einen Einblick in Ai Weiweis künstlerisches Schaffen, sondern zeigt auch den persönlichen Existenzkampf eines Mannes, der von der Regierung seines Landes seit geraumer Zeit drangsaliert wird.

"A life lived in silence is not a life." – Dieser Ausspruch Ai Weiweis steht für sein Leben, welches er trotz der Unterdrückungsversuche seitens der chinesischen Regierung weiterhin mit der Kreation seiner regime- und gesellschaftskritischen Kunst füllt. Der Film "Ai Weiwei - The Fake Case" begleitet den chinesischen Künstler, nachdem er am 22. Juni 2011 nach 81-tägigen Haft an einem unbekannten Ort und ohne Kontakt zur Außenwelt entlassen wurde. Amnesty International hatte sich damals mit verschiedenen Aktionen für seine Freilassung eingesetzt.

Nach der Haft wird Ai Weiwei ein Jahr lang unter Hausarrest gestellt, sein Studio und seine Wohnung werden mit Überwachungskameras ausgestattet, Polizisten folgen ihm auf Schritt und Tritt. Gegen ihn wird Anklage erhoben; ein Verfahren, welches auf offenkundig fingierten Anschuldigungen gegen ihn und seine Firma "FAKE Design" beruht und von Ai Weiwei passenderweise als "The Fake Case" bezeichnet wird.

Trotz aller Schikanen lässt sich Ai Weiwei nicht entmutigen, er hält die Kamera drauf, wenn die Polizei wieder einmal anrückt und richtet damit die Kamera auf diejenigen, die ihn überwachen. Auch nutzt er weiter das Internet, die sozialen Medien und seine Kunst, um auf den menschenrechtswidrigen Umgang der chinesischen Regierung mit Regimekritikern, Menschenrechtsverteidigern und Oppositionellen aufmerksam zu machen.

Doch der Film gewährt auch ganz persönliche Einblicke in das Leben des seit der Haft unter Schlaflosigkeit und Gedächtnisverlust leidenden Künstlers; zeigt ihn mit seinem kleinen Sohn und mit seiner Mutter, mit der er über die dunklen Tage in seiner Gefängniszelle spricht. Ai Weiwei hat Andreas Johnsen unbegrenzten Zugang zu seinem Leben gewährt und will damit eben auch zeigen, dass er nichts zu verbergen hat. "I have no secrets, you have secrets", sagt er an die chinesischen Behörden gewandt, die auch sein Telefon abhören.

Den Beweis dafür, dass sich Ai Weiwei trotz aller Einschüchterungsversuche seitens der chinesischen Regierung nicht zum Schweigen bringen lässt, liefert die aktuelle Ausstellung "Evidence" im Martin-Gropius-Bau in Berlin: Das Museum zeigt vom 3. April bis zum 7. Juli 2014 die weltweit größte Einzelausstellung des Künstlers.

Mehr Informationen zur Ausstellung "Evidence" finden Sie hier

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