Aktuell Côte d'Ivoire 19. März 2013

Waffenlieferungen schüren Gewalt in der Elfenbeinküste

Ein Camp für Binnenvertriebene in Nahibly, wenige Stunden, nachdem es von einem Mob zerstört wurde, 20.07.2012

Ein Camp für Binnenvertriebene in Nahibly, wenige Stunden, nachdem es von einem Mob zerstört wurde, 20.07.2012

20. März 2013 - Rüstungslieferungen unter anderem aus China, Weißrussland und Bulgarien haben im vergangenen Jahrzehnt die bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen in der Elfenbeinküste angeheizt. Dies dokumentieren Recherchen von Amnesty International.

Der 33-seitige Amnesty-Bericht beschreibt, wie ein Netzwerk von Händlern und Firmen aus dem Senegal, Guinea, Tunesien, Lettland und anderen Ländern Rüstungsgüter auch während des UNO-Embargos in das westafrikanische Land geschafft hat.

"Bis heute sind zu viele Waffen und Munition unkontrolliert in die Elfenbeinküste gelangt – mit katastrophalen Folgen vor allem für die Zivilbevölkerung", sagt Mathias John, Rüstungsexperte von Amnesty International in Deutschland. "Unsere Recherchen zeigen deutlich, dass die seit 2002 gelieferten Waffen nicht nur den Konflikt damals angeheizt haben, sondern auch 2011 gegen Zivilisten eingesetzt wurden, als nach den Wahlen erneut blutige Auseinandersetzungen ausbrachen."

"Das Beispiel der Elfenbeinküste zeigt einmal mehr, dass ein internationaler Waffenhandelsvertrag mit einer strikten Menschenrechtsklausel sowie wirksamen Kontroll- und Sanktionsmechanismen Menschenleben retten könnte", so John. "Bei den laufenden Verhandlungen in New York hat die Staatengemeinschaft die Möglichkeit, einen solchen Vertrag zu verabschieden – diese Chance darf nicht erneut vergeben werden."

Hier finden Sie den vollständigen englischsprachigen Amnesty-Bericht "Côte d’Ivoire: Communities shattered by arms proliferation and abuse in Côte d’Ivoire"

Einen ausführlicheren Artikel (auf Englisch) zum Amnesty-Bericht "Côte d’Ivoire: Communities shattered by arms proliferation and abuse in Côte d’Ivoire" finden Sie hier.

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