Syrien: Möglicher Chemiewaffen-Einsatz muss untersucht werden
Das UN Team kam am 18. August 2013 in Damaskus an
© LOUAI BESHARA/AFP/Getty Images
21. August 2013 - Dem UN-Team, das sich zurzeit in Syrien aufhält, muss ungehinderter Zugang zu allen Orten eingeräumt werden, um die Vorwürfe des Einsatzes chemischer Waffen zu untersuchen. Dies forderte Amnesty als Reaktion auf die Veröffentlichung mehrerer Videos, die offenbar zeigen, wie zahlreiche Zivilpersonen durch den Einsatz chemischer Waffen getötet wurden.
Als Reaktion auf die Veröffentlichung mehrerer Videos, die offenbar zeigen, wie zahlreiche Zivilpersonen, darunter auch viele Kinder, durch den Einsatz chemischer Waffen am Rande der syrischen Hauptstadt Damaskus getötet wurden, sagte Hassiba Hadja Sahraoui, die stellvertretende Direktorin der Abteilung für den Nahen Osten und Nordafrika von Amnesty International:
"Die Vorwürfe des Einsatzes chemischer Waffen gegen syrische Zivilpersonen, die Amnesty International noch nicht unabhängig überprüfen konnte, unterstreichen die dringende Notwendigkeit, dem Team der Vereinten Nationen, das sich zurzeit in Syrien aufhält, zur Untersuchung der Vorwürfe ein volles Mandat und ungehinderten Zugang zu allen Orten einzuräumen."
"Welchen Sinn hätte es, UN-Experten im Land zu haben, wenn sie nicht einmal Zugang zu den Schauplätzen der mutmaßlichen Angriffe erhalten, um Proben zu sammeln und Untersuchungen durchzuführen?"
"Die syrischen Behörden, die die Verantwortung für den Angriff von sich weisen, sollten dem UN-Team sofort ermöglichen, die Stadt Ghouta und andere Orte zu besuchen."
"Wenn sich die jüngsten Vorwürfe bestätigen sollten, sind diese Angriffe als Kriegsverbrechen zu betrachten. Der UN-Sicherheitsrat muss endlich den Internationalen Strafgerichtshof mit den nicht enden wollenden Menschenrechtsverletzungen in Syrien betrauen. Dies fordert Amnesty schon seit 2011."
"Die Herstellung, Lagerung, Weitergabe oder Verwendung chemischer Waffen, bei deren Einsatz nicht zwischen Zivilpersonen und Kämpfern unterschieden werden kann, ist eine Verletzung des Völkerrechts."
Amnesty International hat die Videos an Mediziner und andere Experten zur Überprüfung ihrer Authentizität geschickt, um so festzustellen, ob die Symptome der Betroffenen den Einsatz chemischer Waffen nahelegen. Darüber hinaus steht die Organisation in Kontakt mit Personen und Organisationen in Syrien, um weitere Informationen über den aktuellen Gesundheitszustand der Menschen in dem betroffenen Gebiet der Region zu sammeln.