Russland: Pussy Riot-Aktivistinnen verhaftet!
Pussy Riot-Mitglieder unterzeichnen die Russland-Petition von Amnesty
© Jorn van Eck / Amnesty International
18. Februar 2014 - Neue Festnahmen am Rand der Olympischen Spiele in Sotschi: Erneut sind neun Aktivistinnen und Journalisten in Sotschi festgenommen worden.
Unter den Festgenommenen sind Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Aljochina von der Punk-Aktionsgruppe Pussy Riot, der Menschenrechtsaktivist Semyon Simonov von der Organisation Memorial, sowie Journalisten von Radio Free Europe und von der Nowaja Gazeta.
Amnesty International fordert die sofortige Freilassung der Inhaftierten. "Putin verwandelt die Olympischen Ringe in Handschellen", sagt Russland-Experte John Dalhuissen von Amnesty International.
"Das ist empörend! Fast jeden Tag hören wir von Festnahmen in Sotschi, deren Zielscheibe Aktivistinnen und Aktivisten sind, die nichts anderes tun, als friedlich ihre Meinung zu äußern. Das Internationale Olympische Komitee muss diese wie auch die vorangehenden Verhaftungen in und um Sotschi rundweg verurteilen."
Die Pussy Riot-Mitglieder sagen, dass sie in Sotschi schon zum dritten Mal innerhalb von drei Tagen verhaftet wurden. Die Behörden behaupten, die Festnahme stehe im Zusammenhang mit einem Diebstahl im Hotel, in dem sie wohnen. Die Aktivistinnen selbst sehen den Grund eher in ihrer Absicht, ein Musikvideo zu drehen.
Weitere Meldungen:
Die russische Journalistin Elena Klimova ist Gründerin eines Onlineprojekts, das LGBTI-Jugendliche unterstützt. Nun steht sie wegen "Propagierens von nicht-traditionellen sexuellen Beziehungen" unter Anklage: https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-025-2014/wegen-lgbti-engagement-unter-anklage
Umweltschützer zu Haftstrafe verurteilt: https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-014-2014-1/umweltschuetzer-zu-haftstrafe-verurteilt
Weitere Informationen zur Menschenrechtslage in Russland: http://www.amnesty.de/informieren/laender/russische-foederation