Aktuell Libyen 04. März 2011

Tunesien/Libyen: Sorge um Flüchtlinge steigt

Amnesty International befürchtet eine humanitäre Krise im Zuge der anhaltenden Unruhen in Libyen.

Amnesty International befürchtet eine humanitäre Krise im Zuge der anhaltenden Unruhen in Libyen.

2. März 2011 - Amnesty International befürchtet eine humanitäre Krise im Zuge der
anhaltenden Unruhen in Libyen. Das UN-Flüchtlingskommissariat UNHCR warnte bereits am Dienstag, dass seit 19. bzw. 20. Februar bis zu 75.000 Menschen aus Libyen nach Tunesien sowie rund 69.000 Menschen nach Äygpten geflüchtet sind. Tausende weitere Menschen, die vor der Gewalt flüchten, stecken an den Grenzen fest.

Amnesty fordert die Nachbarstaaten Libyens auf, ihren internationalen Verpflichtungen nachzukommen und ihre Grenzen geöffnet zu halten und allen Flüchtlingen aus Libyen gleich welcher Herkunft Schutz und Hilfe zu gewähren. "Die internationale Gemeinschaft muss ihrerseits alles in ihrer Macht stehende tun, um Tunesien - und allen anderen Staaten, die Flüchtlinge aus Libyen aufnehmen -, die dringend benötigte Unterstützung zukommen zu lassen, die sie brauchen", sagt Wolfgang Grenz, Flüchtlingsexperte von Amnesty in Deutschland. Sie müsse darüber hinaus beitragen, Migranten, die dies wollen, eine rasche und sichere Rückkehr in ihre Heimatländer zu
ermöglichen.

Schätzungen zufolge hielten sich vor der Krise über eine Million Flüchtlinge, Asylbewerber und Migranten vor allem aus Ländern der Sub-Sahara-Region in dem nordafrikanischen Land auf, aber auch Tausende Philippinen, Bangladeschis und Nepalesen, von denen viele sich in Libyen versteckt halten oder versuchen, das Land zu verlassen. Amnesty ist besorgt über Berichte des UNHCR, wonach Migranten aus Ländern südlich der Sahara, die aus Libyen flüchten wollten, an der tunesischen Grenze abgewiesen wurden.

Die englische Presseerklärung mit detaillierten Zahlen und allen Forderungen von Amnesty International finden Sie hier: www.amnesty.org

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