Aktuell Libyen 03. Dezember 2012

"Wir sind Ausländer und haben keine Rechte"

Amnesty-Bericht über die Notlage von Flüchtlingen, Asylsuchenden und Migranten in Libyen

13. November 2012 - Migranten und Asylsuchende in Libyen leben weiterhin unter besorgniserregenden Bedingungen. Im Alltag begegnen sie Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Auch körperliche Gewalt, Inhaftierungen sowie Folter sind dabei keine Ausnahmen.

Zahlreiche Migranten und Asylsuchende sind auf der Flucht vor Krieg und auf der Suche nach einem besseren Leben. In vielen Fällen stranden sie in Libyen — in einem Land, das aktuell kein funktionierendes Asylsystem hat. Dort sind Migranten und Asylsuchende meist der Willkür der libyschen Behörden ausgesetzt. Weiterhin hat Libyen die Genfer Flüchtlingskonvention aus dem Jahre 1951 nicht ratifiziert. Ein effektiver Rechtsschutz gegen das Non-Refoulement-Verbot ist damit nicht gewährleistet.

Trotz der dokumentierten Menschenrechtsverletzungen in Libyen, hat die Europäische Union den Dialog zu Fragen der Migration mit Libyen wieder aufgenommen. Im April 2012 hat Italien sogar ein Abkommen mit Libyen unterzeichnet, das "die Drosselung des Stroms von Migranten" zum Inhalt hat.

In dem Bericht erzählt ein 20-jähriger Somalier von seinen Erlebnissen in Libyen:
"Ich wollte flüchten, um woanders ein sicheres Leben zu führen. Stattdessen fand ich nach einem grauenvollen Trip, ein erschreckendes Land vor. Im Januar 2012 gelangte ich nach Kufra, wo die Schwierigkeiten ihren Anfang nahmen. Vor zwei Monaten wurden dann 600 von uns in einem Lastwagen in eine Gewahrsamseinrichtung nach Gandoufa gebracht. Das ist das Schicksal von Flüchtlingen."

Den vollständigen Bericht finden Sie hier. (PDF)

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