Aktuell Russische Föderation 01. November 2013

Olympisches Komitee sollte gegenüber Homophobie eine feste Haltung einnehmen

Das IOC meint, die homophobe Gesetzgebung in Russland würde die olympische Charta nicht verletzen.

Das IOC meint, die homophobe Gesetzgebung in Russland würde die olympische Charta nicht verletzen.

27. September 2013 - Amnesty International ist enttäuscht darüber, dass das Internationale Olympische Komitee (IOC) nicht erkennt, wie nachteilig die diskriminierende russische Gesetzgebung sich auf die Winterspiele in Sotschi auswirken wird.

"Das Gesetz, das die "Propaganda für nicht-traditionelle sexuelle Beziehungen" verbietet, wenn Minderjährige davon Kenntnis erhalten können, ist eindeutig diskriminierend, verletzt somit internationales Recht und steht im Widerspruch zur Olympischen Charta. Außerdem schafft die Verabschiedung des Gesetzes eine Stimmung, die bereits zu brutalen Verbrechen an Menschen allein wegen ihrer tatsächlichen oder vermeintlichen sexuellen Orientierung geführt hat", sagte Sergei Nikitin, Direktor der Moskauer Büros von Amnesty International.

"Das IOC darf sich nicht mit offiziellen Versicherungen aus Russland zufrieden geben, man diskriminiere niemanden. So wird außer Acht gelassen, dass das russische Gesetz im Ergebnis jedes Verhalten im öffentlichen Raum verbietet, das auf eine "nicht-traditionelle" sexuelle Orientierung schließen lässt. Dies ist ein Affront gegen alle homosexuellen Teilnehmer und Zuschauer der Spiele. Auch bedeutet es eine Enttäuschung für Sportbegeisterte auf der ganzen Welt, denen das olympische Ideal wichtig ist."

"Das IOC hätte seinen Einfluss bei den russischen Behörden im Vorfeld der Olympischen Spiele geltend machen können, um sicherzustellen, dass die Spiele nicht durch Menschenrechtsverletzungen überschattet werden. Leider hat das Komitee diese Chance verpasst."

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